Arbeitsmarkt, Mittelstand

ProduktivitĂ€t im Handwerk: Was erfolgreiche Betriebe auszeichnet / ISOTEC-Handwerkskompass analysiert ProduktivitĂ€t, VergĂŒtung und ArbeitsplatzattraktivitĂ€t

09.06.2026 - 10:17:39 | presseportal.de

Köln/Bergisch Gladbach - Erfolgreiche Handwerksbetriebe arbeiten nicht nur produktiver, sie investieren auch deutlich stĂ€rker in gute Arbeitsbedingungen, moderne FĂŒhrung und Mitarbeiterbindung. Zu diesem Ergebnis kommt der neue ISOTEC-Handwerkskompass 2026, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Consult) im Auftrag des Sanierungsspezialisten ISOTEC erarbeitet hat.

ProduktivitĂ€t im Handwerk: Was erfolgreiche Betriebe auszeichnet / ISOTEC-Handwerkskompass analysiert ProduktivitĂ€t, VergĂŒtung und ArbeitsplatzattraktivitĂ€t - Bild: presseportal.de
ProduktivitĂ€t im Handwerk: Was erfolgreiche Betriebe auszeichnet / ISOTEC-Handwerkskompass analysiert ProduktivitĂ€t, VergĂŒtung und ArbeitsplatzattraktivitĂ€t - Bild: presseportal.de

Die Studie liefert zugleich wichtige Antworten auf eine der grĂ¶ĂŸten Herausforderungen der Branche: den zunehmenden FachkrĂ€ftemangel im Handwerk. Sie untersucht den Zusammenhang zwischen ProduktivitĂ€t, ArbeitsplatzattraktivitĂ€t und VergĂŒtung. Grundlage sind volkswirtschaftliche Analysen sowie eine Befragung von 602 Handwerkern, darunter 294 BeschĂ€ftigte aus dem Bauhaupt- und Ausbaugewerbe.

Warum das Handwerk fĂŒr Deutschland unverzichtbar ist

Mit mehr als einer Million Betrieben, rund 5,6 Millionen BeschĂ€ftigten und ĂŒber 342.000 Auszubildenden zĂ€hlt das Handwerk zu den wichtigsten Wirtschafts- und Ausbildungszweigen Deutschlands. Die Branche erwirtschaftet jĂ€hrlich rund 771 Milliarden Euro Umsatz und trĂ€gt rund 7,6 Prozent zur gesamten Bruttowertschöpfung bei. Gleichzeitig kommt dem Handwerk eine SchlĂŒsselrolle bei den großen Transformationsaufgaben der kommenden Jahre zu: von der Energiewende ĂŒber die energetische GebĂ€udesanierung bis hin zur Modernisierung und Digitalisierung von GebĂ€uden und Infrastruktur.

Die ProduktivitÀtsspirale im Handwerk

Im Mittelpunkt des ISOTEC-Handwerkskompass 2026 steht die sogenannte ProduktivitĂ€tsspirale. Sie beschreibt das Zusammenspiel von Gehalt, ArbeitsplatzattraktivitĂ€t und ProduktivitĂ€t. Die zentrale Erkenntnis der Studie: Gute Arbeitsbedingungen, hohe Mitarbeiterzufriedenheit und wirtschaftlicher Erfolg verstĂ€rken sich gegenseitig. Attraktive ArbeitsplĂ€tze fördern Motivation, Leistungsbereitschaft und Mitarbeiterbindung. Dies steigert die ProduktivitĂ€t, die wiederum wirtschaftliche SpielrĂ€ume fĂŒr bessere VergĂŒtung, Weiterbildung, Digitalisierung und moderne Arbeitsbedingungen schafft. "Unsere Analyse zeigt: ProduktivitĂ€t im Handwerk entsteht dort, wo faire VergĂŒtung, attraktive Arbeitsbedingungen und gute betriebliche Strukturen zusammenkommen", sagt Dr. Hilmar Klink von IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

"Der Handwerkskompass macht deutlich, dass wirtschaftlicher Erfolg und attraktive ArbeitsplĂ€tze untrennbar miteinander verbunden sind", sagt Horst Becker, GrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer von ISOTEC sowie Initiator des ISOTEC-Handwerkskompasses. "Betriebe, die in ihre Mitarbeiter investieren, WertschĂ€tzung leben und moderne Rahmenbedingungen schaffen, stĂ€rken nicht nur ihre AttraktivitĂ€t als Arbeitgeber, sondern auch ihre WettbewerbsfĂ€higkeit und ZukunftsfĂ€higkeit."

