KI-Schulungslücke, Mitarbeiter

KI-Schulungslücke: 56% nutzen KI, aber nur 27% schulen Mitarbeiter

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 03:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Viele Unternehmen setzen KI ein, doch die Schulung der Belegschaft bleibt oft aus. Eine Studie zeigt großen Nachholbedarf bei der Qualifizierung.

KI-Nutzung in Firmen: Weiterbildung hinkt hinterher
Ein Team in einem modernen Büro arbeitet gemeinsam an einem Tablet mit Datenvisualisierungen zur KI-Integration. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

56 Prozent der Unternehmen nutzen bereits generative KI – doch nur 27 Prozent haben ihre Mitarbeiter dafür geschult. Das zeigt die TÜV-Weiterbildungsstudie 2026. Eine alarmierende Lücke zwischen Technologieeinsatz und Qualifizierung tut sich auf.

Der Handlungsdruck ist enorm: Laut einer Forsa-Umfrage unter 500 Unternehmen sehen 72 Prozent einen hohen Weiterbildungsbedarf im Bereich KI. Trotzdem hat nur jedes dritte Unternehmen eine schriftliche Strategie zur Personalentwicklung. Das IW-Personalpanel bestätigt den Trend: Knapp die Hälfte aller Firmen setzt KI bereits ein.

Betriebsräte vor neuen Aufgaben

Der EU AI Act schreibt seit Februar 2025 eine Kompetenzpflicht vor. Für August 2026 stehen weitere Vorgaben ins Haus. Die Bundesregierung will mit einem Reformpaket vom 2. Juli die Einführung von KI-Systemen beschleunigen – bei gewahrter, aber gestraffter Mitbestimmung.

Anzeige

Die neuen EU-Vorgaben zur künstlichen Intelligenz stellen Unternehmen und Compliance-Verantwortliche vor komplexe Herausforderungen. Dieser praxisnahe Leitfaden hilft Ihnen, Fristen, Pflichten und Risikoklassen des EU AI Act sicher zu navigieren. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Jetzt kostenlosen Umsetzungsleitfaden sichern

Für Betriebsräte heißt das: Sie müssen sich fit machen. Das Betriebsverfassungsgesetz gibt ihnen Anspruch auf Schulungen, um ihre Rechte wahrzunehmen. Gefragt sind technisches Grundwissen und Verständnis für die Transformation von Arbeitsplätzen. In der Industrie gewinnen zudem Verhandlungen über Produktionsalternativen an Bedeutung, wenn Standorte technologisch umgerüstet werden.

Weiterbildung: Die Schere geht auseinander

Besonders prekär: Der Zugang zu Schulungen ist ungerecht verteilt. Eine Studie von ifo und TU München zeigt: Nur 45 Prozent der geringer Qualifizierten nehmen an betrieblichen Schulungen teil. Bei Höherqualifizierten sind es 67 Prozent. Dabei lohnt sich Weiterbildung: Regelmäßige Qualifizierung über sechs Jahre bringt fast 9 Prozent mehr Gehalt.

Anzeige

Mit der Einführung von KI-Systemen entstehen neue rechtliche Pflichten, die weit über rein technische Fragen hinausgehen. Ein aktueller Experten-Report klärt auf, welche Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die neuen Compliance-Regeln rechtssicher umsetzen. Gratis-Report zur KI-Verordnung: Risiken erkennen und rechtzeitig handeln

Der Fachkräftemangel verschärft die Lage. 72 Prozent der Hersteller weltweit finden keine qualifizierten Talente, so der Manpower Global Manufacturing Outlook 2026. In Deutschland waren im ersten Quartal 1,15 Millionen Stellen unbesetzt. Die Angst sitzt tief: 45 Prozent der Fertigungsbeschäftigten fürchten, dass KI ihre Jobs in zwei Jahren überflüssig macht. 60 Prozent erhielten in den letzten sechs Monaten kein passendes Training.

Neue Wege aus der Qualifizierungskrise

Das Fraunhofer FIT hat ein Simulationsspiel entwickelt, das Risiken und Einsatzmöglichkeiten von KI praxisnah vermittelt. Unternehmen setzen zudem auf KI-basierte Plattformen für branchenspezifisches Sprachtraining, um internationale Fachkräfte besser zu integrieren.

Auch klassische Anbieter ziehen nach: Ab September gibt es spezielle Seminare für technische Berufe ohne Elektroqualifikation. Wirtschaftsverbände fordern mehr Praxisbezug in der Schule – eine IHK-Umfrage zeigt: 94 Prozent der Betriebe sehen Defizite bei der Ausbildungsreife von Schulabgängern. Viele Unternehmen springen mit Nachhilfeangeboten in die Bresche.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69843080 |