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Interview zum Thema Klimaschutz / China Energy Recovery

Veröffentlicht: 03.03.2009 um 11:20 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

China Energy Recovery (CER) ist ein Umwelttechnologie-Unternehmen, das Industrieanlagen mit einer besseren Energieeffizienz ausstatten kann. Es entwickelt, produziert und installiert Wärmerückgewinnungsanlagen für die Schwerindustrie wie beispielsweise die Chemie-, Raffinerie-, Zement- oder auch Stahlindustrie. Die CER-Technologie fängt industrielle Abwärme ein, um daraus preiswerten Strom zu erzeugen. Dies ermöglicht industriellen Herstellern ihre Energiekosten und den Abgasausstoß zu reduzieren sowie verkäufliche CO2-Emissionrechte zu generieren. Richard Liu, Finanzvorstand von China Energy Recovery (ISIN: US16943V2060), stand uns in einem kurzfristig anberaumten Telefoninterview Rede und Antwort. EMFIS: Wie ist das neue Geschäftsjahr bei China Energy Recovery angelaufen? Richard: Unser starkes Wachstum scheint sich trotz der schwächelnden Weltwirtschaft weiter fortzusetzen. Der Auftragsbestand für das laufende Geschäftsjahr liegt bei rund 28 Mio. USD. Wärmeenergierückgewinnung ist für China von entscheidender Bedeutung, um bestimmte Ziele erreichen zu können. Dazu zählt die Verbesserung der Energieeffizienz um 20 Prozent bis zum Jahr 2010. Im Rahmen eines Fünfjahresplanes will die Regierung bei zehn Projekten mithilfe der Nutzung von Abwärme rund 560 Mio. Tonnen Kohle jährlich einsparen. Zudem hat sich die chinesische Regierung den Kampf gegen die Umweltverschmutzung auf die Fahne geschrieben und auch umfangreiche Maßnahmen in die Wege geleitet, um das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln. Dies alles spielt China Energy Recovery perfekt in die Karten. Kürzlich haben wir einen 8,9 Mio. USD schweren Auftrag von Jiangsu Sopo Chemical, Chinas größtem Produzenten von Essigsäure, erhalten. Es wird geschätzt, dass das System - nach Fertigstellung Anfang 2010 - der Sopo Group helfen wird, annähernd 17.000 Tonnen Kohle (Kohleäquivalent) zu sparen, die ansonsten erforderlich wären, um dieselbe Menge an heißem Dampf zu erzeugen. Damit verhindert das neue System auch die Freisetzung von rund 45.000 Tonnen CO2-Emissionen jedes Jahr. Darüber hinaus werden jährlich rund 200.000 Tonnen Kühlwasser eingespart. EMFIS: Was können wir umsatz- und ergebnisseitig von China Energy Recovery erwarten? Richard: Die Analysten von Beacon Equity gehen davon aus, dass wir unseren Umsatz von 2008 auf 2009 fast verdoppeln werden. Das Ergebnis je Aktie prognostizieren sie für 2009 mit rund 0,11 USD. Mit Blick auf unseren sehr hohen Auftragsbestand halte ich dies für erreichbar. EMFIS: Welche Branchen halten Sie für China Energy Recovery am aussichtsreichsten? Richard: Wir konzentrieren uns auf Branchen, die bei ihren Arbeitsprozessen viel Energie verlieren und denen wir auch einen schnellen Return on Investment bieten können. Dazu zählt die chemische Industrie, unser derzeit größter Markt. Darüber hinaus helfen wir Papierherstellern bei der Eliminierung von hochgiftigen Abwässern. Wir zielen auch auf den hochineffizienten Wachstumsmarkt der Raffinerien, die Unmengen an Energie benötigen. Zukünftig werden wir auch verstärkt die Zement- und Stahlbranche angehen. In China gibt es mehr als 7.000(!) Zementfabriken, die jährlich über 50 Mio. Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgeben. Ein riesiges Marktpotenzial für uns. In 2008 haben wir einen durchschnittlichen Umsatz von circa 255.000 USD pro Auftrag verbuchen können. So bekommen Sie eine gute Vorstellung, wie groß allein dieser Markt für uns ist. EMFIS: Sehen Sie auch außerhalb von China Marktpotenzial? Richard: Auf jeden Fall, aber wir konzentrieren uns erst einmal auf unseren Heimatmarkt. Wir haben unsere Systeme bisher in 20 der 31 Provinzen Chinas geliefert. Des Weiteren haben wir Installationen in zahlreichen, internationalen Ländern, wie beispielsweise Ägypten, Türkei, Pakistan, Südkorea, Vietnam, Malaysia und Papua-Neuguinea. Die Steigerung der Energieeffizienz wird aber weltweit eine immer stärkere Rolle spielen. Untersuchungen der US-amerikanischen Energiebehörde haben ergeben, dass durch die Nutzung von verschwendeter Energie seitens der US-Produzenten rund 20 Prozent des derzeitigen Gesamtenergiebedarfs in den USA abgedeckt werden könnten. Die Länder der Europäischen Union, insbesondere Deutschland und Italien, nutzen bereits die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung. Wir planen die internationalen Märkte mittelfristig mithilfe von regionalen Partnern zu erschließen. EMFIS: Wohin geht der Weg von China Energy Recovery? Richard: In diesem Jahr möchten wir das Börsensegment in den USA wechseln. Dabei kommen entweder die AMEX oder die NASDAQ in Frage. Dies sollte vielen institutionellen Investoren ein Investment in die Klimaschutzaktie China Energy Recovery erst ermöglichen und somit für noch stärkeres Interesse sorgen, was sich wiederum positiv auf den Aktienkurs auswirken sollte. Operativ wollen wir binnen der nächsten 2-3 Jahre die 100 Mio. USD Umsatzschwelle knacken. EMFIS: Vielen Dank für das Gespräch. Eine ausführliche Analyse finden Sie auf www.emfis.com EMFIS berichtet über China Energy Recovery im DAF (www.anleger-fernsehen.de)

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de | wirtschaft | 20082558 |