KI-Einsatz in Firmen: 20% wollen Akademiker durch Geringqualifizierte ersetzen
Veröffentlicht am: 13.06.2026 um 20:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine neue ifo-Umfrage zeigt: Viele deutsche Firmen halten Hochschulabsolventen fĂŒr austauschbar â zumindest teilweise.
Knapp 20 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen in Deutschland glauben, dass sie Akademiker durch geringer qualifizierte Mitarbeiter mit KI-UnterstĂŒtzung ersetzen können. Das ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des ifo-Instituts unter knapp 3.000 Firmen.
Der Einsatz von KI-Systemen in Unternehmen unterliegt strengen regulatorischen Anforderungen, die viele Verantwortliche noch nicht vollstĂ€ndig ĂŒberblicken. Dieser kostenlose Praxis-Guide hilft Ihnen, die Risikoklassen und Pflichten der neuen EU-Gesetzgebung sicher zu beherrschen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklĂ€rt
Handel vorne, Baugewerbe abgeschlagen
Die im Mai durchgefĂŒhrte Erhebung offenbart deutliche branchenspezifische Unterschiede. Im Handel halten 28,6 Prozent der Unternehmen einen Austausch fĂŒr praktikabel. Im Dienstleistungssektor sind es 19,7 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe 14,6 Prozent. Schlusslicht ist das Baugewerbe mit nur rund zehn Prozent.
Trotz dieser Zahlen: Die Mehrheit der befragten Firmen (55,4 Prozent) sieht einen Austausch von FachkrĂ€ften gegen KI-gestĂŒtzte Geringqualifizierte weiterhin als schwer oder unmöglich. Dennoch zeichnet sich ein Trend zur Umstrukturierung ab. 15 Prozent der Unternehmen erkennen das Potenzial, erfahrene durch weniger erfahrene Mitarbeiter mit KI-UnterstĂŒtzung zu ersetzen.
Warnungen aus der Wirtschaft
Parallel zu den ifo-Zahlen meldete das Finanzinstitut Standard Chartered PlÀne zum Abbau von 7.000 Stellen. Der CEO des KI-Unternehmens Anthropic, Dario Amodei, warnte am Freitag vor KI-bedingter Arbeitslosigkeit und forderte steuerliche Ausgleichsmodelle.
Bewerber fĂŒhlen sich abgeschreckt
KI verĂ€ndert nicht nur Fachabteilungen, sondern auch die Personalrekrutierung â und stöĂt dort auf Widerstand. Eine Studie der IU Internationalen Hochschule zeigt: Ăber 65 Prozent der Kandidaten empfinden KI-Einsatz im Recruiting als unpersönlich. Fachpublikationen belegen zudem, dass KI-gestĂŒtzte Interviews die wahrgenommene Fairness senken können.
Bundesarbeitsministerin BÀrbel Bas prognostizierte am Freitag, dass bis 2030 kein Arbeitsplatz mehr ohne KI-Bezug existieren werde. Sie mahnte eine jÀhrliche Weiterbildungsverpflichtung an.
Neben den personellen VerĂ€nderungen bringen neue KI-Gesetze auch verschĂ€rfte Anforderungen an die IT-Sicherheit und den Datenschutz mit sich. Erfahren Sie im kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken Unternehmer jetzt kennen mĂŒssen. Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu?
Schatten-KI als Sicherheitsrisiko
Ein weiteres Problemfeld ist die unkontrollierte Nutzung von KI-Tools. Die Landesbeauftragte fĂŒr den Datenschutz Niedersachsen warnte explizit vor sogenannter Schatten-KI â also der unautorisierten Nutzung privater KI-Accounts fĂŒr berufliche Zwecke. Das berge erhebliche Risiken fĂŒr Datenschutz und IT-Sicherheit.
Laut KI-Verordnung sind Unternehmen verpflichtet, die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter sicherzustellen und klare Dienstanweisungen zu erlassen.
DatenqualitÀt bremst KI-Skalierung
Der Trendradar von Zukunftsinstitut und Haufe Akademie identifiziert KI-Strategie und Cybersecurity als dringlichste Handlungsfelder. Ein zentrales Problem: Rund 67 Prozent der befragten Organisationen vertrauen ihren eigenen DatenbestÀnden nicht vollstÀndig. Das erschwert die Skalierung von KI-Anwendungen massiv.
