Klingbeil, Einigung

Klingbeil rechnet mit schneller Einigung bei Zuckersteuer

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 08:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hÀlt trotz der Kritik aus dem Kanzleramt an der Zuckersteuer fest - und geht davon aus, dass diese auch kommen wird.

"Das Ziel bleibt klar. Wir haben verabredet, eine Zuckersteuer einzufĂŒhren. Wir werden das auch tun", sagte der SPD-Vorsitzende "ZDFheute" und RTL/ntv. Klingbeil fĂŒgte hinzu: "Ich bin da zuversichtlich, dass wir schnell zu einer Einigung kommen."

Das Bundeskanzleramt hatte den Entwurf des Ministers zur EinfĂŒhrung einer Steuer auf zuckerhaltige GetrĂ€nke vorerst gestoppt. In Regierungskreisen hieß es, sein Entwurf weiche vom Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit ab "und ist in dieser Form in der Regierung nicht mehrheitsfĂ€hig".

Mit der Zuckersteuer will Klingbeil nicht nur Einnahmen fĂŒr den Bundeshaushalt generieren, sondern auch GetrĂ€nkeherstellern einen Anreiz geben, den Zuckergehalt zu senken und ihre Produkte gesĂŒnder zu machen. Laut Entwurf soll sie ab Juli 2027 fĂŒr alle GetrĂ€nke ab einem Zuckergehalt von fĂŒnf Gramm pro 100 Milliliter gelten. Klingbeil sagte dazu den Sendern: "Wir wollen die GesundheitsprĂ€vention stĂ€rken, wir wollen unsere Kinder schĂŒtzen. Wir sehen, dass es eine große UnterstĂŒtzung in der Bevölkerung gibt."

Die Finanzkommission Gesundheit hatte lediglich zwei statt der vom Finanzministerium geplanten drei Steuerstufen empfohlen. Höchster Steuersatz wĂ€ren damit 32 Cent - und nicht wie von Klingbeil vorgesehen 38 Cent pro Liter. Außerdem geht die Kommission von deutlich geringeren jĂ€hrlichen Einnahmen aus: statt knapp einer Milliarde wie im Entwurf nur rund 450 Millionen Euro.

Mahnung vom SPD-Vize

Vor allem in der Unionsfraktion gibt es schon lĂ€nger Widerstand gegen die Zuckersteuer. Der stellvertretende SPD-Chef Alexander Schweitzer hĂ€lt dagegen. "Die VorgĂ€nge haben mich ĂŒberrascht", sagte Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur ĂŒber die öffentlich vom Kanzleramt gestoppte Zuckersteuer.

"Das ist in der Sache und fĂŒr ein gutes Miteinander nicht zutrĂ€glich und schafft wenig VerstĂ€ndnis bei den Menschen", sagte Schweitzer, der in Rheinland-Pfalz kommissarischer Parteichef und Fraktionsvorsitzender ist. "Die geplante Zuckersteuer soll die GesundheitsprĂ€vention stĂ€rken und zum Beispiel Kinder vor zu viel Zucker schĂŒtzen. Bei einem so wichtigen Thema glaube ich nicht, dass eine Seite durch so ein Vorgehen nachhaltig profitiert." In Mainz regiert wie im Bund eine schwarz-rote Koalition.

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