Krankmeldung: ArbeitsunfÀhigkeitsbescheinigung ab Tag eins geplant
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 08:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts und geplante GesetzesĂ€nderungen erhöhen den Qualifizierungsbedarf fĂŒr PersonalrĂ€te und Schwerbehindertenvertretungen massiv. Seit Mitte Juli 2026 bieten BildungstrĂ€ger verstĂ€rkt Seminare an, die von grundlegenden Rechtsfragen bis zu spezifischen Verhandlungsthemen reichen.
Seminarangebot: Von Urlaubsrecht bis IT-Mitbestimmung
Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung von Dienstvereinbarungen, Mediation in KonfliktfĂ€llen und aktuellen Entwicklungen im Arbeitsrecht. Veranstaltungsorte wie Hannover, MĂŒnster, Braunschweig und OsnabrĂŒck decken regionale Bedarfe ab, ergĂ€nzt durch Online-Formate fĂŒr ortsunabhĂ€ngiges Lernen.
Im Fokus stehen die Mitbestimmungsrechte bei der Urlaubsgestaltung nach Betriebsverfassungsgesetz. Der Rat hat zwar Mitsprache bei GrundsĂ€tzen und der Urlaubsliste â die Festlegung der Urlaubsdauer bleibt aber in der alleinigen Entscheidungsgewalt des Arbeitgebers. Fachtagungen zu IT-Mitbestimmung und europĂ€ischem Arbeitsrecht bereiten die Gremien auf Digitalisierung und Internationalisierung vor.
BAG-Urteile: Formale PrÀzision gefordert
Das Bundesarbeitsgericht hat im ersten Halbjahr 2026 wichtige Leitplanken gesetzt. Ein Beschluss vom 28. Januar (Az. 7 ABR 26/24) stellte klar: Eine Wahlanfechtung per E-Mail-to-Fax ist zwar formgerecht, eine fehlende Vollmacht kann nach Ablauf der zweiwöchigen Anfechtungsfrist aber nicht mehr nachgereicht werden.
Ein weiteres Urteil vom 15. April (Az. 7 AZR 114/25) befasste sich mit der VergĂŒtung von Betriebsratsmitgliedern. FĂŒr ein höheres Gehalt ist der Nachweis einer konkreten hypothetischen Stelle nötig. Das bloĂe Aufzeigen von Potenzial reicht nicht. MandatstrĂ€ger mĂŒssen ihre AnsprĂŒche jetzt detaillierter begrĂŒnden und Vergleichsberechnungen vorlegen.
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Krankmeldung: AU-Pflicht ab Tag eines geplant
Die schwarz-rote Koalition plant die verpflichtende ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag. Zudem soll die telefonische Krankschreibung wieder abgeschafft werden. Experten raten BetriebsrĂ€ten, diese Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen â Ausnahmeregelungen auf Betriebsebene könnten im Rahmen der Mitbestimmung ausgehandelt werden.
Die KassenÀrztliche Bundesvereinigung und die Opposition kritisieren die PlÀne. Das deutet auf mögliche Anpassungen im Gesetzgebungsverfahren hin.
Schwerbehindertenvertretung: Steigende AntrÀge, lange Wartezeiten
Ende 2025 lebten in Deutschland rund 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen â 9,4 Prozent der Bevölkerung. 91 Prozent der Behinderungen sind auf Krankheiten zurĂŒckzufĂŒhren. Die Bearbeitungszeiten fĂŒr AnerkennungsantrĂ€ge variieren regional erheblich.
In Sachsen-Anhalt sank die durchschnittliche Dauer seit Januar 2026 auf 6,5 Monate. Andere Regionen wie Sachsen verzeichnen ZuwĂ€chse bei den Wartezeiten. Ursachen: steigende Antragszahlen, Personalmangel und Digitalisierungsdefizite in den Verwaltungen. FĂŒr die SBV bedeutet das einen erhöhten Beratungsaufwand â Grundqualifizierungen fĂŒr neue Mitglieder werden verstĂ€rkt nachgefragt.
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Industrie und Handel: Krisenmanagement gefragt
Bei Volkswagen steht der Konzernbetriebsrat vor komplexen Verhandlungen ĂŒber mögliche WerksschlieĂungen und Stellenstreichungen. Betroffen sein könnten Standorte wie Hannover, OsnabrĂŒck und Emden. Kritisiert wird die mangelnde Kommunikation der KonzernfĂŒhrung zur Auslastungsplanung ab den 2030er Jahren.
Auch im Einzelhandel und Dienstleistungssektor bleibt die Lage angespannt. Tarifverhandlungen wurden in mehreren BundeslĂ€ndern unterbrochen â Uneinigkeit ĂŒber Laufzeiten und Gehaltssteigerungen. Streiks und Kundgebungen, etwa bei Cinemaxx, zeigen den Druck auf die Gremien, in Zeiten hoher Arbeitsverdichtung tragfĂ€hige Lösungen zu finden.
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