Kapitalrente ab 2028: Bis zu 392.800 Euro fĂŒr BerufsanfĂ€nger
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 19:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ab 2028 sollen Arbeitnehmer eine staatlich organisierte Kapitalrente aufbauen. Parallel steigen die BeitrÀge zur gesetzlichen Rentenversicherung.
So viel bringt die neue Kapitalrente
Das System sieht einen Beitrag von zwei Prozent des Bruttogehalts vor â je zur HĂ€lfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert. Die Renditeerwartung liegt zwischen fĂŒnf und neun Prozent.
Die Unterschiede zwischen den Generationen sind enorm. Ein BerufsanfĂ€nger kann bis zu 392.800 Euro Kapital ansparen. Bei 40-JĂ€hrigen sind es maximal 172.700 Euro. FĂŒr 50-JĂ€hrige bleiben 64.500 Euro ĂŒbrig. Wer heute 60 ist, bekommt gerade einmal 14.000 Euro zusammen. Ein 30-jĂ€hriger Sparer könnte spĂ€ter mit monatlich rund 1.000 Euro Extra-Rente rechnen.
Kenfo-Fonds bewirbt sich um Verwaltung
FĂŒr die Organisation der Millionen Konten bringt sich der Staatsfonds Kenfo ins Spiel. UrsprĂŒnglich fĂŒr die Finanzierung des Atomausstiegs gegrĂŒndet, verwaltet er bereits 25,6 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Rendite seit 2017: 6,1 Prozent. Trotz geopolitischer Krisen wie dem Irankrieg erzielte der Fonds im ersten Halbjahr 2026 sogar 7,9 Prozent.
Vorstandschefin Anja Mikus bietet an, die Konten von bis zu 35 Millionen Arbeitnehmern zu fĂŒhren. Die Verwaltungskosten sollen bei maximal 0,1 Prozent liegen.
BeitragssÀtze steigen auf Rekordniveau
Die gesetzliche Rente wird teurer. 2028 klettert der Beitrag von 18,6 auf 19,9 Prozent. Ein Jahr spĂ€ter folgt der nĂ€chste Schritt auf 20,0 Prozent. FĂŒr 2035 prognostiziert die Deutsche Rentenversicherung Werte zwischen 22,0 und 22,3 Prozent.
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Grund ist die schrumpfende NachhaltigkeitsrĂŒcklage. Ende 2025 lag sie noch bei 41,3 Milliarden Euro. Bis Ende 2027 schmilzt sie auf rund 11,9 Milliarden Euro. Um das Rentenniveau von 48 Prozent zu halten, pumpt der Bund ab 2026 jĂ€hrlich 12 Milliarden Euro in das sogenannte Generationenkapital. Bis Mitte der 2030er-Jahre soll so ein Volumen von 200 Milliarden Euro entstehen.
Rente mit 63 vor dem Aus
Die Rentenkommission hat 33 ReformvorschlĂ€ge vorgelegt. Die weitreichendste Ănderung: die Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63. Wirtschaftsforscher rechnen mit einer Entlastung der Sozialkassen um rund zehn Milliarden Euro pro Jahr.
Gleichzeitig soll das Renteneintrittsalter steigen â im VerhĂ€ltnis zwei zu eins zur Lebenserwartung. Das bedeutet schrittweise 67,5 Jahre zwischen 2031 und 2041. Minijobs sollen in die Vollsozialversicherung ĂŒberfĂŒhrt werden. Bundeskanzler Merz betonte jedoch, eine komplette Abschaffung sei nicht geplant.
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Kritik von SozialverbÀnden
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) ĂŒbt scharfe Kritik. Eine Expertin bemĂ€ngelte die fortbestehenden Privilegien im Versorgungssystem. Der Vergleich zeigt die Schieflage: Die Durchschnittsrente liegt bei 1.289 Euro, die durchschnittliche Pension bei 3.416 Euro. Zudem bleibt fraglich, ob die Kapitalrente das Rentenniveau tatsĂ€chlich stabilisieren kann. Die ersten Reformschritte werden frĂŒhestens Anfang 2027 umgesetzt.
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