Kalifornien, KI-Regeln

Kalifornien schÀrft KI-Regeln: Notfall-Ausschalter bis 16. November

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 06:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gouverneur Newsom lĂ€sst bis zum 16. November Empfehlungen fĂŒr KI-Sicherheitsregeln, externe PrĂŒfer und Meldepflichten ausarbeiten.

Kalifornien plant strengere KI-Regeln mit Kill-Switch-PrĂŒfung
Ein minimalistisches, leeres High-Tech-Labor im Silicon Valley mit großen Glasfenstern und Blick auf eine dunkle HĂŒgellandschaft. Illustration mit AI erstellt.

Der Bundesstaat Kalifornien verschĂ€rft den regulatorischen Druck auf fĂŒhrende Entwickler kĂŒnstlicher Intelligenz. Gouverneur Gavin Newsom hat per Executive Order angeordnet, dass eine Expertengruppe binnen zwei Monaten einen Leitfaden fĂŒr KI-Sicherheitsgesetze ausarbeitet.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, ob fĂŒr sogenannte Frontier-Modelle ein Notfall-Ausschalter, ein sogenannter Kill Switch, sowie Vor-Ort-Auditoren in Entwicklungslaboren gesetzlich vorgeschrieben werden sollen.

Empfehlungen fĂŒr den Notfallmechanismus bis Mitte November

Die zustĂ€ndigen Behörden und das Expertengremium wurden angewiesen, bis zum 16.11.2026 konkrete Empfehlungen vorzulegen. Diese sollen klĂ€ren, wie externe SicherheitsprĂŒfer und eine unabhĂ€ngige Verifizierung in die SicherheitsplĂ€ne der Unternehmen eingebunden werden können.

Zudem geht es um verbindliche Meldepflichten bei Kontrollverlust-VorfĂ€llen. Die Wirksamkeit eines Kill Switch fĂŒr Frontier-Modelle mĂŒsste dem Vorhaben zufolge fortlaufend durch eine unabhĂ€ngige PrĂŒforganisation kontrolliert werden.

DarĂŒber hinaus schlĂ€gt die Regierungsinitiative vor, unabhĂ€ngige Beobachter direkt in den KI-Laboren zu platzieren und regelmĂ€ĂŸige Sicherheitsaudits vor Ort durchzufĂŒhren.

Die nun erlassene Anordnung beschleunigt zudem bereits bestehende Gesetzesinitiativen des Bundesstaates: Das Vorhaben SB 813 zur Zertifizierung unabhĂ€ngiger PrĂŒforganisationen sowie AB 1405, das ein Register fĂŒr KI-Auditoren vorsieht, erhalten durch den Erlass zusĂ€tzlichen Nachdruck.

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Um die regulatorischen Maßnahmen zĂŒgig umzusetzen, erwĂ€gt Gouverneur Newsom Medienberichten zufolge eine Sondersitzung des kalifornischen Parlaments. Als konkreter Auslöser fĂŒr das Eingreifen der Regierung gilt ein vorangegangener Angriff auf das Unternehmen Hugging Face.

Silicon-Valley-Konzerne im Fokus der Gesetzgebung

Von den geplanten Vorgaben wĂ€ren insbesondere die im Silicon Valley und im Großraum San Francisco ansĂ€ssigen BranchengrĂ¶ĂŸen betroffen, darunter OpenAI, Anthropic und Google. FĂŒr Anthropic fĂ€llt der regulatorische Vorstoß in eine sensible Phase: Der geplante Börsengang des Unternehmens wurde nach Berichten des Wall Street Journal auf November verschoben, nachdem zuvor ein DebĂŒt im Oktober erwartet worden war.

Die regulatorische Debatte in Kalifornien blickt auf eine Vorgeschichte zurĂŒck. Newsom hatte im Jahr 2024 die Gesetzesvorlage SB 1047 per Veto gestoppt. Die spĂ€tere Gesetzesinitiative SB 53 aus dem Jahr 2025 definierte katastrophale Risiken genauer, darunter VorfĂ€lle mit mehr als 50 Todesopfern, den Einsatz von Chemie- oder Biowaffen sowie SchĂ€den von mehr als 1 Mrd. US-Dollar.

Newsoms Amtszeit als Gouverneur endet Anfang Januar 2027; er wird in politischen Kreisen als möglicher PrĂ€sidentschaftskandidat der Demokraten fĂŒr das Wahljahr 2028 gehandelt.

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Politischer Gegenwind und wissenschaftliche Skepsis

Auf Bundesebene stĂ¶ĂŸt das kalifornische vorgehen auf Widerstand. US-PrĂ€sident Donald Trump lehnt eine strikte Regulierung der Technologie ab und verweist auf die Notwendigkeit, den technologischen Vorsprung der USA gegenĂŒber China zu sichern. Auch auf parlamentarischer Ebene in Washington fand die Idee einer verpflichtenden Notabschaltung zuletzt keine Mehrheit: Ein entsprechender Vorstoß im US-Kongress scheiterte kĂŒrzlich.

ZusĂ€tzlich Ă€ußern renommierte Wissenschaftler Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit rein technischer Abschaltmechanismen. Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete KI-Forscher Geoffrey Hinton stellte die Wirksamkeit eines Kill Switch bei hochkomplexen Systemen infrage. Ob die kalifornischen Empfehlungen bis zum 16.11.2026 tragfĂ€hige technische Lösungen fĂŒr diese Bedenken aufzeigen können, bleibt Gegenstand der anstehenden Beratungen.

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