ElektromobilitÀt, EU-Regeln

Koalition plant E-Auto-Förderung nach neuen EU-Vorgaben zu gestalten

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 16:59 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Union und SPD wollen die Förderung fĂŒr Elektroautos grundlegend ĂŒberarbeiten und sie stĂ€rker an europĂ€ische Vorgaben koppeln, um einheimische Hersteller besser zu unterstĂŒtzen.

Koalition will E-Auto-PrÀmie an EU-Kriterien ausrichten
Autoproduktion (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Kaum hat man sich an die aktuellen Förderrichtlinien gewöhnt, trudeln schon neue PlÀne ein: Die Koalitionsspitzen von Union und SPD sehen Handlungsbedarf bei der E-Auto-PrÀmie und setzen auf EU-weite Kriterien.

EU-Kriterien als Maßstab fĂŒr E-Auto-PrĂ€mien?

Interessanterweise basiert die Überarbeitung auf den sogenannten PrĂ€ferenz- und Local-Content-Regeln der EU, die noch in Arbeit sind. Ein Klopfen auf Holz – denn wann genau diese EU-Regeln festgezurrt werden, bleibt offen. Das Ziel: Die PrĂ€mie soll kĂŒnftig nur noch ausgeschĂŒttet werden, wenn die Wertschöpfung vor allem in Deutschland oder zumindest in der EU bleibt.

Deutsche Hersteller im Fokus

Bereits im August regte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann in einem Interview mit "Politico" an, die Richtlinie sei zu sehr auf den Import zugeschnitten. Aus seiner Sicht laufen bislang hauptsĂ€chlich außereuropĂ€ische Firmen mit der E-Förderung lachend davon. Sebastian Roloff, SPD, hĂ€lt die Einbindung der Local-Content-Kriterien fĂŒr ĂŒberfĂ€llig – als Paradebeispiel fĂŒr deren Anwendung sieht er gerade die E-Auto-PrĂ€mie. Das ist nicht unplausibel, denn mit jedem chinesischen oder US-amerikanischen Stromer auf deutschen Straßen rĂŒcken Wirtschaftsinteressen der EU etwas in den Hintergrund.

EU-Kommission, Freihandel und französischer Eifer

Im Rahmen des sogenannten "Industrial Accelerator Acts" ringen die EU-LĂ€nder aktuell um die Local-Content-Regeln: Ein Spagat zwischen dem Schutz der heimischen Industrie und einer BeschrĂ€nkung des internationalen Wettbewerbs. WĂ€hrend Frankreich mit Nachdruck auf PrĂ€ferenzregeln pocht, gibt sich die Bundesregierung bisher noch betont zurĂŒckhaltend. VerstĂ€ndlich – niemand will zu rigoros auftreten und damit dem europĂ€ischen Binnenmarkt schaden.

Utility Factor & CO2-Regulierung: Es wird verschÀrft

Völlig am Rande, fast wie ein Nachgedanke, fordern die Fraktionsspitzen auch Änderungen im EU-Auto-Regelwerk. Der berĂŒhmt-berĂŒchtigte "Utility Factor" – ein eher technischer Wert, der angibt, wie Hybrid- und Elektrofahrzeuge in die CO2-Flottenbewertungen der Hersteller eingehen – soll frĂŒhestens ab nĂ€chstem Jahr reguliert werden. Die EU-Kommission will diesen Wert jedoch schon bald senken, was das HybridgeschĂ€ft quasi auf Abstellgleis stellen könnte. Außerdem verlangen Union und SPD, dass die Ziele beim grĂŒnen Stahl zwingend einzuhalten sind – nicht unwichtig angesichts der ambitionierten Klimaforderungen aus BrĂŒssel.

Die Regierung möchte, dass die E-Auto-Förderung in Deutschland kĂŒnftig stĂ€rker von der in der EU erzeugten Wertschöpfung abhĂ€ngt, um europĂ€ische Hersteller zu stĂ€rken. Dazu orientiert man sich an neuen EU-Regelwerken, den sogenannten Local-Content-Vorgaben, die im Zuge des "Industrial Accelerator Acts" entstehen – Frankreich drĂ€ngt besonders auf deren zĂŒgige EinfĂŒhrung, wĂ€hrend die Bundesregierung noch zögerlich agiert. Neben den PrĂ€mien steht auch die Bewertung der CO2-Bilanzen von Hybridfahrzeugen auf der Agenda, insbesondere durch mögliche Anpassungen des sogenannten Utility Factor, wĂ€hrend auch um die Durchsetzung von Zielwerten fĂŒr grĂŒnen Stahl gerungen wird. Nach aktueller Recherche wurden folgende Artikel gefunden: - Ein ausfĂŒhrlicher Artikel bei Spiegel.de berichtet, dass die Bundesregierung plant, die Subventionen fĂŒr E-Autos mit strengeren Anforderungen fĂŒr die Lieferkette zu verknĂŒpfen, damit mehr regionale Wertschöpfung entsteht und die AbhĂ€ngigkeit von Importen (vor allem aus Asien) sinkt (Quelle: Der Spiegel). - Laut einem Bericht der SĂŒddeutschen Zeitung erhöht der Streit zwischen Frankreich und Deutschland den Druck auf BrĂŒssel, möglichst schnell einheitliche Regeln zu verabschieden, wobei insbesondere die Frage behandelt wird, wie eine faire Lastenteilung zwischen nationalen Interessen und dem europĂ€ischen Binnenmarkt aussehen könnte (Quelle: SĂŒddeutsche Zeitung). - Die FAZ erlĂ€utert, dass die europĂ€ischen Autobauer auf einen konjunkturellen Aufschwung durch protektionistische Regeln hoffen, wĂ€hrend kleine Hersteller befĂŒrchten, durch komplexe Regularien ins Hintertreffen zu geraten; außerdem wird skizziert, wie schwierig die Umsetzung harmonisierter Standards tatsĂ€chlich ist (Quelle: FAZ).

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