Innenstädte, Einzelhandel

Innenstädte werden wieder attraktiver: Mehr als 80 Prozent wollen häufiger oder genauso oft kommen

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 09:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Eine bundesweite Umfrage zeigt eine deutlich bessere Stimmung gegenüber deutschen Innenstädten. Mehr als 80 Prozent der Befragten wollen ihre Stadtzentren künftig mindestens genauso häufig oder häufiger besuchen – vor allem zum Einkaufen.

Innenstädte werden einer Umfrage zufolge wieder attraktiver. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa
Innenstädte werden einer Umfrage zufolge wieder attraktiver. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa

Deutsche Innenstädte gewinnen einer Umfrage zufolge wieder an Anziehungskraft für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Mehr Menschen wollen in die Stadtzentren

Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, künftig genauso oft oder sogar häufiger als bisher ihr Stadtzentrum besuchen zu wollen. Der Anteil stieg im Vergleich zu einer Befragung aus dem Jahr 2024 um rund 20 Prozentpunkte.

Das Ergebnis stammt aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens Cima im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE). Befragt wurden im Mai und Juni bundesweit rund 5.000 Menschen.

Shopping bleibt wichtigster Anlass

Der Anteil derjenigen, die künftig seltener oder gar nicht mehr in die Innenstadt gehen wollen, sank der Erhebung zufolge von rund 35 Prozent im Jahr 2024 auf knapp 17 Prozent. Studienautor Roland Wölfel erklärte, alles spreche dafür, dass Initiativen, Investitionen und Entwicklungsprogramme der vergangenen Jahre zunehmend positive Wirkung entfalteten.

Hauptgrund für den Innenstadtbesuch bleibt der Einkauf. Ebenfalls häufig genannt wurden Besuche in Restaurants und Cafés. Fitness und Sport sowie das Kulturangebot rangieren weiter unten in der Liste.

Forderung nach neuen Konzepten

Der HDE sieht dennoch weiteren Handlungsbedarf. Zunehmende Leerstände und Vandalismus verstärkten das Unsicherheitsgefühl der Menschen, teilte der Verband mit.

Gefordert werden unter anderem Ansiedlungsmanager und gezielte politische Anreize, damit leerstehende Geschäfte schneller mit neuen Konzepten wiederbelebt werden können. Die Befragten wünschten sich zudem ein differenzierteres Angebot, darunter mehr Jugend- und Kinderangebote sowie eine bessere ärztliche und gesundheitliche Versorgung.

Erholung mit offenem Ausgang

Die Umfrage deutet auf eine verbesserte Stimmung gegenüber deutschen Innenstädten hin. Der Anstieg bei denjenigen, die ihre Stadtzentren künftig mindestens genauso häufig besuchen wollen, fällt deutlich aus. Zugleich bleibt offen, ob sich diese Absicht dauerhaft in mehr Besuche und höhere Umsätze übersetzt.

Shopping bleibt der wichtigste Anlass. Damit hängt die Belebung weiterhin stark davon ab, ob Innenstädte ein überzeugendes Angebot an Geschäften bieten. Gastronomie, Kultur, Sport, Gesundheitsversorgung sowie Angebote für Kinder und Jugendliche können zusätzliche Besuchsanlässe schaffen und die Zentren unabhängiger vom klassischen Einzelhandel machen.

Leerstände bleiben zentrale Aufgabe

Die genannten Probleme zeigen, dass die positive Entwicklung nicht alle Herausforderungen beseitigt. Leerstände, Vandalismus und ein subjektiv wachsendes Unsicherheitsgefühl können die Attraktivität dämpfen. Städte benötigen deshalb neben Investitionen auch tragfähige Konzepte für Erdgeschosse, öffentliche Räume und eine verlässliche Erreichbarkeit.

Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung, dass Innenstädte zunehmend als multifunktionale Orte gedacht werden: zum Einkaufen, Essen, für Dienstleistungen und soziale Aktivitäten. Entscheidend wird sein, ob Kommunen und private Eigentümer die gewünschten vielfältigeren Angebote tatsächlich umsetzen und die Erholung dadurch stabilisieren.

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