Integrationsbeirat Regensburg: 29.000 Menschen stimmen per Briefwahl ab
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 05:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn Regensburg hat das Abstimmungsverfahren zur Wahl der Gruppe der Ausländer im Integrationsbeirat begonnen. Die Stimmabgabe für das kommunale Gremium erfolgt im Rahmen einer reinen Briefwahl. Das Gremium übernimmt eine wichtige Vermittlungs- und Beratungsfunktion in der Stadtgesellschaft und repräsentiert etwa 40 % der Bevölkerung.
Drei Wahllisten und 44 Kandidierende treten an
Für die Neubesetzung stehen drei unterschiedliche Wahlvorschläge zur Auswahl, auf denen sich insgesamt 44 Personen um ein Mandat bewerben. Zu den antretenden Wahlvorschlägen gehört die Liste „Brücke – Vielfalt Verbindet Menschen“, die 17 Personen mit zehn unterschiedlichen Nationalitäten umfasst.
Ebenfalls zur Wahl steht die Gruppierung „Mosaik“, auf der 13 Kandidierende aus sieben Nationalitäten antreten. Als dritter Wahlvorschlag beteiligt sich die Liste „International für Regensburg“ mit 14 Personen aus acht Herkunftsländern, auf der unter anderem auf Listenplatz 7 eine Kandidatin mit der Listennummer 307 antritt.
Insgesamt sind rund 29.000 Menschen in Regensburg zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahlunterlagen werden den Berechtigten automatisch auf dem Postweg zugestellt.
Wahlrecht und Sitzverteilung im Gremium
Wahlberechtigt sind ausländische Staatsangehörige, die mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens zwei Monaten ihren Hauptwohnsitz im Stadtgebiet von Regensburg haben. Bei der Wahl werden elf stimmberechtigte Sitze vergeben. Jede wahlberechtigte Person kann bis zu elf Stimmen auf die Kandidierenden verteilen. Die Amtszeit des Beirats ist in der Regel auf sechs Jahre angelegt.
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Ähnliche Wahlen in weiteren Kommunen
Das Instrument der Beiräte für zugewanderte Bevölkerungsgruppen wird zeitgleich auch in anderen deutschen Städten angewendet, um die kommunale Teilhabe ohne reguläres kommunales Wahlrecht zu sichern.
In München steht am 22.11.2026 die Neuwahl des Migrationsbeirats an. Dort sind rund 420.000 Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, über 40 ehrenamtliche Mandate zu entscheiden, die knapp 800.000 Menschen mit Migrationsgeschichte vertreten. Insgesamt 28 Listen stehen in der bayerischen Landeshauptstadt zur Auswahl.
Deutsche Staatsangehörige mit zusätzlichem ausländischen Pass oder Personen, die seit weniger als zwölf Jahren eingebürgert sind, können bis zum 6.11. einen Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis stellen. Für die Stimmabgabe, bei der bis zu 40 Stimmen verteilt werden können, läuft die Online-Beantragung der Briefwahl bis zum 16.11. um 11 Uhr.
Drei Wahllisten, 44 Kandidierende, bis zu elf Stimmen — ohne Überblick bleibt der Briefwahlzettel schnell unausgefüllt liegen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen die drei Wahlvorschläge im Vergleich und wie Sie Ihre Stimmen gezielt vergeben. Listen-Vergleich jetzt herunterladen
Eine persönliche Abholung der Unterlagen ist bis zum 20.11. um 12 Uhr möglich, während die Wahlbriefe bis zum 22.11. um 18 Uhr eingehen müssen. Für Auskünfte steht das Wahlamt unter der Rufnummer 233-96233 zur Verfügung.
Auch in Rheinland-Pfalz finden entsprechende Wahlen statt. In Neuwied öffnete das Briefwahlbüro bereits im Oktober für die Wahl des Beirates für Migration und Integration, bei der der eigentliche Wahltermin auf den 10. November fällt. Zeitgleich wird dort auch über die Vertretung für den gesamten Landkreis Neuwied entschieden, wobei die Briefwahl im Verwaltungsgebäude der Stadtverwaltung eingerichtet wurde.
