Ischiasschmerzen: 2,3-mal höhere Besserung durch Krafttraining
28.05.2026 - 14:40:38 | boerse-global.deJetzt liefern mehrere Studien neue Ansätze – von einer biologischen Injektion bis zu gezieltem Krafttraining.
Biologischer Wirkstoff in klinischer Prüfung
Das Unternehmen Consano Bio hat die Phase-1-Studie für den Wirkstoff C-1101 gestartet. Das Mittel soll gegen chronische lumbosakrale Radikulopathie helfen – besser bekannt als Ischias.
An der multizentrischen, randomisierten Studie nehmen 24 Probanden teil. Unter der Leitung von Dr. Paul Verrills in Australien prüfen die Forscher die Sicherheit und Verträglichkeit einer epiduralen Injektion. Dokumentiert werden außerdem die Auswirkungen auf Schmerzintensität, körperliche Funktion und Schlafqualität.
Bislang gibt es keine von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassenen biologischen Behandlungen für dieses Krankheitsbild, erklärt CEO Andrew Hall. Die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm: In den USA verursachen Ischiasschmerzen jährliche Kosten von schätzungsweise 135 Milliarden US-Dollar.
Ab dem 50. Lebensjahr verliert der Körper kontinuierlich an Muskelmasse, was die Entstehung von chronischen Rückenschmerzen oft erst begünstigt. Wie Sie mit nur sechs einfachen Übungen von zuhause aus effektiv gegensteuern können, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. Minimaler Aufwand, maximale Wirkung – jetzt den kostenlosen PDF-Ratgeber sichern
Zehn Minuten Training am Tag
Doch nicht nur die Pharmaforschung macht Fortschritte. Eine Studie der Tokyo University of Agriculture and Technology zeigt: Schon ein täglichen, zehnminütiges Workout im Liegen kann helfen.
An der zweiwöchigen Untersuchung nahmen 39 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren teil. Vier spezifische Übungen – darunter die Brücke und kontrollierte Beinbewegungen – verbesserten Gleichgewicht und Bewegungssteuerung. Die Forscher führen das auf neuromuskuläre Anpassungen zurück, nicht auf klassischen Muskelaufbau.
Krafttraining schlägt Dehnen
Eine sechsmonatige Studie der australischen La-Trobe-Universität liefert weitere Belege. Mit 154 Teilnehmern zeigte die PhysioFIRST-Studie: Wer gezielt Krafttraining machte, hatte eine 2,3-mal höhere Wahrscheinlichkeit für Schmerzverbesserungen als eine Vergleichsgruppe, die nur Dehnübungen ausführte.
Prof. Joanne Kemp betont, dass solche Übungen das Risiko für spätere Folgeschäden wie Arthrose senken könnten.
Rückenschmerzen und Verspannungen lassen sich oft schon mit minimalem Zeitaufwand lindern, wenn man die richtigen Impulse setzt. Prof. Dr. Wessinghage hat 17 Übungen zusammengestellt, die in nur 3 Minuten täglich Ihre Muskeln stärken und Beschwerden vorbeugen. 17 Übungen, 3 Minuten täglich – so bauen Sie Muskeln auf und beugen Beschwerden vor
Schmerzen umprogrammieren
Neben dem physischen Training rückt die psychologische Komponente in den Fokus. Dr. Howard Schubiner von der Michigan State University vertritt die These: Viele chronische Rücken- und Nackenschmerzen sind neuroplastisch bedingt und potenziell reversibel.
Die sogenannte Pain Reprocessing Therapy setzt darauf, Schmerzsignale durch das Gehirn neu bewerten zu lassen. Weltweit sind schätzungsweise 1,5 Milliarden Menschen von chronischen Schmerzen betroffen.
Functional Training für den Alltag
Fachleute empfehlen zunehmend Functional Training. Der Ansatz konzentriert sich auf ganze Muskelketten statt isolierte Muskelpartien. Ziel: Alltägliche Bewegungsabläufe wie Heben, Tragen oder Stabilisieren optimieren.
Ein typisches Workout umfasst Grundbewegungsmuster wie Kniebeugen, Kreuzheben und Liegestütze. Das soll die Bewegungsqualität erhöhen und Verletzungen vorbeugen – besonders im meist sitzenden Berufsalltag.
Aufklärung statt Mythen
Um falsche Vorstellungen über Rückenschmerzen zu bekämpfen, setzen Gesundheitsorganisationen verstärkt auf Evidenz. Der irische Gesundheitsdienst HSE bietet im Frühjahr und Sommer 2026 Informationsveranstaltungen in Cork an. Physiotherapeuten wie Liz O'Sullivan und Aoife Collins informieren über aktuelle Behandlungsleitfäden.
Auch in Deutschland bieten Volkshochschulen und lokale Sportvereine Programme zu Entspannungstechniken und Pilates an. Die präventive Gesundheitsvorsorge soll so in der Breite verankert werden.
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