Infrastruktur-Sicherheit, Deutschland

Infrastruktur-Sicherheit: Deutschland rüstet Stromnetz und U-Bahn mit KI-Kameras auf

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 06:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Energieversorger und Verkehrsbetriebe setzen auf intelligente Überwachung gegen Sabotage und Drohnen.

Deutschland rüstet kritische Infrastruktur mit KI-Kameras auf
Eine hochmoderne Überwachungskamera mit blauem Licht überwacht kritische Infrastruktur wie Stromleitungen oder Bahngleise bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Energieversorger, Verkehrsbetriebe und Sicherheitsbehörden investieren massiv in moderne Überwachungstechnologien – gegen Sabotage, Unfälle und Drohnen.

Stromnetz: Kameras gegen Brandanschläge

Das Bayernwerk installiert seit Juli 2026 mobile Videokameras an Strommasten im Raum Neuburg. Auslöser war ein Brandanschlag auf zwei Hochspannungsmasten bei Garching Ende Mai. Die Zentralstelle für Extremismus und Terrorismus ermittelt wegen Sabotageverdachts. Die Überwachung läuft in Abstimmung mit den Ordnungsämtern und unter Datenschutzauflagen.

Parallel investiert Siemens rund 300 Millionen Euro in seine Schaltanlagenwerke in Frankfurt-Fechenheim und Offenbach. Der Baustart für die Erweiterungen ist für Juli 2026 angesetzt. Bis 2030 sollen rund 700 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Produktion wird auf Anlagen ohne das klimaschädliche Isoliergas SF6 umgestellt – die EU-F-Gas-Verordnung verbietet ab 2026 den Einsatz neuer SF6-Anlagen bis 24 kV.

Auch die Bundesnetzagentur verschärft die Regeln. Mitte Juli veröffentlichte sie eine neue Methodenfestlegung: Stromverteilnetzbetreiber werden künftig anhand eines Digitalisierungsindex und der Umsetzungsquote bei Netzanschlüssen bewertet.

BVG: 80 Detektionskameras an 16 Bahnhöfen

Die Berliner Verkehrsbetriebe treiben die automatisierte Überwachung voran. Bis Ende 2026 sollen an 23 Bahnhöfen spezielle Detektionskameras installiert sein. Stand Juni waren bereits 80 Kameras an 16 Bahnhöfen aktiv. Der U-Bahnhof Schloßstraße ist ein Schwerpunkt: Nach einer Brandstiftung im November 2025 überwachen dort jetzt 24 Kameras den Gleisbereich. Zwischen Mitte April und Ende Juni löste die Technik 44-mal Alarm wegen Personen im Gleis aus.

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Auch Schwimmbäder setzen auf KI. In der Sportschwimmhalle Jena-Lobeda läuft seit etwa zehn Monaten das System „Lynxight“. Zwölf Kameras überwachen das Becken, bei Stillstand unter Wasser alarmieren sie das Personal per Smartwatch. Nach erfolgreicher Erprobung ist die Ausweitung auf Freibäder geplant.

Drohnenabwehr und Cybersicherheit

Der Schutz des Luftraums gewinnt an Bedeutung. Das Unternehmen Sentrycs, eine Tochter von Ondas, erhielt im Juli den Auftrag einer deutschen Landespolizei zur Lieferung von Drohnenabwehrsystemen. Die Lösungen identifizieren und neutralisieren unbefugte Drohnen – ohne Störsender. Die Notwendigkeit zeigt die Statistik des Bundeskriminalamts: 2025 wurden über 1.000 verdächtige Drohnenflüge registriert.

Im Bereich der industriellen IT-Sicherheit haben SoterICS und TXOne Networks im Juli eine Partnerschaft geschlossen. Ziel ist die Integration spezialisierter Sicherheitslösungen in industrielle Steuerungssysteme – zur Einhaltung der NIS2-Richtlinie in Deutschland und den Benelux-Staaten.

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Softwareanbieter wie die BOC Group treiben die Entwicklung weiter. Die im Juli veröffentlichte Version ADONIS 19.0 LTS integriert KI-Funktionen zur Prozessgenerierung und Variantenanalyse. Das Start-up Leapter stellte ebenfalls im Juli eine Plattform vor – mit zwei Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung soll sie KI-basierte Geschäftslogik transparenter machen.

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