Krypto-Besteuerung: 25-Prozent-Steuer ab Januar 2027 geplant
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Finanzminister Klingbeil plant die Streichung der Spekulationsfrist für Bitcoin und Co. Künftig sollen Krypto-Gewinne wie Aktiengewinne besteuert werden – mit 25 Prozent Abgeltungsteuer.
Haushaltsentwurf 2027: Krypto wird Kapitalvermögen
Der Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht vor, Kryptowährungen künftig dem Kapitalvermögen zuzuordnen. Die Besteuerung erfolgt dann nicht mehr über das Einkommensteuergesetz als privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG, sondern über die Abgeltungsteuer. Für Anleger bedeutet das: 25 Prozent Steuer auf jeden realisierten Gewinn, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer – unabhängig von der Haltedauer.
Bislang konnten private Anleger Kursgewinne mit Bitcoin und anderen Token steuerfrei kassieren, sofern zwischen Kauf und Verkauf mindestens ein Jahr lag. Diese Regelung soll zum 1. Januar 2027 auslaufen.
Gold und Oldtimer bleiben vorerst verschont
Während die Neuregelung für Kryptowerte konkretisiert wurde, bleiben andere Sachwerte wie Gold, Silber oder Oldtimer von der Reform ausgenommen. Hier gilt weiterhin die Steuerfreiheit nach zwölf Monaten Haltedauer. Branchenkenner halten die politische Entwicklung in diesem Bereich jedoch für unsicher. Ein ähnlicher Vorstoß der Grünen aus dem Mai 2026 war noch abgelehnt worden. Ob die Koalition und die Union die Pläne des Finanzministers mittragen, ist offen – die CDU/CSU argumentiert mit einer generellen Gleichbehandlung von Anlageformen.
Markt in der Warteschleife
Die Pläne treffen auf ein angeschlagenes Marktumfeld. Nach einem Rekordhoch im vergangenen Herbst verlor der Bitcoin-Kurs zeitweise rund die Hälfte seines Wertes. Seit Monaten pendelt die Kryptowährung zwischen 60.000 und 65.000 US-Dollar. Die Aussicht auf höhere Steuern belastet die Stimmung zusätzlich.
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Laut Erhebungen von YouGov und BearingPoint besitzen rund 12,8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Kryptowährungen – etwa 8,9 Millionen Menschen. 67,4 Prozent schließen eine Anschaffung dagegen kategorisch aus.
Anleger fürchten Standortnachteil
Die Akzeptanz der Pläne ist gering: Rund 70 Prozent der aktiven Krypto-Investoren sehen in der Abschaffung der Haltefrist einen deutlichen Attraktivitätsverlust für den Standort Deutschland. Experten verweisen zwar auf administrative Vereinfachungen durch die Gleichbehandlung mit Aktien – doch der wesentliche Anreiz für langfristiges Halten („Hodln“) falle weg. Bisher konnten Verluste aus Kryptogeschäften nur mit Gewinnen aus ähnlichen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Die Details der neuen Rahmenbedingungen gelten noch als offen.
