KI-Sperre: US-Handelsministerium sperrt Anthropic-Modelle für Ausländer
14.06.2026 - 01:14:53 | boerse-global.de
Die KI-Modelle Mythos 5 und Fable 5 müssen für alle Nutzer ohne US-Staatsbürgerschaft gesperrt werden. Betroffen sind laut Unternehmensangaben sogar die im Ausland geborenen Mitarbeiter von Anthropic selbst.
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Sicherheitsbedenken bei Software-Analyse und Biotechnologie
Die Behörde stützt sich auf erhebliche Sicherheitsbedenken. Mythos 5 ist angeblich in der Lage, jahrzehntealte Schwachstellen in Software-Systemen aufzuspüren – ein potenzielles Risiko für die Cybersicherheit.
Fable 5 ist die öffentlich verfügbare Version. Hier wurden Funktionen für Cybersicherheit und Biotechnologie bereits herstellerseitig blockiert. Die US-Regierung befürchtet jedoch, dass diese internen Beschränkungen durch gezielte Manipulationen aufgehoben werden könnten. Um dieses Risiko eines sogenannten Jailbreaks zu minimieren, ordnete sie nun die vollständige Zugangssperre für Ausländer an.
Anthropic kritisiert mangelnde Transparenz
Die Unternehmensführung widerspricht der Einstufung. CEO Dario Amodei betonte, dass vergleichbare Fähigkeiten auch bei Konkurrenzprodukten wie GPT-5.5 von OpenAI existierten – ohne ähnliche Restriktionen. Amodei, der sich grundsätzlich für staatliche Kontrollen bei gefährlichen KI-Entwicklungen ausgesprochen hatte, forderte nun klare und transparente Verfahren.
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Anthropic hat die betroffenen Modelle vorerst deaktiviert, hält den Schritt jedoch für unbegründet. In der Branche gilt die Maßnahme als Zeichen für eine zunehmend restriktive Export- und Sicherheitspolitik im Bereich der Hochtechnologie.
Spannungen mit dem Verteidigungssektor
Die Sperranordnung fällt in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen Anthropic und US-Sicherheitsbehörden. Das Unternehmen wehrt sich derzeit gerichtlich gegen eine Einstufung als Risiko für die nationale Lieferkette durch das Pentagon.
Hintergrund: Anthropic weigert sich, seine KI-Technologien für autonome Waffensysteme oder Massenüberwachung zur Verfügung zu stellen. Während das Verteidigungsministerium auf eine militärische Nutzung drängt, beharrt das Unternehmen auf seinen ethischen Richtlinien. Das hat nun offenbar zu einer Verschärfung der staatlichen Aufsicht geführt.
