KI-Politik, Gewerkschafter

KI-Politik: 80 Gewerkschafter fordern Mitsprache der BetriebsrÀte

01.06.2026 - 15:10:41 | boerse-global.de

Internationale Konferenz in Vilnius verlangt verbindliche Beteiligung von BetriebsrÀten an KI-Entscheidungen.

KI-Politik: 80 Gewerkschafter fordern Mitsprache der BetriebsrĂ€te - Bild: ĂŒber boerse-global.de
KI-Politik: 80 Gewerkschafter fordern Mitsprache der BetriebsrĂ€te - Bild: ĂŒber boerse-global.de

80 Gewerkschafter aus 20 LĂ€ndern diskutierten in Vilnius ĂŒber die Zukunft der Arbeit. Ihr Ziel: Eine menschenzentrierte KI-Politik mit verbindlicher Beteiligung der Arbeitnehmervertretungen.

Auf der KGZE-Konferenz vom 27. bis 29. Mai 2026 in der litauischen Hauptstadt stand die digitale Transformation im Mittelpunkt. Die Delegationen aus internationalen Arbeitsorganisationen und Bildungseinrichtungen forderten die verpflichtende Einbindung von BetriebsrĂ€ten und Gewerkschaften bei der EinfĂŒhrung kĂŒnstlicher Intelligenz. Nur so lasse sich eine menschengerechte Gestaltung der Technologie sicherstellen.

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Die neue EU-KI-Verordnung stellt BetriebsrÀte und Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der Mitbestimmung und Risikobewertung. Dieser praxisnahe Leitfaden hilft Ihnen, die neuen Regeln schnell zu verstehen und rechtssicher im Betrieb umzusetzen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklÀrt

EU-KI-Verordnung als SchlĂŒssel fĂŒr faire Verteilung

Die Teilnehmer in Vilnius betonten die Notwendigkeit der Umsetzung des EU AI Acts. Die ProduktivitĂ€tsgewinne durch neue Technologien mĂŒssten fair verteilt werden. Ein zentraler Punkt: Rein automatisierte Entscheidungen ĂŒber BeschĂ€ftigte sollen verboten bleiben. Menschliche Kontrolle bei Personalentscheidungen sei unverzichtbar.

Parallel dazu diskutierte die Branche auf dem Deutschen PR-Tag am 27. und 28. Mai in Berlin ĂŒber einen neuen Verhaltenskodex fĂŒr KI. Die Experten sehen kĂŒnstliche Intelligenz zunehmend als architektonisches Fundament der Kommunikationsarbeit – nicht bloß als weiteres Werkzeug.

Mobbing und psychische Belastung bleiben Dauerbrenner

Neben den digitalen Herausforderungen kĂ€mpfen BetriebsrĂ€te mit klassischen Problemen am Arbeitsplatz. Der BMAS-Mobbing-Report 2024 nennt hohen Zeit- und Leistungsdruck sowie mangelnde Einflussmöglichkeiten der BeschĂ€ftigten als Hauptursachen fĂŒr Schikanen im Job.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) definiert Mobbing als systematische Schikane ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum – abzugrenzen von normalen Konflikten. Ein Vier-Phasen-Modell beschreibt die Eskalation von ersten Reibungen bis zum vollstĂ€ndigen Ausschluss des Betroffenen.

Die Organisation XUND reagiert auf diesen Druck mit gezielten Angeboten. Am heutigen Montag fand eine Veranstaltung zu Neurobalance und Resilienz in der Pflege statt. 140 Teilnehmer diskutierten Strategien wie Achtsamkeit und soziale UnterstĂŒtzung gegen berufliche Überlastung.

Weiterbildungsprogramme fĂŒr BetriebsrĂ€te im zweiten Halbjahr

Um BetriebsrĂ€te und PersonalrĂ€te fit fĂŒr die neuen Anforderungen zu machen, haben mehrere BildungstrĂ€ger umfangreiche Seminare fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2026 aufgelegt.

Das Bildungswerk ver.di in Niedersachsen bietet unter anderem folgende Termine an:

  • Wasserwirtschaft und Technik: Seminare ab 24. August
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): Starts am 31. August und 16. November
  • Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG): Grundlagenblöcke am 7. September, 16. November und 7. Dezember
  • Datenschutz und KI: Spezialkurse zur EU-KI-Verordnung (12. November) und allgemeinem Datenschutz (14. September)
  • Arbeitssicherheit und Konflikte: Konferenz zur Arbeitssicherheit am 7. Oktober, Seminare zu Mobbing und psychischen Belastungen Ende November/Anfang Dezember
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Insbesondere beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) entscheiden korrekte AblĂ€ufe ĂŒber den Erhalt des Arbeitsplatzes und die Rechtssicherheit fĂŒr alle Beteiligten. Sichern Sie sich die vollstĂ€ndige Anleitung inklusive GesprĂ€chsleitfaden und Muster-Betriebsvereinbarung fĂŒr eine professionelle Umsetzung. Kostenlos: Die vollstĂ€ndige BEM-Anleitung mit Muster-Betriebsvereinbarung zum Download

Das kbw-Bildungsinstitut listet fĂŒr 2026 und 2027 insgesamt 262 Veranstaltungen fĂŒr Kommunalverwaltungen. Schwerpunkte sind EinfĂŒhrungen in den Tarifvertrag fĂŒr den öffentlichen Dienst (TVöD), Gleichstellungsthemen und die EinfĂŒhrung der elektronischen Akte (E-Akte).

Corporate Digital Responsibility und Beratungsmarkt

Die 2018 gegrĂŒndete Initiative Corporate Digital Responsibility (CDR) unterstĂŒtzt Unternehmen wie Otto Group, ING und Telekom bei der digitalen Transformation. Forschungen der Initiative zeigen: Digitale SouverĂ€nitĂ€t und Cybersicherheit haben fĂŒr Firmen höchste PrioritĂ€t. Viele Unternehmen klagen jedoch ĂŒber mangelnde Kooperationsbereitschaft der Belegschaft bei digitalen VerĂ€nderungen.

Unternehmensberatungen wie Bain & Company und Roland Berger setzen inzwischen auf verpflichtende Schulungsmodelle. Die Programme umfassen Datenanalyse, KI-Assistenzsysteme und unbewusste Vorurteile. Der Personalberatungsmarkt verzeichnete 2024 zwar einen UmsatzrĂŒckgang von 3,8 Prozent auf rund 2,82 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Coaching-Dienstleistungen stieg im selben Zeitraum jedoch um 4,2 Prozent – ein klares Signal fĂŒr anhaltende Investitionen in individuelle berufliche Entwicklung.

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