Kohlenmonoxid, Gasthermen

Kohlenmonoxid in Gasthermen: Bonner Feuerwehr rät zu CO-Meldern

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regelmäßige Heizungsprüfungen und CO-Warnmelder sollen Vergiftungen durch das unsichtbare Gas verhindern.
Ein dunkler Kellerraum mit einem gemauerten Schornstein und industriellen Belüftungsrohren unter der Decke. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit warnen die Bonner Berufsfeuerwehr und die Stadt Bonn vor den erheblichen Gefahren durch Kohlenmonoxid (CO). Als häufigste Ursache für entsprechende Unfälle gilt nach Angaben der Bonner Einsatzkräfte eine fehlerhafte Verbrennung in Gasthermen. Da das Gas unsichtbar bleibt, raten Behörden und Experten dringend zu vorbeugenden Maßnahmen und technischen Warngeräten.

Ein unsichtbares Risiko in Innenräumen

Kohlenmonoxid zeichnet sich dadurch aus, dass es geruch-, farb- und geschmacklos ist. Eine besondere Gefahr besteht darin, dass das Gas auch durch Wände und Fußböden dringen kann. Betroffene bemerken das Auftreten oft nicht rechtzeitig. Die Vergiftungserscheinungen reichen von Kopfschmerzen und Schwindel über Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod.

Um Unfällen vorzubeugen, raten die Stadt Bonn und die örtliche Berufsfeuerwehr dazu, Heizungsanlagen regelmäßig von einem Fachbetrieb warten zu lassen und die Schornsteine kontrollieren zu lassen. Die vorgeschriebenen Intervalle für Überprüfungen liegen dabei je nach Anlage und Nutzung üblicherweise bei einem bis drei Jahren.

Zusätzlich zu den ohnehin gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmeldern wird die Montage von CO-Meldern nahe den Gasthermen empfohlen. Schlägt ein solches Gerät Alarm, sollten die Anwesenden das Gebäude unverzüglich verlassen, nach Möglichkeit noch Fenster und Türen öffnen und den Notruf erst von außerhalb des Gebäudes absetzen.

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Aufrufe zum Sicherheitscheck zur Zeitumstellung

Bundesweit verbinden Initiativen und weitere Kommunen die anstehende Zeitumstellung am 25. Oktober 2026 mit eindringlichen Appellen. Die 2018 gegründete Initiative „CO macht K.O.“, zu deren Mitgliedern unter anderem ÄLRD, BAND, BHE, DEPI, DFV, vfdb und ZIV zählen, weist darauf hin, dass Kohlenmonoxid bei der unvollständigen Verbrennung fossiler und biogener Brennstoffe wie Gas, Öl, Holz oder Kohle entsteht.

Neben Gasthermen und Heizungen gelten auch Kamine und Öfen als Quellen. Das Gas könne unbemerkt durch Wände und Decken ziehen. Andreas Walburg vom Landesverband Schornsteinfegerhandwerk Niedersachsen bezeichnete die Zeitumstellung als passenden Anlass für eine umfassende technische Kontrolle.

Nach Ansicht der Initiative stellen CO-Melder die einzige verlässliche Möglichkeit dar, frühzeitig vor dem Gas zu warnen, wenngleich sie eine fachgerechte Wartung nicht ersetzen können.

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Auch die Stadt Speyer ruft anlässlich der Zeitumstellung am 25. Oktober 2026 zu entsprechenden Sicherheitsprüfungen von Feuerstätten auf. Unterstützt von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler betonte Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Peter Eymann, dass neben Kopfschmerzen und Schwindel auch Übelkeit sowie Müdigkeit typische Symptome seien, bevor Bewusstlosigkeit eintritt.

Bei einem akustischen Alarm müsse das Gebäude umgehend geräumt, Mitbewohner gewarnt und die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 verständigt werden. Ein Betreten der Räume vor Freigabe durch die Rettungskräfte sei zwingend zu vermeiden.

Internationale Empfehlungen für den Beginn der Heizsaison

Ähnliche Sicherheitshinweise geben Handwerks- und Kommunalverbände im europäischen Ausland. Die Südtiroler Berufsgemeinschaften der Hafner und Kaminkehrer im lvh mahnen ebenfalls eine sorgfältige Kontrolle der Anlagen vor der ersten Inbetriebnahme an, insbesondere nach Renovierungen oder Umbauten.

Christian Gross, Obmann der Hafner, und Richard Schupfer, Sprecher der Arbeitsgruppe „KO durch CO“, betonten in diesem Zusammenhang, dass die Sicherheit oberste Priorität habe. Neue Feuerstellen sollten daher ausschließlich von Fachpersonal mit Konformitätserklärung errichtet und ausschließlich trockenes Brennholz bei ausreichender Luftzufuhr verbrannt werden.

In Polen wies die Gmina Kaw?czyn parallel darauf hin, dass Schornsteine und Lüftungsgitter keinesfalls blockiert sein dürfen. Da defekte Heizanlagen jährlich zu Hunderten von Feuerwehreinsätzen führen, seien CO- und Rauchmelder eine kostengünstige und lebensrettende Investition zum Beginn der Heizperiode.

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