IT-Budgets 2026: 1,43 Billionen für KI, Sicherheit bleibt Mangelware
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Rechnung der digitalen Transformation wird für Unternehmen immer teurer. Zwar steigen die IT-Budgets 2026 nominal, doch die explodierenden Ausgaben für Künstliche Intelligenz fressen einen Großteil der Mittel wieder auf. Besonders kritisch: Investitionen in Cybersicherheit und die Modernisierung alter Systeme bleiben auf der Strecke.
Milliarden für KI-Infrastruktur
Die aktuelle Lünendonk-Studie zeigt ein klares Bild: 55 Prozent der befragten Unternehmen erhöhen ihre IT-Budgets, 16 Prozent sogar um mehr als ein Zehntel. Doch das Geld reicht nicht für alles. 92 Prozent priorisieren Cybersicherheit, 74 Prozent die IT-Modernisierung – gleichzeitig binden steigende Lizenz- und Token-Kosten zunehmend Kapital, das eigentlich für diese Aufgaben vorgesehen war.
Die Dimension wird bei den globalen Zahlen deutlich: Die weltweiten IT-Ausgaben sollen 2026 auf 6,37 Billionen US-Dollar wachsen – ein Plus von 14,2 Prozent. Allein für KI-Infrastruktur sind 1,43 Billionen US-Dollar eingeplant.
Token-Verbrauch als Kostentreiber
Besonders die Nutzung großer Sprachmodelle treibt die Ausgaben. In der Softwareentwicklung – wo 83 Prozent der Unternehmen das KI-Potenzial als hoch einschätzen – entstehen durch Assistenten wie GitHub Copilot monatliche Kosten von mehreren hundert bis tausend Dollar pro Entwickler.
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Microsoft hat darauf bereits reagiert und führte im Juli Token-Budgets für einzelne Divisionen ein. Auch OpenAI senkte Ende Juli die Preise für GPT-5.6 Luna, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch die Kostenspitzen bleiben unberechenbar: Ein dokumentierter Fall zeigt einen Dienstleister, dem binnen eines Monats 50.000 Euro durch KI-Schnittstellen entstanden. Nur etwa 35 Prozent der Unternehmen haben laut Marktstudien die nötige Transparenz, um diese Kosten zu steuern.
Fehlerhafter KI-Code als Sicherheitsrisiko
Die Governance hinkt der Technologie hinterher. Zwar haben 98 Prozent der Unternehmen eine KI-Strategie, aber nur 39 Prozent der Top-Management-Ebenen steuern die Umsetzung aktiv. Dabei ist die Abhängigkeit von KI-generiertem Code bereits enorm: Schätzungsweise 61 Prozent des Codes entstehen durch KI. 92 Prozent der Verantwortlichen vertrauen darauf – doch 81 Prozent der Unternehmen melden gleichzeitig mehr Produktionsfehler.
Die Qualitätssicherung wird zum Kostentreiber: Mehr als die Hälfte der Unternehmen verzeichnet steigende Ausgaben für Testverfahren und CI/CD-Pipelines. Sicherheitsexperten warnen zudem, dass klassische Schutzmechanismen wie Cloud Access Security Broker nicht gegen autonome KI-Agenten helfen. Weniger als die Hälfte der Unternehmen hat bislang klare Governance-Richtlinien für KI.
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Weiterbildung als zusätzlicher Kostenblock
Auch personell müssen Unternehmen nachlegen: Rund 70 Prozent investieren verstärkt in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Obwohl 84 Prozent der Angestellten sich gut auf die KI-Arbeit vorbereitet fühlen, bleibt die Systemintegration für 69 Prozent der CIOs ein teures Handlungsfeld.
Die Folge: Unternehmen müssen ihre Wirtschaftlichkeitsrechnungen für KI-Projekte deutlich strenger prüfen als noch im Vorjahr. Der Spagat zwischen Innovation, Sicherheit und Kostenkontrolle dürfte 2026 zur zentralen Bewährungsprobe für IT-Entscheider werden.
