In China wird die Kohle knapp - Aktien auf Höhenflug
Veröffentlicht am: 22.05.2008 um 12:02 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Während man sich aller Orten Sorgen um das Öl und seines Preises macht, bedrückt in China das Electricity Council ganz andere Sorgen. Der Energieträger Nummer 1 des Landes, die Kohle, wird knapp.
Wie das Council heute mitteilte, ist die von der Regierung vorgegeben Siebentagesreserve längst unterschritten worden. Lag sie Anfang März noch bei 53 Mio. Tonnen, so ist sie mit Stand 18. Mai auf 41,7 Mio. Tonnen zusammengeschrumpft mit weiter fallender Tendenz.
Auslöser für diesen Rückgang war der katastrophale Winter Anfang des Jahres und setzte sich nun mit dem verheerenden Erbeben fort. Durch das Erdbeben wurde auch eine Energieverknappung ausgelöst. Etwa 60 Prozent der Kraftwerke im Südwesten Chinas, wurden aus Sicherheitsgründen heruntergefahren. Sie machen zusammen eine Kapazität von 3,12 GW aus. Auch wenn die Provinz Sichuan nicht die Hauptförderprovinz im Kohlebereich ist, so machen sich die Stilllegungen der dortigen Minen dennoch bemerkbar. Neben diesem Faktor wirken sich auch die in weiten Teilen völlig zerstörten Infrastrukturen, vor allem der Transportwege, aus. Auch wenn die Kohleunternehmen zurzeit in China auf Hochtouren laufen, sie vermögen derzeit nicht die Reserven aufzufüllen. Es fehlt an Transportwegen und Kapazitäten. Dazu kommt der anstehende Sommer, welcher wieder hohe Energiemengen durch die massive Zuschaltung der Klimaanlagen der privaten Haushalte abfordern wird.
Das hat zur Folge, dass die Kohlepreise weiter steigen werden. Im Gegensatz zu den Kraftstoffpreisen, wurden diese bereits im vergangenen Jahr durch die Regierung weitestgehend frei gegeben. Die Kohleunternehmen können mit den Energieversorgern die Preise aushandeln. Inzwischen ist die Tonne Kohle bei 600 Yuan gelandet und es wird erwartet, dass sie noch in diesem Jahr auf bis zu 750 Yuan pro Tonne steigen könnte.
Von dieser Situation profitieren natürlich die entsprechenden Unternehmen welche an der Börse gehandelt werden. So steigt die Aktie der Yanzhou Coal Mining seit Mitte März unaufhörlich. Sie hat sich seit diesem Zeitpunkt mehr als verdoppelt und erreichte heute mit 17,94 HKD ein neues 52- Wochenhoch.
Die Nummer Eins der chinesischen Kohlebranche, China Shenhua Coal, befindet sich ebenfalls im Aufwind wie die Nummer Zwei China Coal.
Die Yanzhou Coal Mining ist auch im S-BOX EM Rohstoff & Industriemetall-Index der Dresdner Bank (WKN: DR5XT3) enthalten. Dieser spiegelt die Entwicklung wichtiger Rohstoffwerte wieder. Der Index konnte sich nach einer Korrektur wieder erholen und bietet gute Einstiegsmöglichkeiten. Die Rohstoffbranche entwickelt sich prächtig und die anhaltende Nachfrage aus den Emerging Markets sorgt für steigende Notierungen.
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