KRITIS-Schutz: Betreiber müssen bis Mai 2027 Sicherheitskonzepte umsetzen
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 05:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem schwerwiegenden Zwischenfall am Kernkraftwerk Saporischschja am 18. August 2026 zeigen sich internationale Beobachter der UN-Atomwächter zutiefst besorgt über die Sicherheit von Personal an sensiblen Standorten.
Berichten zufolge wurde ein Mitarbeiter der Anlage durch einen Drohnenangriff getötet. Dieser Vorfall verdeutlicht die zunehmende Gefährdung von Arbeitskräften in der kritischen Infrastruktur (KRITIS) durch unbemannte Flugsysteme und koordinierte Angriffe.
Physische Bedrohungen und Drohnenvorfälle an Verkehrsknotenpunkten
Die Bedrohungslage durch Drohnen beschränkt sich nicht auf internationale Konfliktgebiete, sondern betrifft zunehmend auch nationale Infrastrukturen. Am 5. August 2026 kam es am Flughafen Leipzig/Halle zu einem Vorfall, bei dem eine Drohne mit einer unbekannten Sprengvorrichtung in der Nähe der Südpiste entdeckt wurde.
Die Bundesanwaltschaft übernahm am 6. August die Ermittlungen, da der Sprengstoff unweit eines Frachtflugzeugs positioniert war, wobei die Zündvorrichtung nach vorliegenden Informationen defekt war.
In der ersten Jahreshälfte 2026 registrierte die Deutsche Flugsicherung (DFS) bereits 145 Behinderungen durch Drohnen. Angesichts dieser Entwicklung fordern Branchenvertreter wie die Vereinigung Cockpit (VC) einheitliche Detektionsstandards.
Experten für Sicherheitstechnik betonen zudem, dass einfache Funkdetektion bei autonomen Drohnen an Grenzen stoße und empfehlen eine Sensorfusion aus Passiv-Radar, Kamera- und Wärmebildtechnik. Auch an anderen sensiblen Standorten, wie dem Bundeswehrstandort Mechernich, wurden zuletzt sechsmal Drohnensichtungen gemeldet.
Systematische Sabotage und Cyberangriffe auf Landesnetze
Neben physischen Angriffen steht die Zuverlässigkeit der Infrastruktur durch massive Cybersabotage unter Druck. Am 18. August 2026 wurde ein Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz bekannt, der die Verwaltung nach internen Angaben praktisch arbeitsunfähig machte.
Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft Bremen in elf Fällen gegen die Gruppe „NoName057(16)“. Die seit 2024 andauernden Angriffe richteten sich gegen Ziele wie die Polizei, die Bremer Straßenbahn AG (BSAG), den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) sowie die Senatorin für Gesundheit.
Angesichts der zunehmenden Bedrohungen durch Hackerangriffe und neue regulatorische Anforderungen müssen Unternehmen ihre IT-Sicherheit heute proaktiv stärken. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und aktuellen Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Cyber Security: Bedrohungen abwenden und Ihr Unternehmen langfristig schützen
Das Bundeskriminalamt (BKA) verzeichnete seit November 2023 insgesamt 25 Angriffswellen durch russische Hacker. Im Rahmen der Operation „Eastwood“ im Sommer 2025 gelang den Behörden ein Schlag gegen diese Strukturen, wobei über 100 Server abgeschaltet, 24 Objekte durchsucht und fünf Haftbefehle vollstreckt wurden.
Die Resilienz öffentlicher Netze steht zudem politisch im Fokus, da das Digitalministerium seit dem 1. Juli 2026 Abteilungen in unmittelbarer Nähe zum Russischen Haus in Berlin unterhält, was Kritik hinsichtlich des Risikobewusstseins auslöste.
Regulatorische Anforderungen und Compliance im Sicherheitssektor
Um den Schutz der Infrastruktur und des Personals zu erhöhen, treten verschärfte gesetzliche Rahmenbedingungen in Kraft. Auf Basis der EU-CER-Richtlinie sieht das KRITIS-Dachgesetz vor, dass Betreiber bis zum 17. Mai 2027 umfassende Schutzkonzepte umsetzen müssen. Diese beinhalten Risikoanalysen, Meldesysteme und regelmäßige Audits, wobei insbesondere Kaskadeneffekte zwischen verschiedenen Infrastrukturen berücksichtigt werden sollen.
Im Bereich der personellen Sicherheit und Zuverlässigkeit werden ebenfalls strengere Maßstäbe angelegt:
* Bundestariftreuegesetz: Seit dem 1. Mai 2026 gilt dieses Gesetz für Bundesaufträge ab einem Volumen von 50.000 Euro. Ziel ist eine transparente Kalkulation der Nachunternehmerketten.
Im Jahr 2025 waren etwa 49 % der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben tätig.
* Hintergrundüberprüfungen: Dienstleister wie das Zürcher Unternehmen Validato bieten ISO-27001-zertifizierte Background-Checks an, um das menschliche Risiko in sicherheitsrelevanten Bereichen zu minimieren.
* Sozialversicherungs-Compliance: International verschärfen Behörden die Kontrollen.
Wer sich mit der Absicherung sensibler Bereiche befasst, muss auch die rechtssichere Dokumentation der Sicherheitsmaßnahmen im Blick behalten. Dieser kostenlose Download liefert bewährte Hilfsmittel für die Gefährdungsbeurteilung, die in der Praxis und vor Behörden standhalten. Rechtssichere Vorlagen und Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung jetzt sichern
In Jordanien forderte die Sozialversicherungsanstalt (SSC) Sicherheitsfirmen auf, bis Ende der Woche alle Dienstleistungsverträge und Lohnlisten einzureichen, um eine groß angelegte Inspektionskampagne vorzubereiten.
Operative Sicherheitsmaßnahmen und Personalsituation
In der Praxis reagieren Unternehmen mit technischer Aufrüstung und spezifischen Qualifikationsanforderungen. Die Deutsche Bahn setzt mittlerweile bei 35 % ihrer Kundenbetreuer Bodycams ein und plant für Oktober einen Testlauf für Tonaufnahmen.
In Baden-Württemberg sank die Zahl der Straftaten im ÖPNV im Jahr 2025 zwar um 11 % auf 76.779 Fälle, dennoch bleibt die subjektive Sicherheit ein Thema; Bahnhöfe wurden in Umfragen mit der Note 1,9, Züge mit 2,42 bewertet.
Der Bedarf an qualifiziertem Personal bleibt hoch. Für Positionen wie die stellvertretende Objektleitung in Oberderdingen werden beispielsweise Stundenlöhne von 18,61 Euro zuzüglich einer Zulage von 2,00 Euro geboten, sofern die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO vorliegt.
Dass Sicherheitskräfte auch bei Großveranstaltungen wie dem 16. Bürgerfest in Burglengenfeld mit rund 70.000 Besuchern effektiv agieren können, belegen Berichte über einen weitgehend friedlichen Verlauf mit nur wenigen registrierten Delikten.
