Inflation, Deutschland

Lagarde: Krieg im Iran wird Inflation nach oben treiben

17.04.2026 - 16:28:49 | dpa.de

Mit den Ölpreisen steigen die Preise im Euroraum. Damit wĂ€chst der Druck auf die EuropĂ€ische Zentralbank, die Zinsen anzuheben. PrĂ€sidentin Lagarde sieht erhebliche Inflationsgefahren.

EZB-PrÀsidentin Lagarde warnt vor negativen Folgen des Iran-Kriegs - Foto: Michael Brandt/dpa

Kurz vor dem nÀchsten Zinsentscheid der EuropÀischen Zentralbank warnt PrÀsidentin Christine Lagarde vor Inflationsgefahren wegen des Nahost-Kriegs. «Er wird sich kurzfristig durch höhere Energiepreise erheblich auf die Inflation auswirken», sagte Lagarde beim Internationalen WÀhrungsfonds (IWF) in Washington. Die mittelfristigen Folgen hingen von der IntensitÀt und Dauer des Konflikts ab.

Zugleich trĂŒbe der Iran-Krieg die Konjunkturaussichten, wie Lagarde betonte: «Die Risiken fĂŒr die Wachstumsaussichten sind vor allem kurzfristig eher nach unten gerichtet.» Der Krieg im Nahen Osten verschĂ€rfe die Unsicherheit. «Wir beobachten die Lage aufmerksam», sagte Lagarde. Die EZB, die am 30. April wieder ĂŒber die Leitzinsen entscheidet, lege sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest. 

Inflation zieht schon deutlich an

Der Ölpreisschock mit dem Iran-Krieg hat die Inflation in der Eurozone deutlich nach oben getrieben. Im MĂ€rz legten die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,6 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat jĂŒngst mitteilte. Damit ist die Teuerung im WĂ€hrungsraum so stark wie seit Juli 2024 nicht mehr und das Inflationsziel der EZB auf kurze Sicht deutlich ĂŒberschritten: Sie strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Noch im Februar hatte die Teuerung bei 1,9 Prozent gelegen.

An den FinanzmÀrkten ist die Erwartung gestiegen, dass die EZB im Jahresverlauf die Leitzinsen erhöht, die zuletzt unverÀndert bei 2,0 Prozent lagen. Lagarde hat deutlich gemacht, dass die EZB bereit wÀre, notfalls zu handeln.

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