HR-Manager, Risiko

KI in Unternehmen: 90% der HR-Manager sehen Risiko für Innovation

12.06.2026 - 01:05:21 | boerse-global.de

Studie zeigt: 90 Prozent der HR-Verantwortlichen sehen Gefahr für Innovationskraft durch Vernachlässigung menschlicher Fähigkeiten im KI-Zeitalter.

KI-Transformation: HR-Manager warnen vor Innovationsrisiken
Unternehmen - Eine Gruppe von Geschäftsleuten in einem modernen Büro, die Technologie und menschliche Interaktion bei der Personalentwicklung verbindet. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

90 Prozent der HR-Manager sehen ein erhebliches Risiko für die Innovationskraft ihrer Unternehmen, wenn menschliche Fähigkeiten vernachlässigt werden. Das zeigt eine Studie des Dienstleisters IWG unter 510 Personalverantwortlichen in den USA sowie eine Befragung von 502 deutschen Führungskräften im März 2026.

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Technikwissen wird zur Pflicht

Bereits 82 Prozent der untersuchten Unternehmen bieten KI-Schulungen an. In 73 Prozent der hybriden Teams kommt ChatGPT zum Einsatz. Dennoch bleibt der Mensch zentral: 65 Prozent der Befragten gaben an, dass KI Empathie nicht ersetzen könne. Über die Hälfte betrachtet Führung weiterhin als genuin menschliche Eigenschaft.

Gleichzeitig wird technisches Verständnis zur Voraussetzung für Führungspositionen. 77 Prozent der deutschen Führungskräfte sehen fortgeschrittene Technologiekenntnisse als entscheidend an. Bei Neueinstellungen nennen 66 Prozent der Befragten Soft Skills als wichtigstes Kriterium.

Große Lücke zwischen Strategie und Umsetzung

Die Studie „Generative KI in Großunternehmen 2026“ zeigt ein gemischtes Bild: 74 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern haben eine KI-Strategie. Doch nur 34 Prozent nutzen diese aktiv zur Steuerung. Haupthindernisse sind komplexe IT-Infrastrukturen, die Integration in Altsysteme und ein eklatantes Defizit an Fachwissen.

Eine Deloitte-Untersuchung aus Januar 2026 bestätigt den Befund: Nur 16 Prozent der deutschen Unternehmen sehen sich im Bereich Talente hochgradig auf den KI-Wandel vorbereitet. Der regulatorische Druck steigt: Der EU AI Act verpflichtet Unternehmen seit Februar 2025 zur Sicherstellung von KI-Kompetenz bei Mitarbeitern.

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Alte Weiterbildungsmodelle taugen nicht mehr

Experten kritisieren herkömmliche Messgrößen in der Personalentwicklung. Die l.i.d.-Gründer Lea Wurm und Tobias Hombach bemängeln, dass Unternehmen oft nur Teilnahmequoten erfassen, statt den tatsächlichen Lerntransfer zu prüfen. Kompetenz entstehe erst durch Anwendung, nicht durch Konsum von Inhalten.

Unternehmen müssen daher Veränderungen im Verhalten und Verbesserungen in Prozessen als Erfolgskriterien definieren. Besonders HR-Abteilungen selbst müssen sich strategisch weiterentwickeln – wegen Digitalisierung, neuer rechtlicher Rahmenbedingungen wie der DSGVO und veränderter Erwartungen der Belegschaft.

Regionale Initiativen schließen Lücken

In Nordrhein-Westfalen leben rund 1,3 Millionen Menschen ohne formalen Berufsabschluss. Die Industrie- und Handelskammern bieten dort Teilqualifikationen an. Personen über 25 Jahren können schrittweise Kompetenzzertifikate erwerben, die in eine externe Abschlussprüfung münden.

Auch Hochschulen passen ihre Programme an. Die Universität Tübingen führt 2026 Kurse zu Konfliktprävention, Durchsetzungsstrategien und Verhandlungstechniken durch. Im Gesundheitswesen gab es im Juni spezielle Workshops zur interprofessionellen Lehre. Das WIFI Wien plant von September 2026 bis Januar 2027 einen umfassenden Kurs für HR-Generalisten mit Schwerpunkten wie Recruiting, Arbeitsrecht und betrieblichem Gesundheitsmanagement.

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