KI-Verordnung, Transparenzpflichten

KI-Verordnung: Neue Transparenzpflichten für Arbeitgeber ab August

24.06.2026 - 16:51:51 | boerse-global.de

Die Berufsgenossenschaft BGN bietet einen mehrsprachigen KI-Suchassistenten für Arbeitsschutzinformationen an. Das Tool nutzt geprüfte Quellen.

BGN startet KI-Assistent für Arbeitsschutz-Fachwissen
KI-Verordnung - Ein futuristisches, leuchtendes KI-Interface zeigt komplexe Daten zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz mit abstrakten digitalen Figuren. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hat heute einen KI-basierten Suchassistenten veröffentlicht. Das Tool soll den Zugang zu Fachinformationen im Arbeitsschutz vereinfachen.

Der digitale Assistent greift auf drei interne Fachportale der BGN zu. So stellt er sicher, dass alle Antworten auf geprüften Quellen basieren. Anders als bei allgemeinen KI-Modellen werden die genutzten Quellen direkt ausgewiesen. Das erhöht die Verlässlichkeit der Informationen.

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Mehrsprachig und kostenfrei

Der Dienst ist über die BGN-Website erreichbar und kostet nichts. Besonders praktisch: Er ist mehrsprachig ausgelegt. Das soll vor allem internationale Fachkräfte im Gastgewerbe unterstützen.

Ein ähnliches Projekt startete gestern die Stiftung Gesundheit. Deren KI-Chatbot hilft Patienten bei der Arztsuche – in ihrer Muttersprache. Medizinische Diagnosen stellt das System aber nicht.

Strengere Regeln ab August

Die Einführung solcher KI-Systeme kommt nicht von ungefähr. Ab dem 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten der europäischen KI-Verordnung (KI-VO). Arbeitgeber müssen zudem die DSGVO und Persönlichkeitsrechte ihrer Beschäftigten wahren.

Das nordrhein-westfälische Digitalisierungsministerium hat dazu gestern einen Leitfaden veröffentlicht. Kernpunkt: Datensparsamkeit. Öffentliche Verwaltungen dürfen KI für Textzusammenfassungen oder Redenentwürfe nutzen – solange personenbezogene Daten geschützt bleiben und der Mensch die letzte Entscheidung trifft. Verboten sind dagegen Verhaltenskontrollen oder automatisiertes Social Scoring.

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Große Leistungsunterschiede

Die Qualität von KI-Modellen schwankt enorm. Bei komplexen Fachfragen klafft eine Lücke von bis zu 37 Punkten zwischen verschiedenen Systemen. Das zeigen Untersuchungen, die im Rahmen der Einführung von CoCounsel Legal am Montag bekannt wurden.

Eine aktuelle Analyse von Aithos und EQS offenbart zudem: Selbst Top-Modelle wie GPT-5.4 oder Gemini Pro 3 haben Probleme, die Compliance-Vorgaben des AI Acts vollständig einzuhalten.

KI erobert die Betriebe

Laut Ifo-Institut nutzen bereits 54,5 Prozent der deutschen Unternehmen künstliche Intelligenz. Im Handel glauben 28,6 Prozent, dass KI akademische Tätigkeiten ersetzen könnte. Im Handwerk bleibt dagegen der Mensch unverzichtbar.

Eine heute veröffentlichte McKinsey-Studie zeigt: 59 Prozent der Arbeitsstunden in Deutschland sind technisch automatisierbar. Im Handwerk bleiben aber 86 Prozent der spezifischen Fähigkeiten gefragt. Das größte Automatisierungspotenzial liegt mit rund 57 Milliarden US-Dollar in der Verwaltung.

Dennoch: Weniger als 40 Prozent der Unternehmen erzielen messbare Ergebnisse mit ihren KI-Investitionen. Branchenexperten betonen daher den geschäftlichen Kontext. Die Verbindung von Daten, Prozessen und klarer Governance sei entscheidend für autonome Unternehmensstrukturen.

Arbeitsrechtler warnen derweil: Bei der Einführung von Überwachungssystemen oder neuen KI-Tools müssen Betriebsräte zwingend mitbestimmen.

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