Italo verpflichtet Marc Giesen für Deutschland-Start 2028
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 15:13 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSItalos Aufbau für den deutschen Betrieb
- Marc Giesen übernimmt formal die Leitung der Italo-Tochtergesellschaft Atrium.
- Eva Kreienkamp soll bei der Tochtergesellschaft Mainsee die deutsche Zugflotte managen.
- Das geplante Netz umfasst 1.600 Kilometer, 19 Städte und 50 tägliche Verbindungen.
- Italo will Mitte 2028 mit 26 Siemens-Velaro-Zügen in Deutschland starten.
Italo baut Führung für Deutschlandgeschäft auf
Der italienische Zuganbieter Italo hat für seinen Deutschland-Start den früheren Bahn-Manager Marc Giesen verpflichtet. Giesen soll den operativen Aufbau, den Zugbetrieb, das Personal und den Kundenservice des Deutschlandgeschäfts organisieren.
Giesen übernimmt Leitung der Tochter Atrium
Das teilte Italo am Donnerstag mit. Giesen wird demnach formal Chef der Italo-Tochtergesellschaft Atrium.
Der Manager hatte ab Ende der 1990er-Jahre über zwei Jahrzehnte verschiedene hochrangige Positionen im Bahn-Konzern inne. Damit setzt Italo beim Aufbau seines deutschen Geschäfts auf einen Manager mit langjähriger Erfahrung im deutschen Eisenbahnmarkt.
Kreienkamp verantwortet deutsche Flotte
Auch Eva Kreienkamp wurde bei Italo befördert. Sie ist bereits seit dem vergangenen Jahr für das Unternehmen tätig und soll künftig als Geschäftsführerin der Tochtergesellschaft Mainsee die deutsche Zugflotte von Italo managen.
Start mit 50 täglichen Verbindungen geplant
Italo will Mitte 2028 in Deutschland starten und der Deutschen Bahn Konkurrenz machen. Vorgesehen ist ein 1.600 Kilometer langes Streckennetz mit 19 Städten und 50 täglichen Verbindungen.
Die Verbindungen sollen entlang zweier Hauptkorridore verlaufen: von München über Köln nach Dortmund sowie von München über Berlin nach Hamburg. Dafür hatte Italo bereits im Sommer Investitionen von insgesamt 3,6 Milliarden Euro angekündigt.
Siemens liefert 26 Hochgeschwindigkeitszüge
Im Zentrum der Planung steht ein Vertrag mit Siemens Mobility im Wert von rund 3 Milliarden Euro. Er sieht die Lieferung von 26 Hochgeschwindigkeitszügen des Typs Siemens Velaro vor.
,Italos geplanter Deutschland-Start fällt in einen Markt, in dem der Fernverkehr weiterhin stark von der Deutschen Bahn geprägt ist, private Anbieter aber zunehmend einzelne Korridore besetzen. Mit Flixtrain ist bereits ein Wettbewerber auf mehreren wichtigen innerdeutschen Verbindungen aktiv. Italos Konzept setzt dagegen auf ein zusammenhängendes Hochgeschwindigkeitsnetz mit 19 Städten und zwei Achsen, die München mit dem Westen sowie mit Berlin und Hamburg verbinden.
Die angekündigten 26 Siemens-Velaro-Züge bilden dafür die technische Grundlage. Das Investitionsvolumen von 3,6 Milliarden Euro signalisiert, dass Italo nicht lediglich einzelne bestehende Verbindungen übernehmen, sondern einen eigenständigen Betrieb mit eigener Flotte, Personalstruktur und Kundenbetreuung aufbauen will. Der Vertrag mit Siemens Mobility über rund 3 Milliarden Euro stellt dabei den größten Einzelposten der bisher bekannten Planung dar.
Personal als Schlüssel für den Markteintritt
Mit Marc Giesen übernimmt ein Manager mit langjähriger Erfahrung im Bahnkonzern die formale Leitung der Tochtergesellschaft Atrium und den operativen Aufbau. Eva Kreienkamp soll bei Mainsee die deutsche Flotte verantworten. Für den Start Mitte 2028 müssen unter anderem Zulassung, Werkstatt- und Abstellkonzepte, Fahrplanplanung, Personalgewinnung und grenzüberschreitende Betriebsabläufe koordiniert werden.
Für Reisende könnte der Markteintritt zusätzliche Auswahl auf den stark nachgefragten Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen bringen. Entscheidend werden neben Fahrzeiten und Preisen auch die tatsächliche Taktstabilität, die Einbindung in Bahnhöfe und die Verfügbarkeit der angekündigten Züge sein.
