Infrastruktur-Sabotage: Sprengvorrichtungen an Kraftwerk Jänschwalde entdeckt
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 20:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Dienstag wurden am Umspannwerk Turnow-Preilack in Brandenburg mehrere Sprengvorrichtungen entdeckt. Die Polizei hat Ermittlungen wegen versuchter Sabotage eingeleitet, nachdem es zu technischen Störungen im nahegelegenen Braunkohlekraftwerk Jänschwalde gekommen war. Laut ersten Erkenntnissen zielte der Angriff offenbar darauf ab, einen Stromausfall am Block E des Kraftwerks zu verursachen.
Gegen 8:00 Uhr am Dienstagmorgen wurde zunächst eine Sachbeschädigung an einer Leitung gemeldet. Im Zuge der darauffolgenden Untersuchungen stießen Einsatzkräfte auf mehrere unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen. Nach Angaben der Polizei kam es zu mindestens einer Detonation, wobei nicht alle der aufgefundenen Vorrichtungen explodierten. Das Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen übernommen.
Einsatz spezieller Flugkörper zur Sabotage
Nach Informationen des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz handelte es sich bei den gefundenen Objekten um selbstgebaute Flugkörper, deren Erscheinungsbild zunächst an Silvesterraketen erinnerte.
Brandenburgs Innenminister Michael Redmann präzisierte diesen Befund dahingehend, dass die Flugkörper speziell konstruiert worden seien und über die Beschaffenheit gewöhnlicher Feuerwerkskörper hinausgingen. Zudem wurde eine zweistellige Anzahl weiterer solcher Vorrichtungen im Umfeld der Anlage sichergestellt.
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Die Täter gingen nach Einschätzung des Innenministeriums systematisch vor. Es seien in zwei Fällen Kurzschlüsse verursacht worden, indem leitfähiges Material gezielt in die Höchstspannungsleitungen eingebracht wurde. Ein Mitarbeiter von 50Hertz habe im Zuge der Ereignisse einen Feuerball beobachtet.
Trotz einer kurzzeitigen Leitungsunterbrechung betonte der Netzbetreiber, dass die Stromversorgung der Region zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. Es kam zu keinen flächendeckenden Stromausfällen in der Bevölkerung, und sämtliche betroffenen Leitungen konnten zeitnah wieder in Betrieb genommen werden.
Technischer Ausfall im Kraftwerk Jänschwalde
Der Kraftwerksbetreiber LEAG bestätigte infolge des Vorfalls einen technischen Ausfall im Kraftwerk Jänschwalde. Der betroffene Block B, der über eine Leistung von 500 MW verfügt, wurde automatisch heruntergefahren.
Das Unternehmen bewertete das Geschehen offiziell als Anschlag. Obwohl die Leitungen selbst nach ersten Einschätzungen des Innenministers nicht dauerhaft beschädigt wurden, führte die versuchte Sabotage zu einer unmittelbaren Reaktion der Sicherheitssysteme im Kraftwerk.
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Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach im Zusammenhang mit den Funden von einem Anschlagsversuch auf die kritische Infrastruktur des Landes.
Die Behörden verwiesen darauf, dass es bereits in der Vergangenheit, konkret im Januar und März 2024, zu ähnlichen Sabotageakten in der Region gekommen sei. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, die Hintergründe der Tat sowie die Urheber der speziell angefertigten Flugkörper zu identifizieren.
Sicherheitsbehörden und Netzbetreiber prüfen derzeit, ob zusätzliche Schutzmaßnahmen an exponierten Stellen des Stromnetzes erforderlich sind, um ähnliche Angriffe mit unkonventionellen Mitteln künftig zu verhindern.
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