KI-Verordnung ab sofort: Chatbots und Deepfakes müssen sich kennzeichnen
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 02:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EU-KI-Verordnung gilt ab sofort. Seit dem 2. August müssen Unternehmen unionsweit Transparenzpflichten für Künstliche Intelligenz erfüllen. Betroffen sind vor allem KI-generierte Inhalte und Chatbots.
Kennzeichnungspflichten: Was jetzt gilt
Chatbots müssen für Nutzer unmittelbar als KI erkennbar sein. Das gilt besonders für professionelle Anwendungen. Österreich setzt das Modell bereits in der Verwaltung um – etwa beim Chatbot „ida“ des Bundeskanzleramts.
Auch KI-generierte Texte, Bilder und Videos – sogenannte Deepfakes – brauchen klare Markierungen. Anbieter wie OpenAI, Google, Anthropic und Meta müssen maschinenlesbare Kennzeichnungen anbringen. Ausnahmen gibt es nur für Kunst, Satire oder Inhalte unter menschlicher redaktioneller Kontrolle.
Hochrisiko-Systeme: Fristen verschoben
Die Digital-Omnibus-Verordnung vom 8. Juli hat die Fristen für Hochrisiko-KI-Systeme gestaffelt. Anwendungen im Personalmanagement oder der kritischen Infrastruktur müssen die Anforderungen erst ab dem 2. Dezember 2027 erfüllen. In Produkte eingebettete KI-Systeme haben bis zum 2. August 2028 Zeit.
Für Bestandssysteme gilt eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026. Regulatorische Sandboxen für kontrollierte Innovationen müssen bis August 2027 eingerichtet sein.
Seit dem 2. August müssen KI-generierte Inhalte und Chatbots EU-weit gekennzeichnet werden. Wer die neuen Transparenzpflichten nicht umsetzt, riskiert Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro. Unser Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie die Anforderungen erfüllen – inklusive Fristen-Übersicht und Sanktions-Checkliste. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Sanktionen: Hohe Bußgelder drohen
Die Bundesnetzagentur überwacht die Regeln in Deutschland als zentrale Marktüberwachungsbehörde. In Österreich fehlt die Benennung einer Aufsichtsinstitution bislang – Kritik von Experten und Interessenvertretungen ist bereits laut geworden.
Die Strafen haben es in sich: Bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes kosten Verstöße gegen Transparenzpflichten. Bei verbotenen KI-Praktiken drohen sogar 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des Jahresumsatzes.
Technische Standards: Kritik am Zeitplan
Die EU-KI-Verordnung ist in Kraft – doch viele Unternehmen tappen im regulatorischen Blindflug. Besonders die technischen Standards für Wasserzeichen sind noch nicht gefestigt. Unser Report liefert Ihnen eine praxisnahe Einordnung der neuen Pflichten und zeigt, wie Sie mit unsicheren Standards umgehen. Report zu KI-Transparenzpflichten jetzt sichern
Branchenverbände wie Bitkom und eco kritisieren die Leitlinien der EU-Kommission. Sie kamen erst Mitte Juli – kurz vor Inkrafttreten – und Unternehmen müssten im „regulatorischen Blindflug“ agieren. Besonders die technischen Standards für Wasserzeichen seien noch nicht gefestigt.
Untersuchungen zeigen: Viele digitale Wasserzeichen halten Manipulationen wie Kompression oder Screenshots nicht stand. Die Forschung an sichereren Standards wie dem C2PA-Protokoll läuft. Die EU ist mit dem Regelwerk die erste große Wirtschaftsregion mit umfassendem KI-Rechtsrahmen – inklusive Cybersicherheitsanforderungen für Endgeräte.
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