VerbÀnde, Europa

Kolumbien warnt Europa: Die Bananenproduktion wird angesichts von El Niño und der Aufwertung der LandeswÀhrung immer teurer und gefÀhrdet 200.000 ArbeitsplÀtze

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 16:06 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Madrid, Spanien - Wenige Tage vor der Fruit Attraction 2026 warnen die kolumbianischen BananenverbÀnde AUGURA und ASBAMA: Sinkende ProduktivitÀt, Klimafolgen, die Aufwertung des Peso und steigende Kosten schrÀnken die FÀhigkeit der Branche ein, mehr als 200.000 ArbeitsplÀtze zu sichern und den wachsenden sozialen und ökologischen Anforderungen des europÀischen Marktes gerecht zu werden.

Kolumbien warnt Europa: Die Bananenproduktion wird angesichts von El Niño und der Aufwertung der LandeswÀhrung immer teurer und gefÀhrdet 200.000 ArbeitsplÀtze - Bild: presseportal.de
Kolumbien warnt Europa: Die Bananenproduktion wird angesichts von El Niño und der Aufwertung der LandeswÀhrung immer teurer und gefÀhrdet 200.000 ArbeitsplÀtze - Bild: presseportal.de

Die kolumbianische Bananenbranche wird auf der Fruit Attraction, die vom 6. bis 8. Oktober in Madrid stattfindet, in einer besonders schwierigen Situation vertreten sein. WÀhrend der europÀische Markt seine Nachhaltigkeitsstandards erhöht, sehen sich die Erzeuger mit einer Kombination von Faktoren konfrontiert, die die Einhaltung dieser Standards verteuert und die Margen der Branche schmÀlert.

Im Jahr 2026 wurden mehr als 1.200 Hektar BananenanbauflĂ€che durch Überschwemmungen und mehr als 3.000 Hektar durch schwere StĂŒrme in Mitleidenschaft gezogen. Angesichts dieser und weiterer Klimafolgen gehen AUGURA und ASBAMA davon aus, dass die ProduktivitĂ€t der Branche um rund 20 % zurĂŒckgehen könnte.

Zum ProduktionsrĂŒckgang kommt ein anspruchsvolles wirtschaftliches Umfeld hinzu. Die Aufwertung des Peso gegenĂŒber dem US-Dollar verringert die Einnahmen in LandeswĂ€hrung in einer Branche, die im Wesentlichen auf den Export ausgerichtet ist. Gleichzeitig steigen die Kosten durch die Verteuerung von Betriebsmitteln und DĂŒngemitteln, die zur Einhaltung internationaler Standards erforderlichen Investitionen sowie die Anhebung des Mindestlohns in Kolumbien um nahezu 23 % im laufenden Jahr.

Die Bedingungen könnten sich in den kommenden Monaten weiter verschĂ€rfen. Das Institut fĂŒr Hydrologie, Meteorologie und Umweltstudien (IDEAM) hat vor einer VerstĂ€rkung von El Niño gewarnt und die Wahrscheinlichkeit, dass das PhĂ€nomen eine in den vergangenen Jahrzehnten nicht verzeichnete IntensitĂ€t erreicht, auf 75 % angehoben. FĂŒr eine landwirtschaftliche TĂ€tigkeit, die von der WasserverfĂŒgbarkeit, der Temperatur und der StabilitĂ€t der Produktionszyklen abhĂ€ngt, bringt ein Szenario mit weniger NiederschlĂ€gen und zunehmendem Wasserstress zusĂ€tzliche Unsicherheit hinsichtlich Produktion und Kosten mit sich.

Das grĂ¶ĂŸte Risiko geht ĂŒber die RentabilitĂ€t der Betriebe hinaus

Mehr als 200.000 ArbeitsplĂ€tze hĂ€ngen unmittelbar von der kolumbianischen Bananenwirtschaft ab. Seit mehr als 38 Jahren haben Erzeuger und BeschĂ€ftigte ein Modell des sozialen Dialogs und der Tarifverhandlungen aufgebaut, das Fortschritte bei der ÜberfĂŒhrung von ArbeitsverhĂ€ltnissen in formelle BeschĂ€ftigung, bei der BeschĂ€ftigungsstabilitĂ€t und bei der Verbesserung der Lebensbedingungen Tausender Familien in den Anbauregionen des Landes ermöglicht hat.

