Jugend Innovativ: 420 Einreichungen, 53.500 Euro Preisgeld
31.05.2026 - 17:09:14 | boerse-global.deMit neuen Kompetenzzentren, praxisnahen Wettbewerben und Millionen-Förderungen für Startups entsteht eine neue Gründungskultur – von der Schulbank bis zur Uni.
„aspire!“-Zentrum in Klagenfurt eröffnet
Die Universität Klagenfurt hat am 30. Mai ihr neues Zentrum für Unternehmertum, Innovation und soziale Kompetenz offiziell eröffnet. Das „aspire!“-Zentrum richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen und will eine Gründungskultur auf dem gesamten Campus etablieren. Das Angebot reicht von der ersten Idee bis zum fertigen Geschäftsmodell – wer das Programm durchläuft, erhält ein spezielles Entrepreneurship-Zertifikat.
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Um die Reichweite zu vergrößern, sind Kooperationen mit der Medizinischen Universität Graz und verschiedenen Industriepartnern in Kärnten geplant. Das Zentrum versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Millionen-Förderung für Dortmunder Spin-off
Parallel zur akademischen Ausbildung fließt kräftig Forschungsgeld in Uni-Ausgründungen. Das Startup Simplyfined aus Dortmund sicherte sich 1,7 Millionen Euro aus dem EXIST-Forschungstransfer-Programm. Das Team der TU Dortmund hat ein Verfahren entwickelt, das mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Pflanzenölen in Ölsäure umwandelt.
Mit dem Kapital soll eine kontinuierliche Pilotanlage gebaut werden – geplant ist eine Jahreskapazität von 250 Tonnen. Ein Beispiel dafür, wie Grundlagenforschung den Weg in die industrielle Praxis findet.
Schüler entwickeln Geschäftsmodelle
Auch an den Schulen wird das Thema Unternehmertum immer präsenter. Am Karolinen-Gymnasium in Rosenheim präsentierten Zehntklässler am 30. Mai ihre Geschäftsideen – erarbeitet im Wirtschaftsunterricht. Unterstützt wurden sie vom lokalen Netzwerk Stellwerk 18 und Mentor Cavin Kewitz, Gründer von Mugenio.
Die Bandbreite der Projekte ist beeindruckend: Anna Loidiller entwickelte eine Plattform für vegane Gastronomie, Michael Niedermaier ein Konzept für eine Frauenfußball-Liga. Weitere Ideen drehten sich um Navigations-Apps und Lösungen gegen soziale Isolation.
Einen Tag zuvor, am 29. Mai, nahmen Schüler der BBS Wirtschaft Trier an der Gründungssimulation „Margaritae Treverorum“ teil. Entwickelt wurde das Projekt von Gregor Demmer vom Startup-Verband Rheinland-Pfalz – mit Fokus auf kreatives Denken und unternehmerische Strategie.
Wiener Jugendwettbewerb mit 420 Einreichungen
In Wien ging am 29. Mai das 39. Bundesfinale von „Jugend Innovativ“ zu Ende. Aus 420 Einreichungen wurden sieben Siegerteams gekürt, die Preisgelder von insgesamt rund 53.500 Euro erhielten. Die Bandbreite reichte von Leitfäden für barrierefreies Design bis zu Verbundwerkstoffen aus Holz und Carbon.
Linzer Startup setzt auf „Physics AI“
Ein besonders spezialisiertes Feld besetzt das Linzer Startup Emmi AI. Das Ende 2024 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 30 Forscher und konzentriert sich auf „Physics AI“ – künstliche Intelligenz für physikalische Simulationen. Eine kürzlich geschlossene Partnerschaft mit dem französischen KI-Konzern Mistral zielt auf die Automobilindustrie: Crash-Tests und Strömungsdynamik sollen künftig per KI simuliert werden.
Simpleclub: Vom Social-Media-Star zum Bildungssystem
Ein bemerkenswerter Wandel vollzieht sich bei Simpleclub aus Mosbach. Was als populärer Social-Media-Auftritt begann, ist heute ein digitales Betriebssystem für die Berufsausbildung. Rund 750 Unternehmenskunden nutzen die Plattform – darunter die Deutsche Bahn und Bosch. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesundheit, IT und Industrie.
Nachhaltigkeit und urbane Konzepte
Zwei Trends dominieren die jüngsten Gründungen: Nachhaltigkeit und kluge Nutzung von Stadtraum. In München hat das Venture Yoga Nebenan ein Modell entwickelt, das leerstehende Immobilien – ehemalige Apotheken oder Villen – temporär in Yoga-Studios verwandelt.
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In Fulda wurde am 29. Mai ein sechs Meter hoher „Green Tower“-Prototyp eingeweiht. Der Turm bietet auf minimaler Grundfläche 20 Quadratmeter Bepflanzungsfläche – eine vertikale Antwort auf fehlende Grünflächen in dicht bebauten Gebieten.
Österreichisches Startup plant Deutschland-Expansion
Das österreichische Immobilien-Startup pinyya aus Leopoldsdorf kündigte den Marktstart für Ende 2026 an. Das „Aligned Ownership“-Modell erlaubt Kunden, einen Teil einer Immobilie zu kaufen und den Rest zu mieten. Nach dem Debüt in Österreich ist für 2027 die Expansion nach Deutschland geplant – ein Modell, das angesichts steigender Immobilienpreise auf großes Interesse stoßen dürfte.
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