KfW-Förderung: EffizienzhÀuser bis 31. Dezember 2026 mit 1,0% Zins
19.06.2026 - 15:31:10 | boerse-global.de
Dezember 2026 weiterhin zinsgĂŒnstige Kredite fĂŒr EffizienzhĂ€user der Stufe 55 beantragen. Die Bundesregierung und die KfW haben die Förderung um sechs Monate verlĂ€ngert. Der effektive Jahreszins liegt bei 1,0 Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren und zwei tilgungsfreien Anlaufjahren.
Pro Wohneinheit sind bis zu 100.000 Euro Förderkredit möglich. Voraussetzung: Bei Antragstellung muss eine Baugenehmigung vorliegen. Zudem muss das GebÀude zu 100 Prozent mit WÀrme aus erneuerbaren Energien versorgt werden. Kommunen erhalten zusÀtzlich einen Zuschuss von 7,5 Prozent.
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Die Förderung gilt vorbehaltlich verfĂŒgbarer Bundesmittel. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
13-Punkte-Plan: Digitalisierung und weniger BĂŒrokratie
Bundesbauministerin Verena Hubertz stellte am heutigen Freitag ein MaĂnahmenpaket vor, um den Wohnungsbau anzukurbeln. Ab 2028 sollen digitale BauantrĂ€ge zum verbindlichen Regelfall werden. PapierantrĂ€ge sind dann nur noch in begrĂŒndeten HĂ€rtefĂ€llen zulĂ€ssig. Bauleitplanverfahren will das Ministerium auf maximal zwei Jahre begrenzen.
Ab 2027 plant die Regierung, die verstreuten Neubauförderprogramme in einem zentralen Programm zu bĂŒndeln. Noch in diesem Jahr soll ein Gesetzentwurf zum sogenannten GebĂ€udetyp E kommen. Er ermöglicht einfacheres und rechtssicheres Bauen â durch Verzicht auf teure, nicht sicherheitsrelevante Standards.
Weitere Punkte: ein Bonus-System fĂŒr serielles und modulares Bauen sowie die PrĂŒfung einer zweijĂ€hrigen VerlĂ€ngerung der degressiven Absetzung fĂŒr Abnutzung (AfA) durch das Finanzministerium.
Bauwirtschaft fordert mehr Tempo
Die Branche reagiert verhalten auf den Aktionsplan. Felix Pakleppa, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), lobte den Plan als Schritt in die richtige Richtung. Aber: Neue Förderungen greifen erst ab 2027 â zu spĂ€t, kritisiert er.
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Der Hintergrund: Ende 2025 waren rund 760.700 Wohnungen genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt. Nach ZDB-Berechnungen könnte eine Kopplung der Sonder-AfA an den EH-55-Standard jĂ€hrlich rund 30.000 zusĂ€tzliche Wohnungen aus diesem Ăberhang aktivieren. Den SteuerausfĂ€llen von maximal 663 Millionen Euro stĂŒnden potenzielle Einnahmen von 2,99 Milliarden Euro gegenĂŒber.
Marktdaten: Wohnungsbau auf Tiefstand
Die Zahlen zeigen die Dringlichkeit: 2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt â der niedrigste Wert seit 2012. Das sind rund 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Zwar stiegen die Baugenehmigungen im April 2026 um 9,2 Prozent auf 20.200 Einheiten. Doch der monatliche Bedarf liegt bei geschĂ€tzt 26.700 Wohnungen.
Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit einer langsamen Erholung. Das DIW prognosticizert fĂŒr 2026 rund 225.000 Fertigstellungen, das ifo Institut 185.000 Einheiten. FĂŒr 2027 erwarten die Institute bis zu 240.000 Wohnungen. Das politische Ziel von jĂ€hrlich 400.000 Neubauten bleibt damit in weiter Ferne.
Neben regulatorischen HĂŒrden belasten gestiegene Materialkosten infolge internationaler Konflikte die Baupreise.
