Klimapolitik, Religionsverbände

Klimapolitik: 170 Religionsverbände fordern Übergewinnsteuer für Ölkonzerne

02.07.2026 - 10:32:07 | boerse-global.de

Über 170 religiöse Organisationen fordern von der neuen EU-Ratspräsidentschaft eine beschleunigte Energiewende und eine dauerhafte Übergewinnsteuer für fossile Konzerne.

Religionsbündnis fordert radikale EU-Klimawende und Übergewinnsteuer
Klimapolitik - Eine diverse Gruppe von Menschen, die verschiedene religiöse Hintergründe repräsentieren, blickt ernsthaft auf eine stilisierte, leuchtende EU-Flagge. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehr als 170 religiöse Organisationen fordern von der neuen EU-Ratspräsidentschaft einen radikalen Kurswechsel in der Klimapolitik. Die Allianz vertritt nach eigenen Angaben rund 33,1 Millionen Menschen aus 20 Mitgliedstaaten.

Zum Antritt der irischen Ratspräsidentschaft am 1. Juli verlangt das Bündnis von Regierungschef Micheál Martin einen beschleunigten Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Konkret fordern die Verbände eine dauerhafte Übergewinnsteuer für fossile Konzerne.

Milliardengewinne als Argument

Die wirtschaftliche Lage der Branche untermauert die Forderung: Die sechs größten europäischen Öl- und Gaskonzerne verzeichneten im ersten Quartal 2026 einen Gesamtgewinn von 22 Milliarden US-Dollar.

Das Bündnis schlägt vier Sofortmaßnahmen vor. Neben der Übergewinnsteuer fordern die Organisationen einen rechtsverbindlichen Ausstiegspfad aus Kohle, Gas und Öl. Hinzu kommen massive Investitionen in saubere Energien und eine Ausrichtung des künftigen EU-Haushalts am Prinzip der Menschenwürde.

Irland zwischen Wettbewerb und Klimaschutz

Der Wechsel an der EU-Ratsspitze fällt in eine Phase wegweisender Entscheidungen. Aktuell laufen die Verhandlungen über den EU-Haushalt 2028 bis 2034 mit einem Volumen von rund 1,73 Billionen Euro.

Anzeige

Mehr als 170 Religionsverbände fordern eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. Was bedeutet das für Ihre Investments? Unser kostenloser ESG-Check analysiert die Auswirkungen auf Ihr Portfolio und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. ESG-Check per E-Mail anfordern

Irland setzt eigene Schwerpunkte: Wettbewerbsfähigkeit, Kinderschutz im Internet und Sanktionen gegen Russland. Doch die Haushaltspläne stoßen auf Widerstand. Bundeskanzler Merz bezeichnete die Entwürfe als unbezahlbar und fordert eine Reduzierung auf 1,6 Billionen Euro.

Rekordtemperaturen erhöhen Druck

Aktuelle Umweltdaten untermauern die Dringlichkeit. Am 1. Juli meldeten Wetterdienste neue Rekordwerte bei den globalen Meeresoberflächentemperaturen – bis zu 21,0 Grad Celsius.

Umweltorganisationen wie Germanwatch drängen zudem auf die fristgerechte Umsetzung der Klima-Sozialpläne. Nur so lasse sich die Energiewende sozialverträglich gestalten.

Nationale Sparpläne gefährden Klimaziele

Anzeige

Steigende Steuerlast für fossile Konzerne, neue EU-Regulierungen – sind Ihre Investments noch zukunftssicher? Mit unserem kostenlosen ESG-Check behalten Sie den Überblick. Jetzt ESG-Check anfordern

Während die Allianz auf EU-Ebene mehr Ehrgeiz einfordert, zeichnen sich in einzelnen Mitgliedstaaten Kürzungen ab. In Österreich soll das Budget für Umwelt und Klima 2027 um 30 Prozent sinken.

Experten warnen vor mittelfristigen Budgetrisiken in Milliardenhöhe. Werde die EU-Klimaziele durch verringerte Investitionen verfehlt, drohten Folgekosten. Gleichzeitig fordern Wirtschaftsvertreter in Deutschland angesichts regionaler Energieversorgungsengpässe Ausnahmen bei ökologischen Auflagen – etwa die Aussetzung der EU-Methanverordnung bis Ende 2029.

de | wirtschaft | 69671109 |