KI-Offenlegung, Transparenzpflichten

KI-Offenlegung: Neue Transparenzpflichten für Unternehmen ab August

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 23:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab August 2026 gelten für Unternehmen in der EU neue Offenlegungspflichten für KI-Systeme. Die Bundesnetzagentur wird zur zentralen Aufsichtsbehörde.

EU AI Act: Neue Transparenzpflichten ab August 2026
Abstraktes digitales Netzwerk über Servern und einem Tablet, das die integrierte Prüfung von KI und IT-Sicherheit symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem 2. August 2026 müssen Unternehmen ihre KI-Systeme offenlegen. Die EU-Kommission hat am 20. Juli detaillierte Leitlinien zu den Transparenzpflichten des EU AI Act vorgelegt. Besonders betroffen: Chatbots, Systeme zur Emotionserkennung und die Kennzeichnung synthetischer Inhalte.

Nationale Umsetzung: Bundesnetzagentur wird zur KI-Aufsicht

Der Bundestag beschloss bereits am 11. Juni das Durchführungsgesetz zum EU AI Act. Die Bundesnetzagentur übernimmt die zentrale Marktüberwachung und richtet ein Koordinierungs- und Kompetenzzentrum ein. Ein nicht-öffentliches Register erfasst künftig Hochrisiko-KI-Systeme in kritischen Infrastrukturen.

Geplant sind zudem KI-Reallabore – kontrollierte Testumgebungen unter behördlicher Aufsicht. Die Zustimmung des Bundesrates zum Gesetzespaket stand zum Zeitpunkt des Beschlusses noch aus.

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Integrierte Prüfansätze: Revision rüstet sich

Das Deutsche Institut für Interne Revision (DIIR) veröffentlichte am 27. April die dritte Version seines Leitfadens. Die wesentliche Neuerung: Datenschutz, Informationssicherheit und KI werden nicht mehr getrennt, sondern ganzheitlich geprüft.

Checklisten zur Datenschutzorganisation müssen jetzt explizit Schnittstellen zu KI-Systemen abdecken. Seit Februar 2025 gilt zudem die Pflicht, dass Mitarbeitende über ausreichende KI-Kompetenz verfügen.

Neue Gefahren: Shadow AI und Phantom Squatting

Der KI-Boom erweitert die Angriffsfläche vieler Unternehmen massiv. Sicherheitsexperten warnen vor unkontrollierten KI-Tools in der Belegschaft („Shadow AI“) und neuen Angriffsmethoden wie „Phantom Squatting“ – Angreifer registrieren von KI halluzinierte Domains für gezielte Phishing-Kampagnen.

Die Dringlichkeit zeigt der Juli-Patchday: Oracle schloss rund 1.455 Schwachstellen. Eine kritische Lücke in PeopleSoft (CVE-2026-35278, CVSS 9,8) wird bereits aktiv ausgenutzt. Auch ServiceNow musste einen kritischen Bug (CVE-2026-6875, CVSS 9,5) notfallmäßig schließen.

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Standardisierung: Neue Richtlinien und Zertifikate

Forschungsprojekte wie „AIDA“ (AI-driven IT Landscape & Compliance Assessment) entwickeln KI-gestützte Assistenzsysteme für den Mittelstand. Das Projekt wird zu 50 Prozent öffentlich gefördert.

Der VDI startet am 22. Oktober den Kick-off für eine Richtlinie zur Sicherheit cyber-physischer KI-Systeme. Die Organisation ISC2 arbeitet parallel an einer herstellerneutralen KI-Sicherheitszertifizierung – die Pilotprüfung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

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