Lackierer-Sicherheit, Grenzwerte

Lackierer-Sicherheit: Neue Grenzwerte für Isocyanate ab 2029

Veröffentlicht am: 30.06.2026 um 18:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verschärfte Grenzwerte für Isocyanate ab 2029 zwingen Malerbetriebe zu neuen Schutzmaßnahmen und technischen Anpassungen.

Isocyanate in Lacken: Handwerk warnt vor Gesundheitsgefahren
Ein Maler in voller Schutzausrüstung sprüht Farbe in einer modernen Lackierkabine, mit Fokus auf Sicherheit und Präzision. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sie warnen eindringlich vor den gesundheitlichen Gefahren durch Isocyanate in Zwei-Komponenten-Lacken. Die Chemikalien stehen im Verdacht, chronisches Asthma auszulösen.

Neue Grenzwerte ab 2029

Ab 2029 gilt ein verschärfter Arbeitsplatzgrenzwert nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS 430): maximal 6 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Betriebe müssen ihre Technik und Organisation anpassen, um diese Vorgaben zu erfüllen.

Experten empfehlen bereits jetzt spezielle Schutzausrüstung für die Arbeit in Lackierkabinen. Dazu gehören Filter der Klassen A2P3 oder A2B2P3 sowie Halb- oder Vollmasken. Besonders wirksam sind Gebläsefiltergeräte – sie versorgen die Beschäftigten konstant mit gereinigter Luft.

Luftqualität rückt in den Fokus

Parallel dazu wächst der Druck durch breitere umweltpolitische Forderungen. Die Deutsche Umwelthilfe stellte heute das Bündnis „Saubere Luft 2030“ vor. Vertreter aus Gesundheitswesen, Wissenschaft und Verbänden fordern die flächendeckende Umsetzung der EU-Luftqualitätsgrenzwerte bis 2030.

Zwar konzentriert sich das Bündnis auf Stickstoffdioxid und Feinstaub im öffentlichen Raum. Doch der Trend zu strengeren Standards ist unübersehbar. Ein aktueller Bericht des International Council on Clean Transportation untermauert die Dringlichkeit: Weltweit führt Verkehrsemissionen alle zwei Minuten zu einer neuen Asthmaerkrankung bei Kindern. Die Elektrifizierung des Verkehrs könnte bis 2050 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern.

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Fachkräftemangel trotz höherer Anforderungen

Trotz der verschärften Sicherheitsauflagen bleibt die Branche auf der Suche nach Personal. Aktuelle Stellenanzeigen belegen den hohen Bedarf. Die CAT Germany GmbH sucht einen Meister für Lackiererei in Bremen, SPIE einen Objektleiter für Instandhaltung in Hamburg. Auch in der Schweiz werden Industrielackierer händeringend gesucht.

Gleichzeitig entwickelt sich das Berufsbild weiter. Im Juni wurde der neue Lehrberuf Fahrzeugtechnik mit Schwerpunkt Karosserietechnik eingeführt – die Ausbildung dauert vier Jahre. Hintergrund sind massive Preissteigerungen bei Unfallreparaturen. Die Kosten für Ersatzteile haben sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt: Eine Kofferraumklappe kostete 2015 noch 528 Euro, 2025 bereits 1.100 Euro.

Schulungen und Bürokratieabbau

Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall bietet ab morgen ein Grundlagenseminar zur Gefährdungsbeurteilung in Saarbrücken an. Solche Schulungen sind für Unternehmer mit bis zu 50 Beschäftigten Pflicht.

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Doch während die Sicherheitsstandards steigen, fordert das Handwerk Entlastung. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks kritisiert den zu langsamen Abbau von Bürokratie. Zwar seien digitale Lösungen wie die digitale Brieftasche auf dem Weg – doch die bürokratische Last für kleine und mittlere Betriebe bleibt ein zentrales Problem.

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