Gesundheit, Arbeitsmarkt

CDU und SPD fĂŒr strengere Regeln bei Online-Krankschreibungen

22.01.2026 - 11:34:05 | dts-nachrichtenagentur.de

In der Debatte um Online-Krankschreibungen gegen Geld haben Gesundheitspolitiker der Koalition die Forderung der HausĂ€rzte nach strengeren Regeln unterstĂŒtzt.Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt (CDU), sagte der "Rheinischen Post" (Donnerstag): "Krankschreibungen per Telefon oder Videosprechstunde sollten nur dann möglich sein, wenn der Patient der Ärztin oder dem Arzt bekannt ist, also fĂŒr Bestandspatienten.

Arztpraxis fĂŒr Allgemeinmedizin (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Arztpraxis fĂŒr Allgemeinmedizin (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
So können wir Missbrauch begrenzen, der insbesondere durch anonyme Online-Plattformen deutlich zugenommen hat, ohne die notwendige Versorgung abzuschneiden."

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, kritisierte private Plattformen, "bei denen ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigungen ohne ausreichende Ă€rztliche PrĂŒfung oder ohne eine belastbare Arzt-Patienten-Beziehung ausgestellt werden. Solche Modelle untergraben das Vertrauen in die ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigung und sind mit den Anforderungen an eine gute medizinische Versorgung nicht vereinbar", sagte Pantazis. Solche schwarzen Schafe mĂŒssten "konsequent sanktioniert werden", so der Politiker. Zugleich ergĂ€nzte er: "Krankschreibungen im Rahmen Ă€rztlich verantworteter telefonischer Beratungen oder qualifizierter Videosprechstunden bleiben davon ausdrĂŒcklich unberĂŒhrt."

Zuvor hatte der HausĂ€rztinnen- und HausĂ€rzteverband schĂ€rfere Regeln fĂŒr Online-Krankschreibungen gefordert. "Die Bundesregierung muss kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben", sagte der Verbandsvorsitzende Markus Beier der "Rheinischen Post". Auch der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) unterstĂŒtzt den Vorstoß.

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