Attentat auf General ĂŒberschattet Ukraine-GesprĂ€ch in Moskau
25.04.2025 - 16:33:50 | dpa.deDer 59 Jahre alte Jaroslaw Moskalik starb bei einer Autoexplosion im Moskauer Vorort Balaschicha, wie das russische Ermittlungskomitee mitteilte. Der Tod des leitenden Mitarbeiters des russischen Generalstabs ĂŒberschattete die GesprĂ€che Witkoffs mit Kremlchef Wladimir Putin.
Die Sprecherin des russischen AuĂenministeriums, Maria Sacharowa, zog eine direkte Parallele zum Krieg in der Ukraine. Es handele sich um einen "terroristischen Anschlag". Die Detonation sei durch einen selbstgebauten Sprengsatz in einem VW Golf ausgelöst worden, teilten die Ermittler mit. Die TĂ€ter wĂŒrden gesucht.
Kremlnahe Medien meldeten, dass der letzte Halter des Fahrzeugs ein Ukrainer gewesen sei, der vor einigen Jahren die russische StaatsbĂŒrgerschaft erhalten habe. Offiziell bestĂ€tigt war das nicht. Der Krieg mĂŒsse enden, sagte Sacharowa. "Wir sehen so viele Opfer jeden Tag", sagte sie.
Ranghohe Offiziere in Moskau und auch Propagandisten sind seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine immer wieder Ziele von AnschlÀgen. In der Ukraine gab es zunÀchst keine offizielle Reaktion.
Kreml: US-Sondergesandter Witkoff trifft Putin in Moskau
Der US-Gesandte Witkoff fĂŒhrte am Nachmittag zwei Wochen nach seinem letzten Treffen mit dem russischen PrĂ€sidenten erneut GesprĂ€che mit Putin. Das Staatsfernsehen zeigte die beiden beim Handschlag. "Wie geht es Ihnen, Herr PrĂ€sident?", sagte Witkoff zur BegrĂŒĂung. "So gut, Sie zu sehen", meinte der Amerikaner.
Die Maschine des Gesandten von US-PrĂ€sident Donald Trump landete am Morgen auf dem Hauptstadt-Flughafen Wnukowo. Witkoff hatte sich nach der Ankunft mit Putins Beauftragtem fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew, getroffen. Der Chef des staatlichen Fonds fĂŒr Direktinvestitionen nahm auch an dem GesprĂ€ch zwischen Putin und Witkoff teil. Anwesend war zudem Putins auĂenpolitischer Berater Juri Uschakow.
Trump: Krim bleibt in russischer Hand
Trump sagte vor seiner Abreise nach Rom zur Beerdigung von Papst Franziskus, dass die Verhandlungen ĂŒber eine Lösung des Konflikts um die Ukraine fortgesetzt werden sollen. Er stellte in einem Interview klar, dass die Schwarzmeerhalbinsel Krim bei einem Friedensvertrag in russischer Hand bleiben werde.
"Die Krim wird bei Russland bleiben. Und (der ukrainische PrĂ€sident) Selenskyj versteht das, und jeder versteht, dass die Krim seit Langem zu Russland gehört", sagte Trump in einem am 22. April gefĂŒhrten und am Freitag veröffentlichten Interview des "Time"-Magazins. Russland hatte die ukrainische Halbinsel 2014 völkerrechtswidrig annektiert.
Am Donnerstag hatte Trump auf die Frage nach der Krim erklĂ€rt, die Ukraine habe die Halbinsel vor Jahren verloren: "Können Sie sie zurĂŒckbekommen? Ich glaube, das wird sehr schwierig werden." Einen Tag zuvor hatte er Selenskyj fĂŒr dessen Weigerung scharf kritisiert, die Besetzung der Krim zu akzeptieren. Er warf ihm vor, damit den Krieg zu verlĂ€ngern. "Wenn er die Krim haben will, warum haben sie dann nicht schon vor elf Jahren um sie gekĂ€mpft, als sie ohne einen Schuss an Russland ĂŒbergeben wurde?"
In dem "Time"-Interview warf Trump der Ukraine auch vor, mit ihrem Wunsch nach einem Nato-Beitritt den Krieg verursacht zu haben. "Ich glaube, was den Krieg auslöste, war, als sie anfingen, ĂŒber einen Nato-Beitritt zu sprechen. Wenn das nicht gemacht worden wĂ€re, wĂ€re die Chance, dass er (der Krieg) nicht begonnen hĂ€tte, viel gröĂer gewesen." Trump sagte auch, er glaube nicht, dass die Ukraine jemals Nato-Mitglied werden könne.
Lawrow: Ukraine-Deal noch feinjustieren
Der Kreml hatte zuletzt von angespannten Verhandlungen gesprochen, gab aber das Ziel aus, eine friedliche Lösung zu finden. Russlands AuĂenminister Sergej Lawrow sagte im Interview des US-Senders CBS, dass ein Ukraine-Deal noch feinjustiert werden mĂŒsse. Russland verlangt, dass die Ukraine nicht nur auf die Krim, sondern auch auf die vier Regionen Donezk, Luhansk, Saproischschja und Cherson verzichtet, die Moskau aber nicht vollstĂ€ndig kontrolliert.
Witkoff hat sich schon mehrfach persönlich mit Putin getroffen und sich im Anschluss an die Unterredungen immer auffĂ€llig positiv ĂŒber ihn geĂ€uĂert. Zuletzt sprach er mit dem Kremlchef am 11. April in St. Petersburg mehr als vier Stunden lang. Der Amerikaner war auch schon im Februar und MĂ€rz in Russland zu Verhandlungen gewesen. Das neue GesprĂ€ch mit Putin gilt auch als weiterer Schritt zu einem möglichen Treffen der PrĂ€sidenten beider LĂ€nder.
Unter US-PrĂ€sident Trump haben die USA einen scharfen Kurswechsel vollzogen und sind nicht mehr bereit, die Ukraine langfristig bei ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion zu unterstĂŒtzen. Washington ĂŒbt vor allem Druck auf Kiew aus, um einen schnellen Frieden zu erreichen und Territorium aufzugeben. Trump und Putin haben auch bereits telefoniert.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
