Kanzleramt stoppt vorerst Klingbeils Zuckersteuer
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 12:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen, zuvor hatte die "Bild" berichtet.
Klingbeil hatte seine PlĂ€ne erst am Mittwoch zur Abstimmung unter den Ministerien geschickt. In Regierungskreisen heiĂt es nun, sein Entwurf weiche vom Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit ab "und ist in dieser Form in der Regierung nicht mehrheitsfĂ€hig". Aus dem Finanzministerium gab es zunĂ€chst keinen Kommentar.
Geplante Einnahmen: Rund eine Milliarde Euro
Mit der Zuckersteuer will Klingbeil nicht nur Einnahmen fĂŒr den Bundeshaushalt generieren, sondern auch GetrĂ€nkeherstellern einen Anreiz geben, den Zuckergehalt zu senken und ihre Produkte gesĂŒnder zu machen. Laut Entwurf soll sie fĂŒr alle GetrĂ€nke ab einem Zuckergehalt von fĂŒnf Gramm pro 100 Milliliter gelten.
Anders als zwischendurch erwogen, soll auf Zero-GetrĂ€nke, die mit Ersatzstoffen gesĂŒĂt sind, keine Zuckersteuer anfallen. Auch reine Frucht- und GemĂŒsesĂ€fte, alkoholfreies Bier und alkoholfreier Wein sind ausgenommen. Die Höhe der Steuer soll vom Zuckergehalt abhĂ€ngen und zwischen 26 und 38 Cent pro Liter betragen.
Laut Entwurf soll die Steuer ab dem 1. Juli 2027 gelten. Das Finanzministerium erwartet jÀhrliche Einnahmen von rund einer Milliarde Euro. Konkret: 945 Millionen Euro im kommenden Jahr, im zweiten Jahr dann 1,155 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2031 sollen die Einnahmen auf 1,18 Milliarden steigen.
Unionspolitiker dagegen
Vor allem in der Unionsfraktion gibt es allerdings Widerstand. Auch mehrere BundeslĂ€nder lehnen die Zuckersteuer ab. Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) bezeichnete sie als "Belastung fĂŒr mittelstĂ€ndische GetrĂ€nkehersteller". Auch aus der Wirtschaft gab es sofort kritische Stimmen.
