Kompromiss, Mitarbeiter

Kompromiss bei ZF: 8.000 Mitarbeiter stimmen über neue Vergütung ab

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ZF Friedrichshafen will die Zeppelin-Zulage 2027 durch Leistung-Plus ersetzen und verschiebt die Tariferhöhung; Beschäftigte stimmen bis 23. Oktober ab.

ZF Friedrichshafen legt Kompromiss zur Vergütung vor
Weite, moderne Industriehalle mit klaren Linien und natürlichem Lichteinfall ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Nach den Auseinandersetzungen um die Kürzung übertariflicher Leistungen am Stammsitz von ZF Friedrichshafen liegt nun ein konkreter Kompromissvorschlag vor.

Die Geschäftsführung, der Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall informierten die Belegschaft im Rahmen einer Betriebsversammlung in der Friedrichshafener Messehalle über die Details der Einigung. Die Neuregelung der Vergütungsstruktur betrifft mehrere Tausend Mitarbeiter des Automobilzulieferers und markiert das Ende monatelanger Verhandlungen.

Ende der Zeppelin-Zulage und Einführung von Leistung-Plus

Ein zentraler Bestandteil des Kompromisses ist die Beendigung der sogenannten Zeppelin-Zulage. Diese übertarifliche Leistung wurde im Jahr 2007 eingeführt und belief sich laut Angaben des Betriebsrates auf 7 bis 13 Prozent des monatlichen Einkommens. Derzeit beziehen rund 8.000 Mitarbeiter diese Zulage, die nun zum 1. Juli 2027 gekündigt wird.

Als Nachfolgemodell soll das System „Leistung-Plus“ etabliert werden. Die neue Extrazahlung orientiert sich sowohl an der individuellen Leistungsbeurteilung als auch am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Konkret sieht das Modell vor, dass je ausgezahltem Prozent des tariflichen Leistungsentgelts ein Betrag von 12 Euro gewährt wird.

Abhängig von der Erreichung wirtschaftlicher Ziele kann sich dieser Betrag um 10 Prozent (1,20 Euro) oder um 25 Prozent (3 Euro) erhöhen. ZF-Personalvorständin Lea Corzilius erklärte hierzu, dass das neue Entgeltsystem die Beschäftigten unmittelbar am wirtschaftlichen Erfolg beteilige.

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Verschiebung der Tariflohnerhöhung auf Januar 2027

Neben der Umgestaltung der übertariflichen Zulagen sieht der Kompromiss weitere Einschnitte vor, um die wirtschaftliche Stabilität des Standorts zu stützen. So wurde vereinbart, die eigentlich für den 1. September 2026 vorgesehene Tariflohnerhöhung in Höhe von 3,1 Prozent zeitlich zu verschieben. Die Anpassung der Gehälter soll nun erst zum 1. Januar 2027 wirksam werden.

Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Pakets, das darauf abzielt, die Kostenstrukturen am Stammsitz anzupassen. Während die Verhandlungspartner die Einigung als notwendigen Schritt zur Standortsicherung präsentierten, wird in Berichten über die Stimmung innerhalb der Belegschaft von einer Schwankung zwischen Erleichterung über die gefundene Lösung und Ernüchterung angesichts der finanziellen Einbußen gesprochen. Es wird erwartet, dass die Arbeitnehmer in Zukunft mit weiteren Einschnitten rechnen müssen.

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Urabstimmung der Belegschaft bis Ende Oktober

Ob der vorgestellte Kompromiss final umgesetzt wird, liegt nun in der Hand der Tarifbeschäftigten. Rund 8.000 Mitarbeiter sind aufgerufen, über den Vorschlag abzustimmen. Der Zeitraum für die Stimmabgabe erstreckt sich bis zum 23. Oktober.

Erst nach Abschluss dieser Abstimmung Anfang Oktober wird feststehen, ob die Neuregelung der Vergütung wie geplant in Kraft treten kann. Die Verhandlungspartner betonten, dass die gefundene Lösung nach den intensiven Gesprächen der vergangenen Monate die bestmögliche Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Mitarbeiterinteressen darstelle.

Mehr zum Thema bei SWR: „Streit um Zeppelin-Zulage: Neuer Vorschlag bei ZF Friedrichshafen“

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