US-Zwischenwahlen, Trumps

IW: US-Zwischenwahlen dĂŒrften Trumps Zollkurs kaum verĂ€ndern

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 14:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die anstehenden Zwischenwahlen in den USA dĂŒrften nach EinschĂ€tzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) kaum Erleichterung bei der Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump bringen.

"Deutsche Unternehmen sollten damit rechnen, dass die Richtung der Wirtschafts- und Zollpolitik mindestens bis Januar 2029 bestehen bleibt", schreibt das IW in einer Studie mit Blick auf das regulÀre Ende der Amtszeit von Trump.

Eine oppositionelle Mehrheit im US-Kongress nach den "Midterms" wĂ€re voraussichtlich zu knapp, um ein Veto des PrĂ€sidenten zu ĂŒberstimmen. "Die USA bleiben fĂŒr Deutschland und die EU ein wichtiger Handelspartner. Die Unsicherheit wird jedoch auch nach den Zwischenwahlen anhalten", sagt IW-Außenhandelsexpertin Samina Sultan.

Bilanz fĂŒr Trumps Kurs fĂ€llt mager aus

Die Bilanz von Trumps Zollpolitik nach fast zwei Jahren im Amt falle ernĂŒchternd aus, bilanziert das IW. "Seine zentralen wirtschaftspolitischen Versprechen bleiben unerfĂŒllt."

So sei es Trump nicht gelungen, das US-Warenhandelsdefizit dauerhaft zu verkleinern. Im August 2026 lag dieses laut IW bei 130 Milliarden Dollar - etwa 35 Milliarden mehr als im August 2024. Der EU-Anteil sank demnach von 20 auf sieben Prozent. Das liege aber vor allem daran, dass die USA mehr Waren, besonders Energie, in die EU exportierten. Das hohe Handelsdefizit der USA mit Deutschland sank etwas: Im August 2026 lag es bei 5,8 Milliarden Dollar - nach 6,6 Milliarden zwei Jahre zuvor.

Weniger Investitionen, höhere Schulden

Auch auslĂ€ndische Firmen investierten laut IW weniger in den USA. Die Direktinvestitionen dort beliefen sich 2025 auf 248 Milliarden Dollar, 8,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zwar wachse die US-Wirtschaft robust. Doch es entstĂŒnden weniger neue Jobs als unter der VorgĂ€ngerregierung, und die Investitionen konzentrierten sich stark auf KI.

Dazu kommen die durch den Iran-Krieg gestiegenen Lebenshaltungskosten und nach oben geschossenen US-Staatsschulden. Letztere ĂŒberschritten erstmals 40 Billionen US-Dollar - mehr als 120 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Republikaner in Umfragen unter Druck

Trump ĂŒberzieht seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 viele LĂ€nder mit Zöllen. Mit der EU einigte sich Washington auf ein Handelsabkommen, das fĂŒr die USA vorteilhaft ausfĂ€llt und auf die meisten Importe aus Europa eine Zollobergrenze von 15 Prozent festlegt.

Bei den US-Kongresswahlen am Dienstag (3. November) werden alle 435 Sitze im ReprÀsentantenhaus und 35 der 100 Senatsposten neu gewÀhlt. Umfragen zufolge könnten die Demokraten die Mehrheit im ReprÀsentantenhaus erobern, wÀhrend sich im Senat kein klares Bild abzeichnet.

Doch selbst wenn die Demokraten in einer oder gar in beiden Kammern kĂŒnftig die Mehrheit bilden sollten, mĂŒsste ein Veto von Trump von zwei Dritteln der stimmberechtigten Volksvertreter in beiden Kammern ĂŒberstimmt werden - das ist in der Praxis Ă€ußerst schwer zu erreichen.

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