Besonders ausgeprÀgt ist der Zusammenhang zwischen Gehaltszufriedenheit und ArbeitsplatzattraktivitÀt: Steigt die Zufriedenheit mit dem Gehalt um zehn Prozent, verbessert sich die wahrgenommene AttraktivitÀt des Arbeitsplatzes durchschnittlich um 5,6 Prozent. Gleichzeitig geht eine um zehn Prozent höhere ArbeitsplatzattraktivitÀt mit einer um 3,6 Prozent höheren ProduktivitÀt einher.

Wodurch sich erfolgreiche Handwerksbetriebe unterscheiden

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen wirtschaftlich erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmen. Erfolgreiche Handwerksbetriebe investieren hĂ€ufiger in moderne FĂŒhrung, Weiterbildung, Digitalisierung und klar strukturierte Prozesse. Zudem setzen sie stĂ€rker auf transparente Kommunikation, moderne Arbeitsmittel, leistungsbezogene VergĂŒtungssysteme sowie Zusatzleistungen wie Bonuszahlungen, betriebliche Altersvorsorge, zusĂ€tzliche Urlaubstage oder flexible Arbeitszeitmodelle. Auch standardisierte AblĂ€ufe und digitale Werkzeuge kommen dort hĂ€ufiger zum Einsatz.

Wirtschaftlicher Erfolg und Mitarbeiterzufriedenheit hÀngen eng zusammen. BeschÀftigte in erfolgreichen Handwerksunternehmen bewerten ArbeitsablÀufe, Organisation und Effizienz deutlich positiver als Mitarbeiter weniger erfolgreicher Betriebe.

Auch Qualifikation und Einkommen beeinflussen die Wahrnehmung der eigenen TÀtigkeit: Meister bewerten die ProduktivitÀt ihres Betriebs im Durchschnitt um 16 Prozentpunkte höher als Gesellen. BeschÀftigte mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 4.000 Euro schÀtzen die AttraktivitÀt des Handwerks ebenfalls hÀufiger positiv ein als BeschÀftigte mit einem Einkommen unter 4.000 Euro.

Die Studie relativiert das verbreitete Bild eines generellen Gehaltsnachteils des Handwerks gegenĂŒber der Industrie. Viele Unterschiede hĂ€ngen eng mit der UnternehmensgrĂ¶ĂŸe zusammen. Im Vergleich zu Ă€hnlich großen Betrieben liegen die Einkommen im Bauhandwerk deutlich nĂ€her an denen der Industrie, als hĂ€ufig angenommen wird. GegenĂŒber mittleren Industrieunternehmen bestehen weiterhin Einkommensunterschiede. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass diese LĂŒcke durch höhere ProduktivitĂ€t, moderne Betriebsstrukturen und attraktive ArbeitsplĂ€tze schrittweise verringert werden kann.

WertschÀtzung wird zum Wettbewerbsfaktor

Besonders positiv bewerten die befragten Handwerker die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit, abwechslungsreiche TÀtigkeiten und den direkten Kundenkontakt. Verbesserungsbedarf sehen viele dagegen bei flexibleren Arbeitszeiten, Karriereperspektiven und moderner technischer Ausstattung. Die Studie macht deutlich: WertschÀtzung, Entwicklungsmöglichkeiten und moderne Arbeitsbedingungen zÀhlen heute zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren im Kampf um FachkrÀfte.

ProduktivitÀt im Handwerk gezielt steigern

Der ISOTEC-Handwerkskompass 2026 verbindet die Analyse mit konkreten Handlungsempfehlungen fĂŒr die betriebliche Praxis. Die grĂ¶ĂŸten Potenziale liegen in modernen VergĂŒtungsstrukturen, der konsequenten Digitalisierung von AblĂ€ufen, klaren Prozessen, attraktiven Arbeitsbedingungen sowie in Weiterbildung und Mitarbeiterentwicklung. "Das Handwerk verfĂŒgt ĂŒber enorme StĂ€rken und Potenziale, die hĂ€ufig unterschĂ€tzt werden", betont ISOTEC-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Horst Becker. "Der ISOTEC-Handwerkskompass 2026 belegt, dass wirtschaftlicher Erfolg und attraktive ArbeitsplĂ€tze kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stĂ€rken. Die Zukunft des Handwerks entscheidet sich nicht allein auf der Baustelle, sondern auch in den Betrieben selbst."

Download der Studie:

Die vollstÀndige Studie mit Grafiken, zentralen Kennzahlen und Handlungsempfehlungen steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit unter www.isotec-handwerkskompass.de

Pressekontakt:

ISOTEC GmbH
Marcel Kluge
Köttgen-Allee 1
51456 Bergisch Gladbach
info@isotec-handwerkskompass.de
02202 / 95 74 120

Unser Podcast - reinhören und mitreden:
https://www.isotec-handwerkskompass.de

Original-Content von: ISOTEC GmbH ĂŒbermittelt durch news aktuell

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