Italien, Millionenstrafe

Italien verhÀngt Millionenstrafe gegen Armani-Unternehmen

01.08.2025 - 13:27:45 | dpa.de

Italiens Modebranche ist erneut in der Kritik: Unternehmen der Luxusmarke Armani warben mit Ethik – doch Ermittler fanden Ausbeutung in der Lieferkette.

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat Armani-Unternehmen zu einer Geldstrafe von 3,5 Millionen Euro verurteilt. (Symbolbild) - Foto: Gerald Matzka/dpa

Unternehmen des Luxuskonzerns Armani stehen wegen TĂ€uschung ĂŒber Produktionsstandards in der Kritik. Der Vorwurf: Die Firmen warben mit sozialen und ethischen Standards sowie verantwortungsvoller Produktion – trotz gravierender MissstĂ€nde in ihrer Lieferkette. Die italienische Wettbewerbsbehörde hat die Unternehmen Giorgio Armani S.p.A. und G.A. Operations S.p.A. deshalb zu einer Geldstrafe von 3,5 Millionen Euro verurteilt.

Diese sind fĂŒr die Herstellung von Taschen und Lederaccessoires der Marke Armani zustĂ€ndig. Große Teile der Produktion wurden an Subunternehmen in Italien ausgelagert. In mehreren WerkstĂ€tten sei es dabei zur Arbeitsausbeutung gekommen: Maschinen ohne Schutzvorrichtungen, prekĂ€re hygienische ZustĂ€nde, Schwarzarbeit und fehlende Sicherheitsstandards.

Vorwurf: TĂ€uschung von umweltbewussten Kunden

Trotzdem warben die Firmen öffentlich mit Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung – etwa auf der Plattform «Armani Values» oder im Ethikkodex des Konzerns. Die Wettbewerbsbehörde spricht von «unwahren Behauptungen» und wirft dem Unternehmen vor, diese gezielt als Marketinginstrument eingesetzt zu haben – vor allem, um sozial- und umweltbewusste Kundinnen und Kunden anzusprechen.

ZustÀnde bekannt

Nach Angaben der Behörde hatten die Unternehmen Kenntnis von der Situation der Lieferanten. In einem internen Bericht von 2024 heißt es demnach, das Arbeitsumfeld liege «im besten Fall an der Grenze des Akzeptablen», in anderen FĂ€llen wĂŒrden «jedoch erhebliche Zweifel an seiner Angemessenheit und Gesundheit» bestehen. Zudem soll ein Mitarbeiter erklĂ€rt haben, regelmĂ€ĂŸig in einer der betroffenen Einrichtungen gewesen zu sein, was auf mögliche Kenntnisse ĂŒber die Situation hindeutet.

Vorwurf: Luxusfirmen nutzen prekÀre Arbeitsbedingungen aus

Die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde fĂ€llt in eine grĂ¶ĂŸere Untersuchung der MailĂ€nder Staatsanwaltschaft, die Ableger von mehreren Luxusfirmen wie Dior, Valentino oder Loro Piana betreffen. Der Verdacht besteht, dass sie bewusst prekĂ€re Arbeitsbedingungen nutzen, um Produktionskosten zu senken, trotz des hochpreisigen Markennamens. Die Konzerne und Unternehmen wiesen die VorwĂŒrfe stets zurĂŒck und betonten, keine Kenntnis von der Lage der Zulieferer zu haben.

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