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ISO/ PAS 8800: TÜV Rheinland zertifiziert erste KI-Sicherheit für Fahrzeuge

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Dongfeng erhält als erste Einrichtung die ISO/PAS-8800-Zertifizierung für KI-Sicherheit und verbindet sie mit etablierten Fahrzeugstandards.

TÜV Rheinland zertifiziert Dongfengs KI-Entwicklungsprozesse
Ein modernes, minimalistisches Forschungs- und Entwicklungslabor für Automobiltechnologie mit industriellen Testanlagen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

**In einem bedeutenden Schritt für die Absicherung autonomer und KI-gestützter Fahrfunktionen hat der TÜV Rheinland am 28. August 2026 eine internationale Premiere vollzogen.

Das Produktentwicklungs- und Forschungszentrum der Dongfeng Motor Corporation erhielt als weltweit erste Einrichtung eine Zertifizierung nach der neuen Norm ISO/PAS 8800 für seine Managementprozesse. Dieser Standard adressiert die spezifischen Herausforderungen, die der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Automobilindustrie an die funktionale Sicherheit stellt.**

Die Automobilbranche steht vor der Herausforderung, komplexe KI-Systeme so zu validieren, dass sie den strengen Sicherheitsanforderungen im Straßenverkehr genügen.

Mit der nun erfolgten Zertifizierung der Dongfeng Motor Corporation am 28. August 2026 wurde ein formeller Rahmen bestätigt, der über die bisherigen Standards hinausgeht. Der TÜV Rheinland prüfte dabei gezielt die Managementstrukturen und Entwicklungsprozesse innerhalb des Forschungszentrums des chinesischen Automobilherstellers.

Fokus auf Datensätze und Modelle im Entwicklungsprozess

Der Standard ISO/PAS 8800 fungiert als wesentliche Ergänzung zur etablierten Norm ISO 26262, welche die funktionale Sicherheit von elektrischen und elektronischen Systemen in Kraftfahrzeugen regelt. Während die ISO 26262 klassische deterministische Systeme abdeckt, widmet sich die ISO/PAS 8800 den probabilistischen Eigenschaften von Systemen, die auf künstlicher Intelligenz basieren.

Die Anforderungen der neuen Norm erstrecken sich über den gesamten Lebenszyklus einer KI-Anwendung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Qualität und Integrität der verwendeten Datensätze sowie die Architektur der zugrunde liegenden Modelle.

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Auch die Trainingsprozesse, in denen die Algorithmen ihr Verhalten erlernen, unterliegen strengen Prüfkriterien. Ziel ist es, ein reproduzierbares und sicheres Betriebsverhalten der KI-Systeme unter realen Verkehrsbedingungen zu gewährleisten.

Integration in die bestehende Sicherheitsarchitektur

Ein zentraler Aspekt der ISO/PAS 8800 ist ihre Kompatibilität mit bereits existierenden Sicherheitsstandards. Die Norm ist so konzipiert, dass sie nahtlos mit der ISO 26262 sowie der ISO 21448 kombiniert werden kann.

Letztere ist in der Branche als SOTIF-Standard (Safety of the Intended Functionality) bekannt und befasst sich mit Sicherheitsrisiken, die nicht durch Systemfehler, sondern durch funktionale Grenzen oder unvorhersehbare Umgebungsbedingungen entstehen.

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Durch die Verzahnung dieser drei Regelwerke entsteht ein umfassender Prüfrahmen für moderne Fahrzeugsysteme. Experten der Prüforganisation wiesen darauf hin, dass die Zertifizierung der Managementprozesse bei Dongfeng belege, dass die Anforderungen an Transparenz und Risikominimierung bei der Entwicklung von KI-Modellen prozessual verankert werden können.

Bedeutung für die globale Automobilindustrie

Die erstmalige Vergabe dieses Zertifikats markiert einen Wendepunkt in der Standardisierung von KI-Technologien im Fahrzeugbau. Bisher agierten Entwickler oft in einem rechtlichen und normativen Graubereich, da klassische Sicherheitsnachweise für lernende Systeme nur bedingt anwendbar waren. Mit der ISO/PAS 8800 liegt nun ein belastbares Dokument vor, das weltweit als Referenz für die Sicherheit von KI-Komponenten dienen kann.

Für die Dongfeng Motor Corporation bedeutet die Zertifizierung am 28. August 2026 eine Bestätigung ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf internationalem Niveau.

Branchenbeobachter werten diesen Schritt als Signal, dass die Einhaltung standardisierter KI-Entwicklungsprozesse künftig zu einer notwendigen Voraussetzung für den Marktzugang in hochregulierten Regionen werden dürfte. Der Fokus verschiebt sich dabei weg von der reinen Leistungsfähigkeit der Algorithmen hin zu einer nachweisbaren, prozessorientierten Sicherheit.

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