Deutschland, Arbeit

MĂŒtter deutlich seltener berufstĂ€tig als VĂ€ter – kaum Wandel

05.05.2026 - 09:12:45 | dpa.de

Kommen Kinder auf die Welt, leisten MĂŒtter oft mehr Sorgearbeit als VĂ€ter und sind deutlich seltener berufstĂ€tig. Neue Daten zeigen erstaunlich gleichbleibende Muster im langfristigen Vergleich.

MĂŒtter mit kleinen Kindern sind deutlich seltener berufstĂ€tig als MĂ€nner. (Symbolbild) - Foto: Felix KĂ€stle/dpa
MĂŒtter mit kleinen Kindern sind deutlich seltener berufstĂ€tig als MĂ€nner. (Symbolbild) - Foto: Felix KĂ€stle/dpa

MĂŒtter von kleinen Kindern ĂŒbernehmen mehr Sorgearbeit und sind deutlich seltener berufstĂ€tig als VĂ€ter in derselben Familiensituation. 2025 ging weniger als die HĂ€lfte der MĂŒtter (39,7 Prozent) mit mindestens einem Kind unter drei Jahren einer Erwerbsarbeit nach, wie das Statistische Bundesamt zum Muttertag am 10. Mai mitteilt. Bei VĂ€tern, die mit einem oder mehr Kindern unter drei Jahren im Haushalt lebten, war die ErwerbstĂ€tigenquote mit 88,7 Prozent mehr als doppelt so hoch.

MĂŒtter von unter DreijĂ€hrigen sind allerdings etwas hĂ€ufiger erwerbstĂ€tig als noch vor zehn Jahren: 2015 hatte die ErwerbstĂ€tigenquote bei 36 Prozent gelegen. Bei den VĂ€tern hat sich in dem Zeitraum kaum etwas geĂ€ndert: Bei ihnen lag die ErwerbstĂ€tigenquote bei 89,5 Prozent im Jahr 2015, geht aus den Daten hervor, die auf dem Mikrozensus beruhen.

ErwerbstĂ€tigenquote von MĂŒttern steigt mit Kindesalter

Wenn die Kinder Ă€lter werden, werden MĂŒtter wieder verstĂ€rkt berufstĂ€tig, zeigt die Statistik. 2025 arbeiteten fast drei Viertel (71,2 Prozent) der MĂŒtter mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren. Bei den VĂ€tern spielt das Alter der Kinder hingegen kaum eine Rolle: Die ErwerbstĂ€tigenquote von VĂ€tern mit minderjĂ€hrigen Kindern lag mit 91,4 Prozent nur leicht höher als von VĂ€tern mit kleinen Kindern.

«Diese Zahlen spiegeln einerseits die von der Forschung oft belegte ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zwischen MĂ€nnern und Frauen», sagte Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Es lĂ€gen seit Jahren VorschlĂ€ge auf dem Tisch, das Elterngeld so weiterzuentwickeln, dass es Anreize fĂŒr eine gleichberechtigte Aufteilung der Elternzeit setzt - etwa, indem der Anteil der nicht ĂŒbertragbaren Monate im Elterngeld ausgebaut werde. Zudem gebe es in Deutschland Defizite bei der Betreuungssituation trotz des Rechtsanspruchs auf Kinderbetreuung nach dem ersten Lebensjahr. «Ausbaden mĂŒssen das vor allem die MĂŒtter.»

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