Kino-Tarifkonflikt, CinemaxX

Kino-Tarifkonflikt: CinemaxX verweigert Lohnerhöhung für 1.200 Beschäftigte

01.06.2026 - 14:39:40 | boerse-global.de

CineStar und UCI gewähren Gehaltssteigerungen, während CinemaxX-Verhandlungen stocken. Der Druck auf die Kette wächst.

Kino-Tarifkonflikt: CinemaxX verweigert Lohnerhöhung für 1.200 Beschäftigte - Bild: über boerse-global.de
Kino-Tarifkonflikt: CinemaxX verweigert Lohnerhöhung für 1.200 Beschäftigte - Bild: über boerse-global.de

Die deutsche Kinolandschaft steht vor einem Tarifkonflikt: Während CineStar und UCI ihren Beschäftigten deutliche Lohnerhöhungen zugestehen, droht bei CinemaxX der Stillstand.

Verhandlungen bei CinemaxX: Auftakt ohne Bewegung

Am 28. Mai 2026 startete die Gewerkschaft ver.di eine neue Tarifrunde mit der Kinokette CinemaxX. Rund 1.200 Beschäftigte hoffen auf Besserung. Die zentrale Forderung: ein Stundenlohn von mindestens 15,80 Euro. Doch das erste Angebot der Geschäftsführung enttäuschte – es sah für das laufende Jahr keinerlei Erhöhung vor. Das Gehalt bliebe damit auf dem Niveau des gesetzlichen Mindestlohns.

Zum Vergleich: Der Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde. Die Tarifverhandlungen stocken also gewaltig. Die nächste Runde ist für den 30. Juni 2026 in Hamburg angesetzt. Ob bis dahin Bewegung in die Sache kommt, bleibt abzuwarten.

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CineStar und UCI: Einigung mit spürbaren Zuwächsen

Ganz anders die Lage bei der Konkurrenz. Bei CineStar einigten sich die Tarifparteien auf ein Paket mit insgesamt 11,7 Prozent mehr Lohn – verteilt auf drei Stufen. Der Einstiegslohn steigt rückwirkend zum 1. März 2026 von 13,90 auf 14,50 Euro. Hinzu kommt eine 20-prozentige Erhöhung der jährlichen Sonderzahlung. Der Vertrag läuft 24 Monate bis Ende 2027.

Auch UCI zog nach: Hier steigen die Gehälter um 6,8 Prozent in vier Schritten – rückwirkend zum 1. Januar 2026. Die jährliche Sonderzahlung klettert auf 1.000 Euro. Auch dieser Vertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Die Einigungen bei den beiden Ketten setzen CinemaxX nun massiv unter Druck. Denn die Beschäftigten sehen, was anderswo möglich ist.

Technologischer Wandel: KI und neue Arbeitskämpfe

Die Tarifkonflikte in Deutschland sind kein Einzelfall. Weltweit ringt die Filmbranche mit den Folgen der Digitalisierung. In den USA meldete die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA zuletzt Fortschritte bei Gesprächen mit Hollywood-Studios und Streamingdiensten – es geht um den Einsatz Künstlicher IntelligenZ. Offenbar zeigen die Studios erstmals Kompromissbereitschaft.

Auch in Deutschland regt sich Widerstand. Beim Filmfestival in Cannes stellten deutsche Filmschaffende das Dogma 25 Germany-Manifest vor. Es fordert eine Rückkehr zu traditionellen Arbeitsweisen – handschriftliche Drehbücher, kein Internet im kreativen Prozess. Ein radikaler Gegenentwurf zur algorithmisch optimierten Filmproduktion.

Doch die Branche hat auch Grund zur Hoffnung: Die Generation Z entdeckt das Kino wieder. In Nordamerika machten die 14- bis 27-Jährigen 2025 fast 40 Prozent des Kinopublikums aus – im Schnitt sieben Filme pro Jahr. Streaming-Abos hin oder her: Das Kino als soziales Erlebnis bleibt gefragt.

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