KI-Kennzeichnung: EU-Regeln gegen Deepfakes ab August 2026
11.06.2026 - 00:55:21 | boerse-global.de
Standardisierte Icons und Wasserzeichen sollen Deepfakes erkennbar machen.
Der am 10. Juni veröffentlichte Praxisleitfaden konkretisiert die Transparenzvorgaben des europäischen KI-Gesetzes (AI Act). Ziel ist es, manipulierten Medien im öffentlichen Raum die Maske zu nehmen und das Vertrauen in digitale Informationen zu schützen.
Die neue EU-KI-Verordnung stellt Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der Kennzeichnung und Risikodokumentation. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
So werden Videos, Audio und Texte gekennzeichnet
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Medienformat. Bei Fotos und Videos müssen Labels direkt im Bildbereich platziert werden. Videos zeigen den Hinweis zu Beginn, danach bleibt er dauerhaft oder in regelmäßigen Abständen sichtbar.
Für Audioinhalte schreibt die Kommission einen gesprochenen Hinweis direkt zu Beginn vor. Bei Texten mit öffentlichem Interesse, die ohne redaktionelle Prüfung erstellt wurden, muss das Label über oder neben der Überschrift stehen. Die standardisierten Formulierungen lauten „AI + GENERATED“ oder „AI + MODIFIED“.
Ausgenommen sind künstlerische und satirische Werke sowie Anwendungen der Strafverfolgung.
Technische Tricks gegen Umgehung
Die Transparenz soll nicht nur an der Oberfläche kleben. Der Verhaltenskodex verlangt maschinenlesbare Markierungen – eine Kombination aus digitalen Signaturen, Zeitstempeln und unsichtbaren Wasserzeichen. Branchenexperten zufolge müssen bereits Texte ab 200 Zeichen Länge markiert werden.
Das Regelwerk verbietet Werkzeuge, die diese Kennzeichnungen umgehen. Gleichzeitig erhalten Behörden und Medien kostenfreien Zugang zu Verifikationstools.
Da die EU-KI-Verordnung bereits unmittelbar gilt, warnen Compliance-Experten vor empfindlichen Strafen bei Missachtung der neuen Dokumentationspflichten. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act mit allen relevanten Übergangsfristen. Kostenlosen KI-Leitfaden jetzt herunterladen
Wann die Regeln greifen
Der Verhaltenskodex ist freiwillig, dient aber als Maßstab für die gesetzlichen Pflichten aus dem AI Act. Unternehmen, die ihn anerkennen, können mit Vorteilen bei der Konformitätsprüfung rechnen.
Die offiziellen Transparenzvorgaben greifen ab dem 2. August 2026. Für große Anbieter wird die Kennzeichnung bereits im Dezember 2026 verpflichtend. In Deutschland übernimmt die Bundesnetzagentur die Aufsicht. Parallel plant die Bundesregierung ein nationales KI-Sicherheitsinstitut für Risikoanalyse.
Teil der großen Digitalstrategie
Die Kennzeichnungsregeln sind nur ein Baustein. Anfang Juni präsentierte die Kommission ein Paket zur technologischen Souveränität – darunter den „Chips Act 2.0“ und den „Cloud and AI Development Act“ (CADA). Letzterer soll Europas digitale Autonomie durch verbindliche Beschaffungsregeln und souveräne Cloud-Infrastrukturen stärken.
Im Juli starten Ausschreibungen für KI-Gigafabriken. Eine dauerhafte Taskforce soll die Kennzeichnungsvorgaben regelmäßig an den technologischen Fortschritt anpassen.
