Luftfahrt, Drohnenabwehr

Luftfahrtbranche drÀngt auf schnelleren Schutz vor Drohnen an FlughÀfen

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 12:26 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Lars Redeligx, PrĂ€sident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), macht Druck: Die deutschen FlughĂ€fen mĂŒssten beim Schutz vor DrohneneinflĂŒgen deutlich schneller werden.

Bericht: VerdÀchtige nach Drohnenvorfall in Leipzig identifiziert
Start- und Landebahn an einem Flughafen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Die Situation an deutschen FlughĂ€fen bleibt angespannt – zumindest, wenn man Lars Redeligx glaubt. Nach den Störungen in Leipzig wird klar, das Problem ist kein theoretisches Testfeld mehr.

Konkrete Bedrohung, hoher Schaden

Plötzlich steht zur Debatte, ob der Schutz vor Drohnen nicht viel dringlicher ist als bisher gedacht. Redeligx bewertete gegenĂŒber der FAZ die wirtschaftlichen Folgen als ebenso gravierend wie die sicherheitstechnischen: Im Jahr 2025 beliefen sich die Verluste durch drohnenbedingte Betriebsunterbrechungen schon auf 60 Millionen Euro, ganz zu schweigen von den indirekten Folgen – dann werden daraus laut ihm 160 Millionen. Ganz ehrlich, da wird so ein harmlos wirkendes Flugobjekt schnell zum Millionengrab fĂŒr FlughĂ€fen und Airlines.

Fokus auf große Airports – zu kurz gedacht?

Zwar haben die Innenminister deutschen GroßflughĂ€fen schnellen Drohnenschutz versprochen. Das klingt nach Entschlossenheit – aber Hand aufs Herz, die eigentliche Umsetzung? Redeligx mahnt, dass die Geschwindigkeit der Entscheidungen beim Einbau dieser Schutzsysteme auch wirklich beibehalten werden muss, sonst bleibt alles beim Alten. Er verlĂ€sst sich darauf, dass die Behörden keine Zeit vertrödeln: Ausschreibungen und Installation – jetzt zĂ€hlt Geschwindigkeit.

RegionalflughÀfen nicht vergessen

Eines leuchtet mir ein: Drohnenschutz an FlughĂ€fen sollte nicht nur von Passagierzahlen oder Flugbewegungen abhĂ€ngen. Gerade kleinere RegionalflughĂ€fen, etwa als Ausweichorte fĂŒr die Bundeswehr, sollten nicht durch das Raster fallen. Ein bisschen vorausschauend denken schadet nicht – manchmal sind die unscheinbaren Airports wichtiger, als es auf den ersten Blick scheint.

Geld, Steuern und Billigflieger

Die wirtschaftliche Dimension bleibt ohnehin ein Dauerbrenner: Kosten, Steuern, Konkurrenzdruck. Redeligx fordert daher nicht nur eine Senkung der Luftverkehrssteuer, sondern am liebsten gleich deren Abschaffung – pro Ticket fehle da noch rund 15 Euro, um auf EU-Niveau zu landen. Dass das eine Mammutaufgabe ist, weiß jeder, der mal versucht hat, Steuern zu senken. Aktuell koste jeder Start in Deutschland im Schnitt 2.000 Euro mehr als anderswo, weshalb viele Billigairlines – Ryanair, Easyjet, Wizzair – ihre Maschinen lĂ€ngst ins Ausland verlegt hĂ€tten. Seit 2019 seien rund 60 ihrer Jets aus Deutschland abgezogen worden – und mit ihnen Zehntausende Jobs sowie mehrere Milliarden Euro Wertschöpfung. Eigentlich schwer zu fassen.

Redeligx macht in ungewöhnlicher Deutlichkeit klar: Deutsche FlughĂ€fen sind zunehmend durch Drohnen bedroht und haben beim Schutz Nachholbedarf – und das alles ist lĂ€ngst kein Science-Fiction mehr. Millionenverluste zeigen auf, wie dringend sowohl schnelle technische Schutzmaßnahmen als auch politische Entscheidungen sind. Wirtschaftlich geraten deutsche Airports zudem unter Druck, weil hohe Kosten und Abgaben die Konkurrenz ins Ausland treiben.

Neueste Entwicklungen und Stimmen aus aktuellen Medien

Ein aktueller Artikel der SĂŒddeutschen Zeitung berichtet ĂŒber die geplanten Tests und Fortschritte bei Antidrohnen-Technologien an deutschen FlughĂ€fen. Dabei wird betont, dass diese Maßnahmen dringend notwendig sind, da in den letzten Monaten mehrfach der Flugverkehr durch Drohnensichtungen gestört wurde, was fĂŒr den Luftverkehr eine wachsende Gefahr bedeutet (Quelle: SĂŒddeutsche Zeitung). Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hebt in einer aktuellen Analyse hervor, dass insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Bund und LĂ€ndern bei der Drohnenerkennung und -abwehr stĂ€rker koordiniert werden muss. Hierbei werden auch rechtliche HĂŒrden und die Limitierungen bestehender Systeme kritisch beleuchtet (Quelle: FAZ). DarĂŒber hinaus berichtet die Zeit ĂŒber die wirtschaftlichen Folgen von BetriebsausfĂ€llen wegen Drohnen an VerkehrsflughĂ€fen und betrachtet insbesondere, wie Airlines und FlughĂ€fen unter diesen Störungen leiden. Dabei zeigt sich, dass nicht nur große, sondern gerade auch mittelgroße FlughĂ€fen strukturell gefĂ€hrdet bleiben (Quelle: Die Zeit).

  • 1. Die SĂŒddeutsche Zeitung schildert, wie deutsche FlughĂ€fen verstĂ€rkt Antidrohnen-Maßnahmen testen und einfĂŒhren, nachdem zuletzt der Flugverkehr an mehreren Standorten wegen Drohnen gestört wurde. Ziel sei es, mit Radar- und Störsystemen die Sicherheit zu erhöhen und AusfĂ€lle zu vermeiden. Es wird aber eingerĂ€umt, dass es noch an bundeseinheitlichen Standards fĂŒr Drohnenschutzsysteme mangelt. (Quelle: SĂŒddeutsche Zeitung)
  • 2. Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung ist die Zusammenarbeit zwischen Bund, LĂ€ndern und Flughafenbetreibern beim Thema Drohnenschutz noch immer unzureichend abgestimmt. Es fehlen verbindliche Vorgaben, zudem gibt es komplexe rechtliche HĂŒrden, die eine schnelle EinfĂŒhrung von Abwehrsystemen erschweren. Außerdem wird davor gewarnt, dass die wachsende private Drohnennutzung die Risiken weiter erhöht. (Quelle: FAZ)
  • 3. Die Zeit analysiert in ihrem Bericht die massiven finanziellen Folgen fĂŒr deutsche FlughĂ€fen und Airlines durch drohnenbedingte Unterbrechungen. Auch verdeutlicht die Zeitung, dass selbst mittlere und kleinere FlughĂ€fen dringend robuste Schutzmaßnahmen benötigen. Die momentanen Vorkehrungen reichten angesichts steigender Drohnenzahlen nicht aus. (Quelle: Die Zeit)

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