„Kolumbien hat gezeigt, dass Bananenproduktion mit formeller BeschĂ€ftigung, sozialem Dialog und hohen Nachhaltigkeitsstandards möglich ist. Unsere Botschaft an die europĂ€ische Wertschöpfungskette lautet, dass dieses Modell auch wirtschaftlich tragfĂ€hig sein muss. Wir können nicht weiterhin immer höhere Kosten tragen, ohne bei der gemeinsamen Verantwortung aller Marktakteure voranzukommen“, erklĂ€rte Emerson Aguirre Medina, geschĂ€ftsfĂŒhrender PrĂ€sident des kolumbianischen Bananenerzeugerverbands AsociaciĂłn de Bananeros de Colombia (AUGURA).

Dieses Modell zu erhalten erfordert finanzielle Mittel

Bananen zu produzieren, die den Erwartungen des europĂ€ischen Marktes entsprechen, bedeutet, Löhne und soziale Absicherung, Infrastruktur, Zertifizierungen, RĂŒckverfolgbarkeit, Umweltschutz, Pflanzengesundheit, Klimaanpassung und die Einhaltung zahlreicher internationaler Standards zu finanzieren.

Die VerbĂ€nde stellen diese Anforderungen nicht infrage. Die Branche hĂ€lt an ihrem Engagement fĂŒr Nachhaltigkeit, existenzsichernde Löhne und Umweltschutz fest. Zur Diskussion steht, wie diese Ziele in einem wirtschaftlichen Umfeld mit immer engeren HandlungsspielrĂ€umen finanziert werden können.

„Es geht nicht einfach darum, wie viel die Produktion einer Kiste Bananen kostet. Es geht darum, welche Art von Wertschöpfungskette wir fĂŒr die kommenden Jahre aufbauen wollen und wie entschlossen Europa ist, ein Modell zu erhalten, das formelle BeschĂ€ftigung schafft, die Umwelt schĂŒtzt und ganze Gemeinschaften in unseren Regionen trĂ€gt. Kolumbien hat gezeigt, dass es weiterhin ein verlĂ€sslicher Lieferant nachhaltig erzeugter Bananen fĂŒr Europa sein will. Nun brauchen wir eine Weiterentwicklung dieser Beziehung hin zu einem Modell, in dem der Wert unserer Erzeugnisse auch den Aufwand, die Investitionen und die Risiken widerspiegelt, die wir auf uns nehmen, um dies zu ermöglichen. Nachhaltige Bananen dĂŒrfen nicht nur auf dem Betrieb nachhaltig sein: Sie mĂŒssen es entlang der gesamten Wertschöpfungskette sein“, erklĂ€rte abschließend JosĂ© Francisco ZĂșñiga Cotes, geschĂ€ftsfĂŒhrender PrĂ€sident von ASBAMA, dem Verband der Erzeuger und Vermarkter aus Magdalena, Cesar und La Guajira.

Daher schlagen AUGURA und ASBAMA im Rahmen dieser bedeutenden Messe vor, mit SupermĂ€rkten, Importeuren, Handelsunternehmen und europĂ€ischen Großabnehmern einen Dialog ĂŒber die Verteilung von Wert, Kosten und Risiken entlang der Wertschöpfungskette aufzunehmen. Der Preis der FrĂŒchte darf nicht ausschließlich als kommerzielle GrĂ¶ĂŸe betrachtet werden.

Der Vorstoß beschrĂ€nkt sich weder auf die Forderung nach einem höheren Preis noch zielt er darauf ab, den wirtschaftlichen Druck auf ein anderes Glied der Kette zu verlagern. Die Erzeuger fordern, dass die gesamte Wertschöpfungskette eine RealitĂ€t anerkennt: Nachhaltigkeit hat ihren Preis, und ihre Finanzierung muss gemeinsam getragen werden. Entscheidend ist die FĂ€higkeit der Wertschöpfungskette, menschenwĂŒrdige BeschĂ€ftigung, produktive Investitionen und die Entwicklung in den Regionen, in denen die Branche tĂ€tig ist, dauerhaft zu sichern.

Pressekontakt:

Laura MartĂ­nez Uribe
Correo electrĂłnico: lmartinez@augura.com.co
Teléfono: +57 (324) 3552922

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