Jeder Hitzetag kostet 431 Millionen: DGB fordert Ausfallgeld
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 12:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de
DGB-Chefin Yasmin Fahimi forderte am heutigen Freitag die EinfĂŒhrung eines gesetzlichen Hitze-Ausfallgeldes. Die Regelung soll sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber schĂŒtzen, wenn die Arbeit wegen extremer Temperaturen unterbrochen werden muss. Fahimi verwies auf die Risiken von ProduktionsausfĂ€llen, ArbeitsunfĂ€llen und GesundheitsschĂ€den.
Jeder Hitzetag kostet 431 Millionen Euro
Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Nach DGB-Berechnungen kostet jeder Hitzetag die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro. Eine aktuelle Umfrage unter 4.000 BeschĂ€ftigten zeigt das AusmaĂ der Belastung: Mehr als ein Drittel fĂŒhlt sich durch Hitze am Arbeitsplatz stark belastet. Besonders betroffen sind Menschen, die im Freien arbeiten oder unter Zeitdruck stehen â hier steigt der Anteil auf bis zu 48 Prozent.
Als praktische MaĂnahmen schlĂ€gt der DGB mehr Verschattung, kostenlose GetrĂ€nke und eine Lockerung der Kleiderordnung vor. Die Kosten der Hitzewelle im Juni bezifferten Marktforscher von Prognos auf mindestens 6,3 Milliarden Euro. Allein 1,9 Milliarden entfielen auf das verarbeitende Gewerbe. 97 Prozent der SchĂ€den entstehen durch ProduktivitĂ€tsverluste.
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Tausende Hitzetote â politischer Streit um SchutzmaĂnahmen
Die gesundheitlichen Folgen sind dramatisch. Das Robert Koch-Institut schÀtzt die Zahl der Hitzetoten seit Jahresbeginn auf 6.830 Personen. Das Statistische Bundesamt geht sogar von rund 13.100 TodesfÀllen aus. Besonders extrem war die Lage Ende Juni: An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden jeweils over 2.000 zusÀtzliche SterbefÀlle verzeichnet. In Brandenburg wurde ein Temperaturhöchstwert von 41,7 Grad gemessen.
Parallel zur DGB-Forderung wird auf politischer Ebene gestritten. Im nordrhein-westfĂ€lischen Landtag debattierte die Opposition am Mittwoch ĂŒber Förderprogramme fĂŒr Klimaanlagen in Kitas, Schulen und Pflegeheimen. Das Gesundheitsministerium kĂŒndigte ein Konzept fĂŒr die Klimatisierung in der Langzeitpflege an. Allein in NRW wurden im Juni ĂŒber 1.200 Hitzetote registriert.
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100 Milliarden fĂŒr Hitzeschutz â Kommunen fordern mehr
Umweltminister Carsten Schneider verwies auf ein Sondervermögen fĂŒr Hitzeschutz in Höhe von 100 Milliarden Euro. Kommunale Vertreter kritisieren jedoch eine anhaltende Finanznot. Sie fordern die Einstufung des Hitzeschutzes als neue Gemeinschaftsaufgabe.
Die langfristigen Kosten bleiben enorm. Allianz Trade schĂ€tzt, dass sich die durch Hitze verursachten Kosten von 2026 bis 2030 auf insgesamt 115 Milliarden Euro summieren könnten. Vor diesem Hintergrund wird das geforderte Ausfallgeld als Instrument diskutiert, um Betriebe wirtschaftlich zu stabilisieren und gleichzeitig die Gesundheit der Arbeitnehmer zu schĂŒtzen.
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