Kohlenmonoxid-Gefahr: 182.020 Anlagen mit auffÀlligen Abgaswerten
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deAnlĂ€sslich der bevorstehenden Zeitumstellung am Sonntag, den 25. Oktober 2026, und des Beginns der Heizperiode ruft die Initiative âCO macht K.O.â zu einem umfassenden Sicherheitscheck in Haushalten auf.
Das BĂŒndnis warnt vor den Gefahren von Kohlenmonoxid (CO), die mit der Inbetriebnahme von Heizungsanlagen und Kaminen wieder steigen. Andreas Walburg vom Landesverband Schornsteinfegerhandwerk Niedersachsen bezeichnete die Zeitumstellung als perfekten Anlass, um Heizungen und Schornsteine prĂŒfen zu lassen.
Gefahrenquellen und TĂŒcke des unsichtbaren Gases
Kohlenmonoxid entsteht bei der unvollstĂ€ndigen Verbrennung von Gas, Ăl, Holz oder Kohle. Typische Gefahrenquellen sind Gasheizungen, Gasthermen, Kaminöfen und Pelletfeuerungen. Wenn Zu- oder Abluftwege blockiert sind oder technische Defekte vorliegen, kann das geruchlose und unsichtbare Gas in InnenrĂ€ume entweichen. Da es diffundiert, breitet es sich auch ungehindert durch WĂ€nde und Decken aus.
Erste Vergiftungssymptome sind unspezifisch: Betroffene klagen ĂŒber Kopfschmerzen, Schwindel, Ăbelkeit und MĂŒdigkeit. Bei höheren Konzentrationen fĂŒhrt das Atemgift rasch zu Bewusstlosigkeit, irreparablen GesundheitsschĂ€den oder dem Tod. Laut dem Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) werden in Deutschland jĂ€hrlich mehrere tausend CO-Vergiftungen registriert, darunter mehrere hundert TodesfĂ€lle.
Dass Defekte keineswegs selten sind, belegen Kontrollstatistiken: Das Schornsteinfegerhandwerk (ZIV) fĂŒhrte im Jahr 2025 rund 9,2 Millionen CO-Messungen durch. Dabei wurden bei 105.770 Anlagen Werte zwischen 500 und 1.000 ppm festgestellt, bei 76.250 Anlagen lagen die Messwerte sogar darĂŒber.
Zusammengenommen wiesen 182.020 ĂŒberprĂŒfte Anlagen auffĂ€llige Abgaswerte auf. Ein Wert ĂŒber 1.000 ppm zieht eine behördliche MĂ€ngelmeldung mit Nachbesserungsfrist nach sich.
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Wartung durch Schornsteinfeger und Fachbetriebe
Die Initiative empfiehlt Immobilienbesitzern und Mietern, FeuerstĂ€tten rechtzeitig vor der Heizsaison von Fachbetrieben warten zu lassen. Wie die Feuerwehren Markt Biberbach hinweisen, ist eine rechtlich bindende FeuerstĂ€ttenschau mindestens alle drei und spĂ€testens alle fĂŒnf Jahre vorgesehen.
Schornsteinfeger Björn Marson mahnt, dass Schornsteine frei sein mĂŒssen und mindestens einmal jĂ€hrlich gekehrt werden sollten, bei reinen Holzöfen teils noch hĂ€ufiger. Bezirksschornsteinfeger Ralph Löhr verweist dabei auf die Gefahr von Dohlen- und Vogelnestern im Kamin, die beim Anheizen in Brand geraten können.
Zudem mĂŒssen Dichtungen und Rauchrohre vor Inbetriebnahme dicht sein. Verbrannt werden darf laut Umwelt- und FachverbĂ€nden ausschlieĂlich trockenes, naturbelassenes Scheitholz; das Verbrennen von behandeltem Holz, SperrmĂŒll, Möbelteilen oder AbfĂ€llen fĂŒhrt zu massiven RuĂablagerungen und erhöht das Risiko von SchornsteinbrĂ€nden.
CO-Warnmelder und Verhalten im Ernstfall
Als einziges Instrument zur verlĂ€sslichen FrĂŒhwarnung gelten geprĂŒfte CO-Melder. Die Initiative betont, dass diese GerĂ€te eine regelmĂ€Ăige Wartung der Heizanlagen zwar nicht ersetzen, aber im Falle eines Gasaustritts akustisch Alarm schlagen. Vorhandene GerĂ€te mĂŒssen regelmĂ€Ăig gemÀà den Herstellerangaben ĂŒberprĂŒft oder ausgetauscht werden.
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Löst ein Melder aus, ist unverzĂŒglich das GebĂ€ude zu verlassen. Erst im sicheren AuĂenbereich sollten RettungskrĂ€fte und Feuerwehr ĂŒber die Notrufnummer 112 alarmiert werden. Das betroffene GebĂ€ude darf vor der Freigabe durch die EinsatzkrĂ€fte keinesfalls wieder betreten werden.
AusdrĂŒcklich gewarnt wird vor Notlösungen: Der LandesFeuerwehrVerband Bayern unterstreicht, dass Holzkohle- und Gasgrills, Gas-Heizstrahler, offenes Feuer oder Teelichtöfen niemals als Heizersatz in geschlossenen RĂ€umen genutzt werden dĂŒrfen.
Bereits die RestwĂ€rme von Holzkohlegrills kann lebensgefĂ€hrliche Gaskonzentrationen erzeugen. Bei elektrischen ZusatzheizgerĂ€ten ist auf PrĂŒfsiegel wie GS oder TĂV zu achten; sie dĂŒrfen nicht ĂŒber Mehrfachsteckdosen oder dauerhaft unbeaufsichtigt betrieben werden.
Die Initiative âCO macht K.O.â wurde 2018 gegrĂŒndet. Getragen wird das BĂŒndnis unter anderem vom Deutschen Feuerwehrverband (DFV), der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), dem ZIV, Notarzt- und RettungsdienstverbĂ€nden sowie sicherheitstechnischen Institutionen.
