Infektionsschutzbelehrung, Wiesbaden

Infektionsschutzbelehrung: Wiesbaden digitalisiert Nachweis in 30 Sprachen

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 16:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Gesundheitsamt Wiesbaden bietet Infektionsschutzbelehrung online in 30 Sprachen an, doch die Finanzierung ab 2027 ist ungewiss.

Wiesbaden digitalisiert Infektionsschutzbelehrung in 30 Sprachen
Eine vielfĂ€ltige Gruppe von Menschen interagiert digital, symbolisiert mehrsprachige Online-Dienste im Gesundheitswesen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Seit dem 10. Juli steht der Nachweis nach § 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG) online in 30 Sprachen bereit. Die Verwaltung reagiert damit auf den Bedarf an mehrsprachigen Angeboten.

Barrierefrei und ortsunabhÀngig

Die neue Regelung ermöglicht BeschĂ€ftigten im Lebensmittelbereich, das Verfahren vollstĂ€ndig digital zu durchlaufen. Bisher war dafĂŒr oft ein persönlicher Besuch im Gesundheitsamt nötig. Mit der Software „mindlane“ können Nutzer die Belehrung jetzt von zu Hause absolvieren.

Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke bezeichnete die EinfĂŒhrung als wesentlichen Schritt zu einer modernen und bĂŒrgernahen Verwaltung. Die 30 Sprachen sollen sicherstellen, dass auch auslĂ€ndische ArbeitskrĂ€fte die Anforderungen ohne Barrieren verstehen. Die technische Umstellung war in den vergangenen Tagen erfolgt – seit dem 11. Juli ist das Angebot vollstĂ€ndig öffentlich zugĂ€nglich.

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Finanzielle Unsicherheit trotz Digitalisierung

Trotz der Fortschritte steht das Gesundheitsamt vor erheblichen finanziellen Problemen. Grund ist das geplante Auslaufen der Bundesmittel fĂŒr den „Pakt fĂŒr den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ (ÖGD) Ende 2026. Die Förderung hatte der Stadt ermöglicht, zusĂ€tzliche KapazitĂ€ten aufzubauen und die Modernisierung zu finanzieren.

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FĂ€llt die Förderung weg, mĂŒsste Wiesbaden ab 2027 jĂ€hrlich rund 2,6 Millionen Euro aus eigenen Mitteln aufbringen. Konkret geht es um 29,5 zusĂ€tzliche Vollzeitstellen, die im Zuge des Pakts geschaffen wurden. Löbcke warnte vor einem drohenden RĂŒckbau der KapazitĂ€ten, falls keine Anschlussfinanzierung gesichert wird.

Die betroffenen Stellen sind im Haushaltsentwurf fĂŒr 2027 weiterhin enthalten. Die Verwaltung betont ihre Notwendigkeit fĂŒr die öffentliche Gesundheitsversorgung und die neuen digitalen Services. Fachleute beobachten die Entwicklung kritisch – ein Wegfall der Mittel könnte die kommunale Gesundheitsinfrastruktur massiv treffen.

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