Kommunales, Defizit

Kommunales Defizit: 31,9 Milliarden Euro Loch 2025, Stagnation verschärft Krise

24.06.2026 - 13:16:36 | boerse-global.de

Die Gewerbesteuereinnahmen in NRW verharren 2025 nahezu auf Vorjahresniveau, während viele Kommunen mit steigenden Ausgaben und strukturellen Defiziten kämpfen.

NRW-Gewerbesteuer 2025: Stagnation trotz lokaler Rekorde
Kommunales - Geschäftsleute in einer deutschen Stadt, die Finanzdokumente prüfen und sich besorgt über die wirtschaftliche Stagnation zeigen. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während einige Städte Rekordwerte melden, wächst die Sorge vor einer strukturellen Unterfinanzierung der Kommunen.

Kaum Bewegung beim Gesamtaufkommen

Laut IT.NRW summierten sich die Gewerbesteuereinnahmen der NRW-Kommunen 2025 auf knapp 17 Milliarden Euro. Das Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist minimal – nach Jahren des Aufwärtstrends zeichnet sich eine Stagnation ab.

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Im Schnitt flossen pro Einwohner 943 Euro in die Kassen. Das Problem: Die Erträge treffen auf steigende Ausgaben. Sozialhilfe, Jugendhilfe und die Unterbringung von Geflüchteten fressen immer größere Löcher in die Haushalte.

Düsseldorf bleibt Spitzenreiter

Unter den kreisfreien Städten liegt Düsseldorf vorn: 2.349 Euro pro Kopf, insgesamt über 1,4 Milliarden Euro. Allerdings blieb die Landeshauptstadt damit hinter dem Rekordjahr 2024 zurück – damals waren es über 1,6 Milliarden. Die Folge: höhere Eintrittspreise, der Opernneubau wurde gestrichen.

Es folgen Köln (1.524 Euro pro Kopf) und Münster (1.259 Euro). Schlusslicht ist Herne mit 374 Euro, gefolgt von Bottrop (545 Euro) und Solingen (590 Euro).

Kleine Gemeinden ganz vorn

Noch größere Unterschiede zeigen sich bei den kreisangehörigen Gemeinden. Monheim am Rhein führt landesweit mit 4.418 Euro pro Einwohner, dahinter Erndtebrück (4.209 Euro) und Legden (rund 2.900 Euro).

Doch selbst Spitzenreiter kämpfen: Monheim verhängte im Juni 2026 eine Haushaltssperre. Die für 2026 geplanten Einnahmen von 140 Millionen Euro sind wohl nicht erreichbar.

Erkelenz steigerte sein Aufkommen 2025 auf 35,6 Millionen Euro – nach 23,8 Millionen im Vorjahr. Grund sind ein höherer Hebesatz (460 Prozent) und Steuernachzahlungen. Für die Zukunft plant die Stadt ein 30 Hektar großes Gewerbegebiet.

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Einnahmen steigen, Defizit auch

Gummersbach zeigt das Dilemma: Trotz Rekord-Einnahmen von über 59 Millionen Euro rechnet die Stadt 2026 mit einem Defizit von 12,8 Millionen Euro. Kostentreiber: höhere Personalausgaben, Kreisumlagen und Jugendhilfe.

Das ist kein Einzelfall. Bundesweit erreichte das kommunale Defizit 2025 mit 31,9 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Die Städte warnen vor einer strukturellen Unterfinanzierung – und die Stagnation ihrer wichtigsten Einnahmequelle macht die Lage nicht besser.

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