Jackdaw-Gasfeld: Briten genehmigen Bohrungen in Nordsee
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 09:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJackdaw liefert noch im Winter Gas
- Die britische Regierung genehmigte Bohrarbeiten im Jackdaw-Gasfeld östlich von Aberdeen.
- Betreiber Adura erwartet am Förderhöhepunkt rund sechs Prozent der britischen Nordsee-Gasproduktion.
- Ăber das Ălfeld Rosebank soll getrennt und zu einem spĂ€teren Zeitpunkt entschieden werden.
Jackdaw-Gasfeld soll britische Haushalte versorgen
Die britische Regierung hat die umstrittenen Bohrarbeiten im Jackdaw-Gasfeld in der Nordsee genehmigt. Noch in diesem Winter soll das Gas Haushalte versorgen, teilte das Energieministerium mit.
Projekt liegt östlich von Aberdeen
Das Gasfeld befindet sich östlich vor dem schottischen Aberdeen. Ăber die Zukunft des Projekts, das die konservative VorgĂ€ngerregierung geplant hatte, war monatelang beraten worden.
Premierminister Andy Burnham erklÀrte, Jackdaw sichere Hunderte ArbeitsplÀtze und trage dazu bei, dass Millionen Haushalte im Winter warm bleiben. In der aktuellen Lage sei es richtig, vorhandene Energiereserven verantwortungsvoll zu nutzen.
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Förderung könnte sechs Prozent beitragen
Nach Angaben des Betreibers Adura könnte Jackdaw auf dem Höhepunkt der Förderung rund sechs Prozent der britischen Nordsee-Gasproduktion ausmachen.
Gerichte hoben frĂŒhere Genehmigungen auf
Jackdaw gehört neben dem Ălfeld Rosebank vor den Shetlandinseln zu zwei Projekten, die 2022 von der konservativen VorgĂ€ngerregierung genehmigt worden waren. Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs wurden die Genehmigungen nach Klagen von Umweltorganisationen durch schottische Gerichte aufgehoben.
Rosebank bleibt vorerst offen
Ăber die Zukunft von Rosebank soll getrennt entschieden werden. Energieministerin Miatta Fahnbulleh sagte der Nachrichtenagentur PA zufolge, die Entscheidung werde lĂ€nger dauern.
Burnham hatte nach seinem Amtsantritt im Sommer einen pragmatischen Ansatz fĂŒr die Energieprojekte in der Nordsee angekĂŒndigt. Er und Fahnbulleh betonen, die Genehmigung von Jackdaw stehe im Einklang mit den britischen Klimazielen.
UmweltschĂŒtzer kritisieren Förderung
Klimaaktivisten und UmweltschĂŒtzer wiesen die Entscheidung scharf zurĂŒck. Amanda Grimm von Stop Climate Chaos Scotland erklĂ€rte laut PA, die ErschlieĂung werde die hohen Stromrechnungen nicht senken und zusĂ€tzliche Klimarisiken schaffen.
Burnham bekrĂ€ftigte zugleich das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Ăl und Gas wĂŒrden aber auch auf dem Weg dorthin noch jahrzehntelang Teil der Energieversorgung bleiben.
Die Genehmigung von Jackdaw steht fĂŒr den energiepolitischen Spagat der britischen Regierung: Sie will den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben, zugleich aber kurzfristig die Versorgung mit Ăl und Gas absichern. Das Projekt war bereits unter der konservativen VorgĂ€ngerregierung genehmigt worden, geriet nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs und erfolgreichen Klagen von Umweltorganisationen jedoch erneut in ein rechtliches Verfahren.
FĂŒr die britische Versorgung bleibt Jackdaw dennoch begrenzt. Selbst bei voller Förderung soll das Feld rund sechs Prozent der britischen Nordsee-Gasproduktion beitragen. Es kann damit einen Teil der heimischen Förderung stĂŒtzen, ersetzt aber weder langfristig den Ausbau erneuerbarer Energien noch macht es GroĂbritannien unabhĂ€ngig von internationalen EnergiemĂ€rkten.
Klimakonflikt und offene Entscheidungen
Die politische Auseinandersetzung konzentriert sich deshalb auf die Frage, ob neue fossile Projekte kurzfristig Versorgungssicherheit schaffen oder langfristig Klimaziele erschweren. Die Regierung verweist auf ArbeitsplĂ€tze, verfĂŒgbare Energiereserven und den Winterbedarf. Umweltorganisationen bezweifeln dagegen, dass zusĂ€tzliche Förderung die Strom- und Gasrechnungen spĂŒrbar senkt.
Mit Rosebank bleibt ein zweites umstrittenes Nordseeprojekt offen. Die getrennte Entscheidung dĂŒrfte zeigen, ob die Regierung fĂŒr Ăl- und Gasvorhaben einheitliche Kriterien anlegt oder zwischen Gasversorgung und Ălförderung unterscheidet. FĂŒr Haushalte ist zunĂ€chst entscheidend, ob Jackdaw tatsĂ€chlich wie angekĂŒndigt noch im Winter zur Versorgung beitrĂ€gt.

