Indorama Steinfort: Sozialplan für über 100 Beschäftigte unterzeichnet
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach der angekündigten Schließung des Indorama-Werks in Steinfort haben die Gewerkschaften OGBL und LCGB sowie die Personalvertretung am 22. Juli 2026 einen Sozialplan mit der Unternehmensleitung unterzeichnet. Die Vereinbarung regelt die Bedingungen für das Ausscheiden der Belegschaft, nachdem der Industriekonzern Anfang Juli 2026 das Aus für den luxemburgischen Standort bekannt gegeben hatte. Von der Schließung sind mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unmittelbar betroffen.
Umfangreiche Maßnahmen für die betroffene Belegschaft
Der nun unterzeichnete Sozialplan sieht verschiedene Instrumente vor, um die sozialen und beruflichen Folgen für die Beschäftigten abzufedern. Neben außergesetzlichen Abfindungen liegt ein Schwerpunkt der Vereinbarung auf der beruflichen Reintegration. Dazu gehören Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung und Umschulung sowie ein gezieltes Outplacement-Programm, das die Betroffenen bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen unterstützen soll.
Um die ordnungsgemäße Umsetzung dieser Maßnahmen sicherzustellen, wurde die Einrichtung eines Follow-up-Komitees vereinbart. Dieses Gremium wird den Prozess begleiten und die Anwendung des Sozialplans in den kommenden Monaten überwachen.
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Wettbewerbsdruck und Kundenverlust als Ursachen
Die Entscheidung zur Werksschließung in Steinfort begründete die Konzernleitung von Indorama vor allem mit den schwierigen Marktbedingungen in Westeuropa. Das Unternehmen verwies auf einen erheblichen Wettbewerbsdruck aus Asien und damit einhergehende gesunkene Margen in der europäischen Region.
Ein entscheidender Faktor für das Ende des Standorts war zudem die Abhängigkeit von einem Hauptkunden. Das Werk in Steinfort belieferte maßgeblich den Kunden Longlaville in Frankreich. Nachdem dieser Standort bereits im Mai 2026 geschlossen worden war, fehlte dem Werk in Steinfort eine wesentliche wirtschaftliche Grundlage. Indorama ist ein global agierender Konzern, der in über 30 Ländern aktiv ist und im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von knapp 12 Mrd. Euro erzielte.
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Gewerkschaften kritisieren strategische Entscheidung
Trotz der Einigung auf den Sozialplan äußerten die beteiligten Gewerkschaften OGBL und LCGB deutliche Kritik an der Schließung. Sie bedauerten das Ende der Produktion in Steinfort und bezeichneten den Schritt des Unternehmens als eine strategische Entscheidung, die zulasten des Industriestandorts Luxemburg gehe.
Branchenbeobachter ordnen das Aus für Indorama in Steinfort als bedeutendes Ereignis für die luxemburgische Industrielandschaft ein. Es wird als der schwerste industrielle Rückgang im Land seit der Schließung des TDK-Werks im Jahr 2007 bewertet. Die Verhandlungen über den Sozialplan markieren nun den formalen Abschluss der Auseinandersetzungen um den Erhalt des Standorts, während der Fokus der Arbeitnehmervertreter nun auf der praktischen Umsetzung der Unterstützungsleistungen für die über 100 betroffenen Personen liegt.
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