Justizpakt, Bund

Justizpakt: Bund plant 240 Millionen Euro gegen Personalmangel

25.06.2026 - 19:37:44 | boerse-global.de

Deutsche AnwaltsverbĂ€nde kritisieren EU-Vorhaben als Gefahr fĂŒr Berufsstandards. Parallel dazu startet Ombudsfrau Ermittlungen gegen von der Leyen.

DAV und BRAK warnen EU-Kommission vor neuer Anwaltskonvention
Justizpakt - Eine Hand hĂ€lt einen dringenden Brief mit rotem Wachssiegel auf einem Schreibtisch, im Hintergrund unscharf EU-Dokumente und Flagge. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) und die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) haben einen Brandbrief an EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen geschickt. Die beiden Spitzenorganisationen der deutschen Anwaltschaft warnen darin vor einer geplanten Anwaltskonvention. Das Schreiben datiert auf den heutigen Donnerstag.

Streit um berufsrechtliche Standards

Die VerbĂ€nde kritisieren das Vorhaben als Gefahr fĂŒr die Wahrung berufsrechtlicher Standards. Genauere Details zu den inhaltlichen Kritikpunkten blieben zunĂ€chst offen. Die Initiative trifft auf ein bereits angespanntes VerhĂ€ltnis zwischen Anwaltschaft und EU-Exekutive – etwa durch regulatorische Fragen im Bereich der KĂŒnstlichen Intelligenz.

Parallel zum Brandbrief diskutierten Juristen auf dem Deutschen Anwaltstag in Freiburg ĂŒber die Kontrolle von KI-Ergebnissen und den Schutz von Mandatsinformationen. Beide Themen gelten als neuralgische Punkte im VerhĂ€ltnis zur BrĂŒsseler BĂŒrokratie.

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Ombudsfrau ermittelt gegen von der Leyen

Der Vorstoß der deutschen Juristen erreicht die KommissionsprĂ€sidentin in einer politisch heiklen Phase. Die EU-Ombudsfrau Teresa Anjinho leitete zeitgleich eine Untersuchung gegen von der Leyen ein. Hintergrund: Der Umgang mit Textnachrichten aus einer geheimen Chatgruppe namens „Washington Group“.

In dieser Gruppe soll sich von der Leyen mit Emmanuel Macron, Giorgia Meloni, Keir Starmer und Wolodymyr Selenskyj ausgetauscht haben. Ziel war offenbar die Abstimmung im Umgang mit der US-Politik unter Donald Trump. Die Kommission verweigerte die Einsicht in diese Korrespondenz – mit Verweis auf die Auswirkungen auf internationale Beziehungen. Die Ombudsfrau prĂŒft nun die RechtmĂ€ĂŸigkeit dieser Verweigerung.

Milliardenpakt fĂŒr die Justiz

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WĂ€hrend die AnwaltsverbĂ€nde auf europĂ€ischer Ebene intervenieren, tut sich in der nationalen Justizpolitik etwas. Der Deutsche Richterbund erwartet fĂŒr heute den Beschluss eines neuen Rechtsstaatspakts. Bund und LĂ€nder treffen sich dazu in einer gemeinsamen Runde.

Die Bundesregierung plant eine Anschubfinanzierung von 240 Millionen Euro. Das Geld soll den Personalmangel beheben und die Digitalisierung vorantreiben. Die BundeslÀnder fordern jedoch eine dauerhafte finanzielle Absicherung. Nach EinschÀtzung des Richterbundes fehlen rund 2.000 Juristen in den Staatsanwaltschaften und Strafgerichten.

Die MinisterprĂ€sidenten einigten sich zudem auf eine klare Forderung: Der Bund soll kĂŒnftig 80 Prozent der Kosten ĂŒbernehmen, die durch neue Bundes- oder EU-Regelungen entstehen – sofern eine Bagatellgrenze von 125 Millionen Euro ĂŒberschritten wird.

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